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Santababy
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Times|Arial|Helvetica
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| von gugi28 erstellt: 27.12.2005 letztes Update: 27.12.2005 Romanze / P18 Slash (fertiggestellt, keine anonymen Reviews) | 80 Reviews |
Santababy
Monstershot (auf zwei Chaps aufgeteilt) SORRY FÜR DIE VERSPÄTUNG!!!!
Kam doch tatsächlich Weihnachten auf mich zu, rauschte an mir einfach so vorbei. Das Chap kickte ich zwar gleich hinter her, aber es war wegen der Länge einfach zu langsam. Nachträglich schöne Weihnachten! Hoffe, er gefällt euch!
Der Titel kam zustande, als ich die Weihnachts-CD von "Ally McBeal" hörte
Disclaimer: mir gehören die süßen Typen leider nicht, auch nicht die Schauspieler - dabei würde ich Tom und Dan sofort adoptieren! °snief° Mir gehört nur die Idee, sowie ein unbedeutender Eigencharakter.
Rating: Slash R18 - was sonst. Lemon! Geeignet ab 18 Jahren!!!
Genre: leichtes Drama anfangs und dann wie immer Romanze (ich Schnulzkuh)
Pairings: Harry/??? (angedeutet und kurz), Draco/Pansy (angedeutet und kurz), und dann...
Hauptpairings: HARRY/DRACO!! °jubel und schrei°
Info: Ich ignoriere vollkommen Buch sechs!
Inhalt:
@Was kann der erste ungewollte und peinliche Kuss eines Jungen bei einem anderen Jungen anrichten?
@Wie verhält man sich, wenn die Gefühle durcheinander geraten, wenn man dachte hetero zu sein?
@Was tut man, wenn ein Austauschschüler für einen Monat zu Besuch kommt und dieser einer gewissen Person so verflucht ähnlich sieht?
@Wie hält man die Maske aufrecht, wenn man ein Trauma erlebt?
@Wie lebt man weiter und wo findet man sein Lachen und seine Freude wieder?
@Wann merkt man, dass eine neue Freundschaft entsteht, die wie eine blühende Blume aufgeht?
@Und kann der Weihnachtsmann einem den einzigen Wunsch, den man hat, erfüllen?
Das alles fragt sich Harry, der in dieser Story die Achterbahn der Gefühle erlebt. Ob Weihnachten wirklich das Fest der Liebe wird?
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Knutschis an alle! Eure gugi und darkgugi, die wieder einmal mitmischt! °lach°
P.s. Für Kommis tun wir (ich und meine dunkle Hälfte) "fast" alles und wer eine Antwort wünscht, sollte mir die Mailadresse hinterlassen...
Danke im Voraus! Ihr seid klasse! Und vielen lieben Dank fürs Lesen und für die Kommis!
Hab euch lieb! °schnurr und Weihnachtskeksis verschenk°
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Santababy by gugi28
Hogwarts
Schule für Zauberei und Hexerei.
Gemäuer, welches alt und gebrechlich wirkte und dennoch hart wie Beton allen Gefahren strotzte. Türme, die gigantisch in die Höhe ragten und bedrohlich den Himmel aufritzten.
Ruhig stand das Schloss am Gelände von Hogwarts, ließ nicht erahnen was sich innerhalb dessen abspielte. Von hyperaktiven Schülern, bis zu nervlosen Lehrern, deren Grenzen auf eine harte Probe gestellt wurde. Wieso dem so war? Es war doch immer die alte Leier - ziemlich alle in Hogwarts lebende Lehrer und Schüler könnten ein Klagelied darüber singen. Es gab nur einen einzigen Grund, und der hieß Draco Lucius Malfoy und Harry James Potter.
Das siebte Schuljahr bestand bereits aus einigen Monaten und ehe man es sich versah sollte Weihnachten anbrechen. Harry Potter erfreute sich über den Sieg von Lord Voldemort, hatte ihn erst vor kurzem zur Strecke gebracht. Seit diesem Moment konnte Harry leben wo er wollte und er entschied sich für Black Manor. Nicht, dass er sich zurückzog und in Selbstmitleid schwelgte - nein, er feierte bis sich die Wände bogen. Die Eltern der Weasleybande waren zwar nicht glücklich darüber, aber Harry war mit seinen 17 Jahren bereits volljährig und konnte tun und lassen was er wollte. Den Zwillingen kam es natürlich gelegen, so fehlten sie bei keiner Party. Zeitweise wurde über Harrys Leben berichtet - die Tagespropheten verbreiteten diese Neuheit in der gesamten Zauberwelt.
Wieder zurück an der Schule, holte ihn der liebe Alltag ein - Harry langweilte sich ein wenig. Jetzt, da er "Zeit" hatte sich um sein Leben Gedanken zu machen, wusste er nur wenig damit anzufangen. Die ersten Gedanken gingen natürlich Richtung "wie spreche ich ein Mädchen an und zwar richtig", bis zu "und wenn ich es geschafft habe, wie bekomme ich sie in mein Bett?" Harrys zweite und letzte Freundin war Ginny Weasley gewesen, die bei einer seiner Partys mit einem Jungen aus ihrer Jahresstufe zusammen gekommen war.
Einerseits freute sich Harry darüber, doch andererseits hatte er immer wieder die Hoffnung in sich getragen, dass sie eines Tages doch wieder zusammenkommen würden. Diese Seifenblase war zerplatzt, als Ginny ihm traurig lächelnd mitteilte, dass Harry eindeutig für eine andere Liebe bestimmt war. Harry wollte sie anschreien, sie schütteln und ihr sagen, dass dem nicht so war - doch... Irgendwo hatte sie leider Recht und sie wusste es früher als er selbst. Nun lag Harry in seinem unglaublich gemütlichen Bett und starrte an die Decke seines Himmelbettes. Er seufzte, verzog sein Gesicht und gab es langsam auf.
"Mann, mich will ja sowieso keine...", murrte er in sein Kissen, zog es dicht an sich heran und starrte unentwegt auf seinen Wecker.
"Gummipuppe gefällig?", kam es von seiner linken, ein leichtes Schmunzeln huschte über seine Lippen.
"Seamus! Nein!", rief er aus, kurz darauf erfolgte ein Lachen. Ja, seine Freunde versuchten ihn immer wieder aufzuheitern, denn mit Sicherheit gab es eine Besondere, die sein Herz erwärmen würde. Sie hielten ihm jedoch vor sich niemals anzustrengen. Diese Aussage machte Harry ein wenig stutzig. Trotz allem beschloss er nicht mehr darüber nachzudenken und den Dingen ihren Lauf zu lassen...
°°°°
Scheiß Schule, scheiß Zaubertrankunterricht, scheiß Snape und zur Hölle - scheiß Malfoy!
"Nimm deine beschissenen Hände von mir!", donnerte Harry los, der sich mit Malfoy am Boden umherwälzte. Malfoy gab ihm die Schuld daran bei der Partnerarbeit den Trank versaut zu haben. Sobald Snape nicht mehr im Raum war, stürzte sich der Malfoyerbe auf den arme Harry Potter, der absolut keinen Bock auf eine Rauferei hatte. Schüler standen um sie herum - feuerten sie an, oder versuchten sie auseinander zu halten.
"Ich mache dich fertig, Potter!", kreischte Malfoy los, seine Faust fand Harrys Magen. Harrys Bein hingegen seine Extremitäten. Kurzzeitig verzog Draco sein Gesicht, doch dann knurrte er voller Hass. Jähzornig schlugen und kratzten sie sich, rollten weiterhin am Boden umher und ließen sich durch nichts abbringen. Hermine und Ron waren geteilter Meinung, wobei Hermine die Samariterin spielen wollte - Ron hingegen feuerte Harry an und hätte am liebsten mitgemischt. Ein böser Blick von Hermine reichte aus, um dies zu verhindern. Die Lautstärke der Anfeuerungsrufe wurde immer lauter, übertönte sogar den gehässigen Kommentar von einem siegessicheren Draco Malfoy. Er bezwang Harry, pinnte ihn am Boden fest und saß nun rittlings auf ihm.
"Wie kann ich nur dein vorlautes, scheiß Maul stopfen? Hm, Potter? Du bist wirklich die größte Niete auf dieser Erde!", schnarrte er voller Hass, Harry setzte bereits zu einer gehässigen Bemerkung an.
"HALT... dein...Maul.. POTTER!", spie er ihm entgegen.
"Oder was..", zischte Harry mit irre funkelnden Augen, holte zum letzten Schlag aus. Mit einer einzigen Bewegung befreite er sich und griff Draco fest an die Kehle. Der Blonde röchelte, ließ auch Harrys andere Hand frei, um den eisernen Griff zu entkommen.
"Du blödes versnobtes Arschloch! Ich sagte du sollst von mir runter gehen!", schrie Harry los und wehrte sich mit Händen und Füßen. Malfoy wollte jedoch seine Machtposition nicht aufgeben, versuchte die flinken Hände von Harry wieder unter Gewalt zu bekommen.
"Und ich sagte, dass du endlich deine verfluchte Fresse halten sollst!", zischte Draco los. Im nächsten Augenblick tat er etwas, was er eigentlich so nicht geplant hatte. Hart presste er seine Lippen auf die von Harry, um sie kurz darauf wieder frei zu geben. Mit einem siegessicheren Grinsen ließ er von Harry ab, sah in ein erstarrtes Gesicht und setzte sich, noch immer auf ihm sitzend, ein wenig auf.
"Endlich hältst du dein loses Mundwerk und....." Draco riss die Augen auf - nicht, weil Pansy einen kleinen Schrei von sich gegeben hatte. Irgendwie mochte sie es nicht, wenn ihr Draco andere Personen einfach so küsste. Nein, es war etwas anderes.
"Potter?... Oh nein, sag jetzt nicht...", keuchte Draco los, als er sehr wohl bemerkte, dass Harry anscheinend leichte Probleme in der unteren Region bekam. Mit einem angeekelten Ausdruck im Gesicht sprang er in die Höhe, stolperte etwas nach hinten und wischte sich über den Mund.
"Potter! Du... du bekommst einen Harten?" Dracos Gesicht zierte ein sehr fieses Grinsen.
"Du Schwuchtel! Potter ist schwul!", rief er aus, Harry starrte ihn noch immer an und wurde weiß im Gesicht.
"Nein! Das bin ich nicht! Und ich reagiere keinesfalls auf dich!", schrie Harry panisch aus und rappelte sich hoch. Draco hingegen grinste noch immer, zog Pansy in seinen Arm und neigte seinen Kopf. Pansy seufzte, als Draco sie kurzzeitig auf den Mund küsste, es jedoch dabei beließ und Harry abermals gehässig angrinste.
"Du widerst mich an, Potter.", spie er verachtend aus.
Harry schüttelte immer wieder nicht verstehend den Kopf, das aufkommende Gelächter wurde immer lauter. Ja, Harrys Ruf war zerstört. Ohne auch nur ein Wort zu sagen, drehte er sich um, schnappte sich seine Tasche und rauschte aus dem Klassenzimmer.
"Harry! Warte!", rief Hermine ihm hinterher, Ron bedachte Draco mit einem mörderischen Blick. Er folgte nun ebenso und die eiligen Schritte des Trios verklangen im leeren Gang. Seit diesem Vorfall war Harry verunsichert, verschanzte sich im Schlafsaal, sobald er den Tag hinter sich gebracht hatte. Wieso musste es ausgerechnet ein Montag sein? Wieso war es nicht schon Freitag?
"Harry? Sag mir, dass Malfoy nicht Recht hatte.", wimmerte Ron, als er und Hermine bei ihm saßen und Harry noch immer auf die Decke seines Bettes starrte.
"Ich glaube, dass Harry einen Schock hat, Ron! Natürlich hatte Malfoy Unrecht! Was denkst du denn!", brauste sie sofort auf, zog Ron mit sich. Sie hatte mit einem Blick erkannt, dass Harry alleine sein musste, unbedingt nachdenken wollte. Sie ahnte jedoch nicht, dass Harry sich sehr wohl eingestehen musste eventuell schwul oder bisexuell zu sein.
"SCHEISSE!", rief er aus, schleuderte sein Kissen quer durch das leere Zimmer. War er wirklich schwul? Tage darauf ging er, so gut es konnte, Malfoy aus dem Weg. Doch seine tief schneidenden und ziemlich fiesen Anmachsprüche verletzten Harry aus einem nicht erklärbaren Grund. Dazu kam noch, dass er seit jenem Vorfall von Malfoy träumte - von diesem kurzen Kuss träumte. Dies war ihm noch nie passiert! Nicht bei Cho, nicht bei Ginny. Wieso sollte Malfoys Kuss eine andere Auswirkung auf ihn haben? Es war nur ein Hauch einer Berührung gewesen und trotzdem schossen Blitze durch seinen Körper. Dies würde auch erklären, wieso Harry in letzter Zeit - wenn er mit Malfoy stritt - immer auf dessen Lippen starrte. War es ein Wunsch von ihm gewesen? Von Malfoy, bad Boy, geküsst zu werden? Von seinem ERZFEIND? Hilflos gestand er sich langsam ein, dass an dieser Sache etwas Wahres dran sein konnte.
Verzweifelt vergrub er sein Gesicht im Kissen und fand keine weiteren Antworten auf seine Fragen.
°°°°
Weitere Tage vergingen und Harrys Befürchtungen wurden wahr. Ein kleiner Blick zu Draco Malfoy reichte, um sein Herz ein wenig schneller schlagen zu lassen. Dieser verdammte Kuss drängte sich immer wieder aufs Neue auf. Außerdem stellte Harry fest, dass ihm Dracos spitze Worte mehr denn je trafen. Er beschimpfte ihn meist vor versammelter Mannschaft als "schwule Sau" und "Arschficker." Die Lacher hatte Harry auf seiner Seite - und langsam brach sein Herz, welches eindeutig für eine falsche Person schlug. Ausschlaggebend war auch, dass Malfoy exakt nach solchen Aussagen unbedingt Pansy Parkinson küssen musste, wenn auch dieser Kuss niemals tiefer ging. Ob er sie auch mit Zunge küsste?
Das Wochenende war ideal dazu sich zu verkriechen und in Selbstmitleid zu baden. Er bemerkte nicht die Schatten in seinem Gesicht, nicht die dunklen Augenränder. Auch nicht den Mangel an Essen, welches er selten zu sich nahm. Hermine und Ron machten sich natürlich Sorgen, doch Harry schwieg beharrlich wie ein Grab. Am Sonntagmorgen bemerkte Harry zum ersten Mal Seamus besorgten Blick, der als einziger keine Fragen stellte. Harry blieben die Abschirmungsversuche von Seamus unbemerkt, der Hermine und Ron ein wenig abspeiste. Natürlich konnte er die Beweggründe der beiden sehr gut verstehen, doch sahen sie leider nicht, dass Harry noch mehr Zeit zu brauchen schien.
°°°°
"Harry? Komm schon, aufstehen. Du verpasst sonst das Frühstück.", rüttelte ihn Seamus am Montagmorgen wach, Harry murrte und drehte sich zur Seite.
"Komm schon, Alter! Du musst endlich was essen! Verflucht, was ist mir dir los! Seit dem das mit Malfoy war, bist du so anders! Rede bitte mit uns!", ereiferte sich Ron, neben Seamus auf Harrys Bett sitzend. Beide trugen schon die Schulkleidung, Harry gab es auf. Schlaftrunken stemmte er sich hoch, zog sich die Brille auf und blinzelte ein wenig. Nachdenklich strich er sich durchs Haar, wirkte auf einmal mehr als munter und sicher.
"Ich weiß, Ron. Danke für eure Sorge. Wie ihr allerdings wisst, brauchte ich einige Zeit für mich. Wie es aussieht habe ich schlechte Neuigkeiten für euch.", wisperte er leise. Seamus und Ron sahen sich alarmierend an, Dean und Neville kamen hinzu und setzten sich neugierig auf Harrys Bett.
"Sag schon!", unterbrach Dean die Stille, Harry wurde ein wenig rot.
"Ich kann nicht, ihr werdet mich für verrückt halten.", gestand Harry, die Freunde kannten sich einen Moment lang nicht aus.
"Wieso sollten wir dich für verrückt halten?", fragte Seamus, Harry lächelte wehmütig.
"Weil ihr das, was ich euch sagen werde, nicht verstehen würdet."
"Und trotzdem willst du uns es verraten? Harry bitte! Sag es endlich.", sprach ihm Ron Mut zu, Harry wirkte auf einmal sehr ernsthaft.
"Ich schätze, Seamus, Dean und Neville würden es besser verkraften als du, Ron.", sprach er ihn direkt an - Ron wirkte überrascht, dann jedoch eingeschnappt.
"Und wie kommst du darauf?", maulte er leise, spielte mit Harrys Decke.
"Weil ich dir gerade mitteile, dass ich höchst wahrscheinlich schwul oder bisexuell bin. So, jetzt weißt du es." Stille trat ein, Rons Kiefer segelte zu Boden.
"Du bist WAS?", rief er aus, Seamus rollte mit den Augen.
"Na und? Was soll´s. Ist eben so.", gab er zum Besten, Ron schnappte nach Luft.
"Also.. Ich hätte mit vielem gerechnet, doch nicht mit so einem Geständnis. Und...und du bist dir wirklich sicher, Harry? Aber wieso auf einmal? WIESO? Ist es.. ist es wegen...Malfoy?", krächzte er panisch, Harry blieb stumm. Ron sprang auf, tigerte im Schlafsaal umher und knurrte.
"Harry! Sag mir, dass es nicht wahr ist! Sag mir nicht es sei wegen Malfoy! Bitte, Harry!", jammerte er los, Dean und Neville mussten das eben gehörte ebenso erst verdauen.
"Ich denke schon...", versuchte Harry es leise, Ron schlug mit der Faust auf eine der Wände ein und drehte Harry dabei den Rücken zu.
"Gut, dass du schwul bist - damit kann ich leben. Aber... wegen Malfoy? Sag mir ja nicht, du würdest auf ihn stehen.", flüsterte er leise, drehte sich langsam umher und blickte Harry eindringlich an. Harrys Wangen fingen zu brennen an, Seamus grinste bei dem Anblick.
"Schätze, Ronny-Spätzchen - klein Harry hat sich verknallt. Und zwar in Bad-Boy Draco Malfoy. Oje.", kicherte er leise, Ron tickte aus. Er beschimpfte Malfoy aufs übelste, verfluchte ihn ohne Zauberstab und gab ihm an allem die Schuld. Während Seamus versuchte ihn zu beruhigen und ihn lachend aus der Türe schob, halfen Dean und Neville Harry so gut es ging. Sie redeten ihm beinahe liebevoll zu, legten ihm die Kleidung zurecht und versuchten ihn abzulenken. Fertig angezogen dirigierten sie ihren Schulfreund aus der Türe und geleiteten ihn zur großen Halle.
"Hast du Liebeskummer?", traute sich Neville leise zu fragen, Harry nickte.
"Manchmal verliebt man sich in den Falschen, das kommt vor.", stimmte Dean zu, beide lächelten ihn schmal an. Harry war dankbar dafür solche Freunde zu besitzen. Welche die ihn verstanden. Blieb nur noch die Sorge, was Ron nun tun würde. Als sie in der großen Halle ankamen, saß Ron stocksteif und nachdenklich am Tisch, ließ sich von Seamus zuquatschen. Hermine saß zu seiner rechten, sie war aschfahl im Gesicht.
Klasse, jetzt hat Ron es ihr auch gesagt - dachte sich Harry im Stillen und setzte sich etwas weiter weg. Hermine bemerkte ihn allerdings und zu seinem Leidwesen stand sie auf, setzte sich zu ihm. Eingehend musterte sie ihren besten Freund, Dean und Neville standen zur Verteidigung bereit.
"Ach Harry. Wieso hast du denn nichts gesagt? Man weiß ja nie wo die Liebe hinfällt, geschweige denn zu welchem Geschlecht.", sprach sie ihn mit sanfter Stimme an, was Harry hochblicken ließ.
"Du bist nicht sauer?", erklang es ungläubig, Hermine lächelte schmal.
"Sauer nicht, ein wenig enttäuscht vielleicht. Dass Ron damit nicht so wirklich klarkommen würde und ein wenig Zeit braucht, war klar. Aber mir hättest du dich anvertrauen können. Ich hatte dich bisher in einer jeden Entscheidung unterstützt, oder?", seufzte sie leise, Harry war sprachlos. Anstatt etwas zu sagen, umarmte er sie einfach, Hermine schmiegte sich an ihn. Sie lächelte an seinem Hals, fing sogar leise zu schnurren an.
"Ich nehme deine Entschuldigung an und werde weiterhin zu dir stehen.", wisperte sie leise, Harry lächelte das erste Mal seit langem.
"Liebe Schülerinnen und Schüler!", unterbrach Dumbledore die traute Zweisamkeit, der Moment war zerstört. Augenblicklich wurde es ruhig, alle Schüler sahen zu ihrem Schulleiter. Erst jetzt richteten sich viele Blicke auf eine Person die niemand kannte. Harry riss die Augen auf, sein Herzschlag beschleunigte sich.
"Ich weiß, dass einige von euch, wenn nicht alle, ziemlich erstaunt über unseren Besuch sein werden. Allerdings liebe ich Überraschungen. Liebe Schüler, ich möchte euch einen neuen Schüler vorstellen. Sein Name ist Jonas Smith. Da unsere Schule sich an einem neuen Projekt beteiligt, nehmen wir für einen Monat einen Austauschschüler auf. Mister Smith ging vormals auf Durmstrang und wird im kommenden Monat das Privileg haben, unsere Schuler unter genaueren Augenschein zu nehmen. Heißen wir Mister Smith herzlich auf Hogwarts willkommen!"
Dumbledore fing zu klatschen an, die Schüler stimmten nach und nach mit ein. Harry allerdings saß starr auf seinem Platz, konnte nicht die Augen von diesem Jungen nehmen. Beinahe schien es, als wäre dieser ein Ebenbild von Draco Malfoy. Einen kleinen Augenblick wanderten Harrys Augen zu Malfoy, welcher ebenso zurückstarrte. Etwas Ungewisses lag in seinem Blick, was Harry jedoch ziemlich egal war. Sein Blick haftete wieder auf Jonas, der ein kleines Lächeln auf seine Lippen zauberte.
Viele der Schüler seufzten oder tuschelten miteinander. Anscheinend war ihnen ebenso der Gedanke gekommen, - obwohl Jonas sein Haar etwas länger trug, besaß er denselben Schnitt. Dracos Haare waren weißblond, die von Jonas eher dunkelblond. Jonas Smith hatte ein sehr hübsches und ebenmäßiges Gesicht, eine lange und schmale Nase, volle Lippen und dunkelgrüne Augen. Der Anblick dieses Jungen ließ viele Herzen höher schlagen, ebenso jenes von Harry.
"Mister Smith? Würden Sie bitte den sprechenden Hut aufsetzen?", durchbrach Mc Gonagalls Stimme Harrys Gedanken, welcher nun ganz hibbelig wurde. Und was wäre, wenn Jonas zu ihnen käme? Harrys Magen wurde zu einem Klumpen, Schweiß bildete sich auf seinen Handflächen.
"RAVENCLAW!", rief der Hut aus, besagter Tisch fing zu jubeln an. Harry wirkte enttäuscht, spürte Hermines Hand auf seiner.
"Der Junge gefällt dir, wie?", zwinkerte sie ihm zu, Harry wurde etwas rötlich im Gesicht. Dean und Neville lachten befreit auf, wobei ihr Blick zum Tisch der Slytherins fiel, sie sich kurzzeitig zu diesem drehten. Doch was sie dort sahen, ließ sie nachdenklich werden. Draco Malfoys Miene verdüsterte sich immer mehr und der Junge neben ihm - Blaise Zabini - versuchte auf den blonden Gott der Slytherins heftig einzureden.
"Mir scheint, als würde dies Malfoy nicht schmecken.", kicherte Dean eingehend, Neville nickte.
"Geschieht ihm ganz Recht.", entschied Neville.
°°°°
Das Essen war beendet und Harry schritt beschwingt zum nächsten Unterricht. Ein unmerkliches Lächeln lag auf seinem Gesicht, denn Jonas hatte ihn angesehen. Es war nicht nur ein einfacher Blick gewesen, sondern einer der unter die Haut ging. Jonas Smith hatte beinahe alle Schüler betrachtet, auch die von Slytherin. Allerdings konnte er sich den Hass, der ihm entgegenwehte - besonders von einem Schüler der ihm unglaublich ähnlich sah - nicht erklären. Als seine Augen über den Gryffindortisch wanderten, blieben sie an einer bestimmten Person hängen. Er wusste nicht wieso, aber dieser Junge war einfach unglaublich hübsch. So beschloss er diesen näher kennen lernen zu wollen. Eine Frage wurde ihm jedoch noch nicht beantwortet: WER war Harry Potter?
"Hey! Du da vorne! Warte doch!", rief ihm eine Stimme hinterher, Harry blieb stehen und drehte sich verwundert um. Nicht nur er, auch Hermine, Ron, Dean, Seamus und natürlich Neville. Jonas Smith kam angelaufen, blieb schnaufend von Harry stehen und lachte ihm leicht aus der Puste ins Gesicht. Harry wurde sofort etwas rötlich um die Nase, merkte nicht die Traube an Slytherins, die auf Kommando von Draco sofort stehen blieben. Pansy verzog ihr Gesicht, ihr wurde dies zu dumm. Mit hoch erhobenem Haupt schritt sie von Dannen, was Draco Malfoy vollkommen gleichgültig zu sein schien.
"Dürfe ich vielleicht kurz mit dir sprechen?", japste Jonas nach Luft, sah Harry direkt an. Dessen Augen wurden mehr als groß, verlegen fing er zu grinsen an.
"Na wir gehen dann einmal, oder?" Ron hustete dezent, fing spitzbübisch zu grinsen an, was Harry freudig zur Kenntnis nahm. Anscheinend hatte Ron die schlimme Neuigkeit betreffend Harry verdaut, und nur das zählte.
"Ja, der Meinung bin ich auch. Harry? Wir sehen uns dann in Hagrids Unterricht. Beeil dich bitte, ja? Der Unterricht fängt bald an.", informierte Hermine ihn, Harry nickte abwesend. Keine Sekunde später zogen seine Freunde grinsend ab, die Jungs von Slytherin und einige von Ravenclaw blieben jedoch neugierig stehen. Allem voran ein grimmig drein sehender Draco Malfoy. Jonas war sich dessen bewusst, deutete Harry an einige Schritte zu gehen.
"Ich.. ähm.. Du bist mir aufgefallen und ich wollte mich ebenso bei dir vorstellen. In Durmstrang gibt es keine Häuser, hier anscheinend schon. Mir blieb der Zusammenhalt nicht verborgen, wobei das für die Häuser unter sich gilt und nicht mit anderen Häusern zusammenhängt. Herrscht eventuell Feindschaft zwischen ihnen? Oh! Ach ja, mein Name ist Jonas Smith und du bist?", lächelte er charmant, Harrys Grinsen verflog.
"Als ob du das nicht wüsstest.", gab Harry zerknirscht zurück, Jonas sah ihn erstaunt an.
"Wie? Ich.. nein! Ich weiß nicht wer du bist. Da ich ziemlich direkt bin, sage ich dir hiermit folgendes. Du bist mir aufgefallen, auch weil du eine besondere Ausstrahlung hast. Und.. und.. du wirkst sehr sympathisch und so...", stotterte Jonas ein wenig, Harry konnte es nicht fassen.
"Du willst damit sagen..."
"Bei Merlin! Smith! Bist du so ne hohle Nuss, oder was? Das ist Potter!", schnarrte Draco säuerlich dazwischen, Jonas bekam einen Schrecken.
"Du.. du bist... nein!", stieß Jonas aus, ließ Draco einfach links liegen. Harry überraschte dies ein wenig, da Ehrlichkeit in dessen Gesicht stand. Außerdem konnte er nicht anders, als Jonas anzuhimmeln. Sein Strahlen erreichte seinen Mund, ein sanftes Grinsen zeichnete sich darauf ab.
"Ja, der bin ich. Schön dich kennen zu lernen.", zwinkerte Harry ihm zu, Jonas schien noch immer ein wenig sprachlos zu sein. Beide schüttelten sich die Hand.
"Du bist wirklich... du... wow. Ich habe schon so viel von dir gehört! Aber ich dachte nicht, dass Harry Potter so..." Hier unterbrach sich Jonas, eine steile Falte bildete sich zwischen Harrys Augenbrauen.
"Dass ich was..", murrte er leise, Jonas Augen blitzen. Ein klein wenig beugte er sich vor, sah Harry tief in die Augen.
"Ich dachte nicht, dass Harry Potter so hübsch ist.", lächelte er umwerfend, Harry wurde knallrot im Gesicht. Das Schnauben im Hintergrund und das Getuschel, Harry Potter sei POTThässlich, überhörte Harry einfach.
"Ich? Aber ich bin.. bin nicht..."
"Stimmt. Du bist mehr als das.", säuselte Jonas entzückt, Harry starrte ihn einfach an.
"Ich.. ähm...ja...nein! Ich bin...ähm...normal.", nuschelte Harry sehr verlegen, Jonas Lachen klang wie jenes eines Engels.
"Wie kann ein Held, der so mutig ist und dazu noch den mächtigsten schwarzmagischen Zauberer vernichtet hatte, so unglaublich süß und verlegen sein? Ich finde das richtig süß.", zwinkerte Jonas ihm zu, Harry schluckte hart.
"Sag mal, Jonas?", fing Harry an und legte seinen Kopf seitlich.
"Ja?"
"Mir kommt vor, als ob du flirten würdest?", fragte er geradeaus - nun war Jonas an der Reihe rot zu werden.
"Oh! Ja.. so sollte es auch aussehen. In Durmstrang spricht man nicht um den heißen Brei herum, denn dann würde man nur Zeit vergeuden. Ich kann nur sagen, ich habe dich gesehen und... ich musste dich einfach kennen lernen. Schlimm?" Jonas setzte seinen Hundeblick auf, Harry wand sich wie ein Fisch am Trockenen.
"Nein.. absolut nicht... Es ist nur so.... Noch nie hat jemand mit mir geflirtet.", gab Harry zu und fragte sich sogleich, wieso er dies einem fremden Jungen erzählte.
"Das kann ich einfach nicht glauben!", rief Jonas ehrlich entsetzt aus.
"Wenn du in Durmstrang wärst, würden dich wohl alle anbraten. Da ich allerdings hier bin, muss ich das gleich ausnutzen! Sag mal, ich habe auch Unterricht bei... Hag..äh.."
"Hagrid."
"Ja, genau... und....gehen wir gemeinsam hin?" Jonas spielte nervös mit seinen Fingern, Harry lächelte.
"Gerne!"
"Super! Na, dann los!", sprudelte es aus ihm heraus, machte sich sogleich auf den Weg. Harry stand noch immer an Ort und Stelle, grinste breit und fühlte Schmetterlinge in seinem Bauch tanzen.
"Oh Potter! Tu nicht so als wärst du verliebt! Wie erbärmlich! Auf so eine Gefühlsduselei fällst du herein? Meine Güte, siehst du belämmert drein! Schon so heiß auf diesen Typen? Scheinst wohl doch schwul zu sein, was, Potty?", schnarrte Draco gehässig und verschränkte seine Arme vor der Brust. Goyle und Crabbe fingen zu lachen an, Blaise sagte nichts dazu. Wieso interessierte Draco dies? Wieso gingen sie einfach nicht weiter? Draco hatte doch Pansy als Freundin! Wieso... Blaise schien noch immer in Gedanken zu sein, die jedoch von Harry unterbrochen wurden.
"Ja, wie es scheint dürfte ich mich gerade in ihn verlieben." Harry drehte sich gemächlich zu Draco herum, schritt auf ihn zu und blieb kurz vor ihm stehen.
"Und ja, Malfoy. Dank deines unglaublichen Kusses wurde mir sehr wohl bewusst die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, schwul zu sein. Und wenn ich das nicht bin, dann eben bisexuell. Ich bevorzuge jedoch schwul zu sein. Mal sehen wohin mich das führt." Harry grinste noch immer, drehte sich um und eilte hinter Jonas her.
"Wo bleibst du denn, Harry!", winkte Jonas ihn zu sich - auch die Ravenclaws folgten still und ohne ein Wort gesagt zu haben. Draco starrte Harry hinterher, sein Mund stand ihm weit offen. Irgendetwas gefiel ihm an dieser Situation nicht - er hatte das Gefühl etwas zu verlieren.
"Komme schon!", lachte Harry und als er neben ihm her schritt, packte Jonas Harrys Hand, der mehr als glücklich darüber war.
"Na du gehst aber ran?", nuschelte Harry leise. Irgendwie ging das alles zu schnell. Sie kannten sich gerade einmal eine Stunde!
"Ja, kann sein. Aber Zeit ist Geld. Auch wenn das ein wenig zu schnell geht, ich will keine Sekunde verlieren.", säuselte Jonas mit einem Seitenblick zu Harry, dem gerade auffiel, dass dieser genauso groß wie Draco war. Und irgendwie fühlte er sich beschützt.
°°°°
"Oh Gott, ich glaube mir wird gleich übel.", fing Draco zu würgen an, als auch Slytherin bei Hagrid Unterricht hatte und er somit Harry und Jonas beobachtete. Normalerweise hatten immer zwei Häuser gemeinsam Unterricht. Doch da die letzte Klasse aus weniger Schülern bestand, viele die sechste wiederholen mussten, wurden diesmal alle Häuser zusammengesteckt. Draco schüttelte sich, konnte den Blick jedoch nicht loseisen.
"Dann guck doch einfach nicht hin.", grinste Blaise spitzbübisch, wobei Pansy zu schnauben anfing und sich mit Millicent unterhielt. Wahrscheinlich ließen sich die beiden Mädchen gerade über das neue "Traumpaar" aus, was dazu noch schwul war.
"Was?", fragte Draco dümmlich, hatte den Sinn der Worte nicht verstanden, die von Blaise kamen. Der Schwarzhaarige lachte leise auf und schüttelte amüsiert den Kopf.
"Ich sagte du solltest nicht hingucken. Was stört dich denn so an diesem Bild? Die beiden sind anscheinend ein wenig verliebt. Findest du das denn so schlimm?", flüsterte er leise, beugte sich näher zu Draco. Der Blonde schnaubte verächtlich, schoss Pfeile auf die beiden frischverliebten ab.
"Ich finde es ekelig! Wie kann man in der Öffentlichkeit nur so turteln! Außerdem: Wie kann Potter nur so naiv sein? Da kommt ein verfluchter Austauschschüler an unsere Schule, macht ihm schöne Augen und dieser Trottel fällt auch noch darauf rein? Was findet Smith nur an Potter? Ich bin noch immer der Meinung, dass Potter mehr als hässlich aussieht.", schnarrte er angewidert weiter, Blaise betrachtete seinen Freund eingehend.
"Nun, ich bin anderer Meinung.", erwiderte Blaise leise, jetzt hatte er es tatsächlich geschafft Dracos Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen.
"Welcher Meinung denn?", zischte Draco sauer - Blaise fiel ihm einfach so in den Rücken! Frechheit!
"Erstens: Potter sieht alles andere als hässlich aus, auch wenn ich nicht schwul bin. Und so wie du ihn anblickst, ist es dir ebenso aufgefallen. Dir gefällt es nicht, dass er ebenso beliebt ist wie du. Du bemerkst es zwar und suhlst dich in deinem Ruhm, er aber schnallt es nicht. Zweitens: Du bist sauer, weil Potter dir damals die Freundschaft ausschlug und er Jonas einfach so vertraut. Wie du allerdings weißt, bist du selber Schuld. Und bevor du mich fragst - du hattest es selber zugegeben..."
"....da war ich aber stockbesoffen, Zabini! Das zählt nicht!", zischte Draco wütend dazwischen, Blaise kicherte ein wenig.
"Und was die anderen Punkte angeht...", fuhr er fort, ohne auf Dracos Einwurf einzugehen.
"Du scheinst mir, als wärst du eifersüchtig, Draco. Wenn ich nicht wüsste, dass du hetero bist, dann..."
"EIFER...eifersüchtig?", verbesserte sich Draco eiligst, der vormals beinahe das Wort geschrieen hätte.
"Ich bin nicht eifersüchtig.", versicherte er eingehend, Blaise sah ihn forschend an.
"Und wieso starrst du die beiden die ganze Zeit lang an?", gähnte Blaise gelangweilt, der sehr wohl einen wagen Verdacht pflegte.
"Weil ich es nicht leiden kann, dass so ein Volltrottel dahergelaufen kommt und auch noch die Frechheit besitzt mir ähnlich zu sehen! Es schadet meinen Ruf und ich kann es nicht ausstehen, wenn sich ein Fremder hier einschleicht. Ich will wissen was er vorhat, Zabini. Potter ist mir dabei vollkommen scheiß egal. Deine Freundin ist doch aus Ravenclaw, oder?", grinste er fies, Blaise rollte mit den Augen.
"Und ich soll sie für dich fragen, ob sie Jonas Smith ausspioniert?", erklang es resigniert von Blaise, Dracos Grinsen wurde noch breiter, seine Augen funkelten.
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Die nächsten drei Tage kamen und gingen und Draco hatte es sich zur Aufgabe gemacht Potter zu beschatten. Er konnte diesen Smith einfach nicht ausstehen und hätte sich beinahe übergeben, als die beiden sich schon nach zwei Tagen schüchtern am Gang küssten. Draco fiel nur die gesunde Gesichtsfarbe von Potter auf, der mehr als entzückt schien und sich zu Dracos Bedauern nicht mehr von ihm verarschen ließ. Es hatte beinahe den Anschein, als würde Potter selbstbewusster werden, mehr denn je strahlen. Potter bekam eine Ausstrahlung, die die meisten Schüler beinahe aus der Bahn warf. Er lachte mehr denn je, alberte mit Jonas herum, küsste ihn, wenn sie glaubten alleine zu sein.
Dies alles bekam Draco natürlich mit, seine Laune verschlechterte sich immer mehr. Pansy vernachlässigte er gerne, er hatte ja besseres zu tun. Der arme Blaise kam ebenso in den Genuss, da Draco ihn immer mitzerrte. Vormals ging ihm das vollkommen gegen den Strich, doch dann fand er Gefallen daran und beobachtete Potter und seinen Freund Draco. Was ging wohl in dem Blonden vor, der die beiden beinahe eifersüchtig musterte? Blaise runzelte die Stirn und musste seine Ansichten betreffend dem Blonden sehr wohl noch überdenken. Wie es schien, kannte er Draco doch nicht so gut. Aber eines war klar: würde Draco zu ihm kommen, weil er Kummer hatte, oder sich etwas von der Seele reden musste - dann wäre Blaise für ihn da. Gleichzeitig dachte er sich auch, dass die kommenden Tage mehr als interessant werden würden.
Natürlich musste er auch Bericht erstatten, da Sarah - seine Freundin - ebenfalls an Jonas und Harry interessiert war und gerne mithalf. Das Ergebnis war jeden Tag dasselbe: Jonas verfiel immer mehr den süßen Gryffindor und schwärmte die gesamte Zeit über von seinem Liebling. Immer wieder lief er aufgeregt durch seinen Gemeinschaftsraum und posaunte herum, dass er Harry über alles liebte. So gab es Sarah auch an Blaise weiter - und der übermittelte es einem zähneknirschenden Draco Malfoy..
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Draco Malfoy war in der Tat ein wenig eifersüchtig. Nicht, wie er sich einredete, auf die Liebelei von Potter und Smith, sondern auf die Tatsache, dass der Schwarzhaarige seine Freundschaft so einfach verschenkte. Wieso konnte er Draco diese Kleinigkeiten einfach nicht verzeihen? Diese Winzigkeit, dass sie ab und zu stritten und sich beleidigten? Verfluchten und sich prügelten? War dies denn so ein Vergehen? Gab es vielleicht doch noch eine winzige Möglichkeit mit Potter befreundet zu sein? Draco wusste nicht wieso, doch irgendetwas trieb ihn dazu - er WOLLTE verflucht noch einmal Potters Freundschaft! Er wollte auch einmal mit ihm so lachen und scherzen! Streiten war out - so entschied er beleidigt.
"Verfluchter Smith.", grummelte er in seinen nicht vorhandenen Bart - Blaise, der gerade ins Zimmer kam, ohne anzuklopfen, lachte sich krumm und dämlich.
"Mann, diesen Satz höre ich schon die ganze Zeit, seit dem er hier ist! Lass dir endlich einmal etwas anderes einfallen.", gab er zu verstehen, Draco funkelte ihn böse an.
"Wenn es aber eben den Tatsachen entspricht? Du brauchst es dir ja nicht anzuhören! Bist selber Schuld, wenn du so einfach in mein Zimmer stürmst! Ich hatte dich nämlich nicht eingeladen!", schnarrte er mies gelaunt und schmiss sich aufs Bett.
"Verflucht! Draco! Was ist denn in letzter Zeit mit dir los! Hm? Sagst du mir bitte was es ist? Seit dem Smith hier auftauchte, bist du nicht mehr zu gebrauchen! Der Kerl ist in weniger als 3 Wochen wieder verschwunden! Das wirst du doch aushalten, oder?", schnaufte Blaise und schmiss sich ohne Aufforderung einfach so auf das Bett von Draco, legte sich neben ihn. Beide starrten an den Himmel des Bettes und hingen kurzzeitig ihren Gedanken nach.
"Keine Ahnung, Zabini. Er geht mir einfach nur am Arsch vorbei. Dieses Getue der beiden nervt.", knurrte er unheilvoll, Blaise schielte ihn von der Seite her an.
"Wieso denn? Wie schon vor Tagen gesagt - du brauchst sie dir doch nicht anzusehen, oder sie verfolgen! Aber nein! Die beiden wollten nach Hogsmeade, nehmen Granger und Weasley mit und du musst ja wieder live dabei sein! Pansy schiebst du einfach so ab - was ich auch verstehen kann. Aber WIESO tust du das? Du hast ja nicht einmal eine Antwort darauf! Du hättest deinen Blick sehen sollen, als Potter auf Smith Rücken aufsprang und die beiden in Huckepack und lachend nach Hogsmeade gingen! Bist du neidisch, weil Granger und Weasley ihn akzeptieren? Weil sie sich immerzu küssen und sich umarmen? Ach ja... weil wir beim Thema küssen sind..."
"Oh bitte!", schnarrte Draco los, er kochte abermals vor Wut. Wieso musste ihn Zabini daran erinnern?
"Ich bin auf gar nichts neidisch! Ich sagte doch, es interessiert mich nicht! Einzig und alleine geht mir dieser Smith auf die Eier! Ich bin froh, wenn dieser Scheißkerl endlich abrauscht!"
"Ja, ja, Draco. Habe es ja geschnallt! Aber...wegen dem küssen... ähm...Pansy war bei mir.", gestand Blaise leise, Draco hob eine Augenbraue hoch und drehte seinen Kopf, um Blaise besser ansehen zu können.
"Und?", kam es gelangweilt, Blaise seufzte.
"Sie heulte sich bei mir aus, weil ihr über das Stadium küssen noch nicht hinaus seid. Geschweige denn mit Zunge. Bisher hast du sie noch nie richtig geküsst! Mann, Draco! Seit wann nimmst du die Gelegenheit denn nicht mehr wahr? Sogar Smith und Potter haben das schon hinter sich!", regte sich Blaise künstlich auf, dem das Gejammer von Pansy mächtig auf die Socken ging. Draco konnte Blaise schwer sagen, dass er keine Lust dazu hatte Pansy mit Zunge zu küssen. Irgendwie ekelte ihm vor dieser Frau. Woher auf einmal dieser Sinneswandel kam, wusste er nicht. Sie war schlicht und einfach langweilig und uninteressant geworden. Anscheinend konnte Blaise Gedanken lesen.
"Pansy ist out, oder?", kam er auf den Punkt, Draco sagte noch immer kein Wort.
"Ich verstehe. Aber.. Draco? Eines will ich dir noch sagen: Wenn du von ihr die Schnauze voll hast, solltest du dich von ihr trennen. Ich hatte nie den Anschein, du würdest sie lieben, oder gar etwas für sie empfinden. Ich habe den Eindruck, Pansy wäre nur Mittel zum Zweck. Und noch etwas: Solltest du dich verändern, wäre ich trotzdem dein Freund und würde dir auch beistehen. Du kannst immer zu mir kommen. Okay?" Mit diesen Worten erhob er sich aus Dracos Bett und verschwand durch die Zimmertüre.
Draco starrte ihm sprachlos nach und verstand wieder einmal nicht den Sinn der Worte. Was meinte Blaise mit "solltest du dich verändern.." Draco überlegte lange und kam schließlich doch zu einem Ergebnis. Augenblicklich färbten sich seine Wangen rot, seine Augen wurden tellergroß.
"ICH BIN UND WERDE NICHT SCHWUL, ZABINI!", kreischte er los, hörte ein entferntes Lachen. Blaise, der im Gemeinschaftsraum saß, hatte sich schon gefragt, wann Draco dahinter kommen würde. Er hatte es mit Absicht nicht direkt angesprochen, da Draco ihn sofort gewürgt hätte.
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Zwei Wochen später hatte Draco noch immer keine großen Erfolge aufzuweisen. Zwar stritt er nicht mehr mit Harry, doch ignorierten sie sich auch. Sehr zum Leidwesen von Draco, der nicht wusste wie er Harry Potter ansprechen sollte - mit ihm normal reden sollte. Außerdem ging ihm dieser Smith noch immer gehörig auf den Schnürsenkel. Eines war Draco jedenfalls aufgefallen: Harry Potter wirkte zwar noch immer zufrieden, doch irgendetwas schien ihm auf der Seele zu liegen. So oft er mit Jonas in den ersten beiden Wochen zusammen war, war er es in letzter Zeit nur noch selten. Potter schien nachdenklich zu wirken und Draco fragte sich was wohl vorgefallen war. Mit diesem und noch weiteren Gedanken schlief er langsam aber sicher ein.....
Oh fuck! Das gibt´s nicht!", rief Draco eiligst aus, sprang aus dem Bett und zischte ins Badezimmer. Blaise schlenderte pfeifend in Dracos Zimmer und wunderte sich wo Draco abblieb. Als er Geräusche aus dem Badezimmer hörte, marschierte er geradewegs darauf zu und öffnete die Türe.
"Draco? Du bist noch nicht fertig? Snape wird dies aber nicht gefallen!", lachte Blaise los.
"Das ist die Prämiere für mich! Draco Malfoy verschläft!", kreischte er los, Draco sprang beinahe im Kreis.
"Schnauze, Zabini! Mein Gel ist alle! Scheiße! Wie sehe ich aus?" Dracos Wangen zeigten eine süße Röte, seine Haare waren diesmal nicht mit Gel zurückgeschmiert worden. Eine Zeit lang trug Draco sie natürlich, - je länger sie allerdings wurden, desto weniger Geduld bewies er bei seinem Styling. So griff er wieder zum Gel und die Sache war damit erledigt. Mittlerweile reichten ihm die Haare bis zum Kinn, was Blaise ziemlich schick fand. Er mochte es lieber, wenn Draco die Haare natürlich trug. Es gab ihm einen verwegenen Look, doch Draco hatte ihm niemals geglaubt.
"Ja, du siehst toll aus. Komm schon, wir müssen los. Frühstück fällt leider aus.", knurrte Blaise, er hatte sehr wohl Hunger. Und trotzdem ließ er seinen besten Freund niemals im Stich - umgekehrt war es genauso.
"Ich glaube dir zwar nicht, aber gut.", beeilte sich Draco zu sagen, sprang in seine Hosen, zog sich die Krawatte zu Recht. Fehlten nur noch der Umhang und die Schuhe. Blaise grinste wieder, als Draco sich prüfend im Spiegel begutachtete und mit seinem Aussehen einfach nicht zufrieden war. Während Draco noch immer nörgelte und an seinen Haaren herumzupfte, zog Blaise ihn hinterher - direkt zum Zaubertrankunterricht. Schnaufend setzten sie sich auf ihre Plätze - Partnerarbeit stand noch immer auf dem Programm. Der linke Platz neben Draco war leer, also verspätete sich Potter wieder einmal. Diesen Gedanken gerade fertig gedacht, ließ sich Harry keuchend neben ihm nieder, rutschte in den Sitz und japste nach Luft.
"Wieder einmal zu spät, Potter?", schnarrte Draco wie immer, Harry betrachtete ihn von der Seite her. Anstatt sauer zu sein, fing Harry atemberaubend zu grinsen an. Draco hasste Potters gute Laune. Und dieses Grinsen war einfach unglaublich... beschissen.
"Das sagt wohl der Richtige.", kicherte Harry eingehend, Draco hob eine Augenbraue an.
"Wieso?"
"Weil du deine Haare offen trägst, deine Krawatte schief sitzt und dein Umhang nicht so sorgfältig wie immer auf deinen Schultern liegt. Ach ja, dein Hemd lugt aus der Hose hervor, wobei dein Gesamtstyling heute um einiges besser aussieht, als vor einer Woche.", murmelte Harry leise und musterte den Slytherin ungeniert. Draco riss die Augen auf, war beinahe sprachlos. War das eben ein Kompliment gewesen? Von Potter? Gerade als er antworten wollte, rauschte Snape an ihnen vorbei - der Unterricht begann. Kessel wurden aufgestellt, erhitzt, Zutaten gesammelt. Harry murrte kein einziges Mal, als Draco ihm Anweisungen gab. Selten hatten die beiden so perfekt zusammengearbeitet wie jetzt, und dies irritierte Draco ein wenig.
"Potter! Hören Sie überhaupt zu? Ich fragte Sie welchen Trank wir heute brauen!", donnerte Snape los, Harry wirkte auf einmal verlegen. Wieso musste er auch Draco von der Seite her mustern?
"Ähm, tut mir Leid, Sir. Welchen Trank wir heute brauen, Sir?", versuchte Harry Zeit zu schinden, doch wurde er immer nervöser. Er bemerkte die mitleidigen Blicke seiner Freunde, und trotzdem wusste er die Antwort nicht. Plötzlich wurde ihm eingesagt, Harry räusperte sich.
"Ich glaube, es ist der Alraunentrank, Sir.", gab er leise von sich, Snape schien erstaunt zu sein. Langsam verzog er sein Gesicht, denn die Antwort...
"..das ist richtig, Potter! Kann mir jemand erklären, was dieser Trank bewirkt? Zabini!", wandte er sich an Blaise, der natürlich die Antwort wusste. Harry beäugte Draco misstrauisch, der starr auf den Tisch blickte.
"Danke sehr.", flüsterte er leise und grinste ihn ehrlich an. Dracos Miene blieb eisern, trotzdem nickte er.
"Gern geschehen.", flüsterte er zurück, Harry verschlug es die Sprache. Beide konnten nicht glauben, da sie das erste Mal normal miteinander umgingen, und trotzdem war es schön diese Erfahrung zu sammeln.
"Ach, Malfoy?", wisperte Harry weiter, denn die Fragestunde hatte noch kein Ende.
"Was denn.", murrte Draco und fing an die Zutaten zu zerkleinern.
"Schicke Frisur. Passt dir besser als mit Gel.", räusperte sich Harry und machte es Draco sofort gleich. Hastig zerkleinerte er die Zutaten, bemerkte nicht Dracos erstaunten Blick. Der Blonde konnte es nicht fassen, doch dieses Kompliment freute ihn ein wenig. Na wenn Potter dies sagte, musste es ja etwas zu bedeuten haben, oder?
"D-Danke.", stotterte Draco, doch bald hatte er sich unter Kontrolle.
"Bist du fertig? Dann fangen wir an. Halte dich an meine Anweisungen und der Trank wird perfekt.", erklärte Draco ruhig, Harry nickte sofort und rückte ein Stück auf. Normalerweise hätte Draco sofort zu keifen angefangen, doch diesmal ließ er es zu. Es wirkte beinahe vertraut und Draco gefiel der neue Gedanke.
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"Harry? Was war das denn vorhin?", erkundigte sich Ron neugierig, Harry zuckte mit den Schultern.
"Was meinst du?"
"Malfoy hatte dir doch die Antwort eingesagt, oder?", kam Hermine Ron zur Hilfe, Harry grinste ein wenig.
"Ja, das hat er.", gab er zu, Ron und Hermine starrten ihn sprachlos an.
"Wer hätte das gedacht. Malfoy hilft Harry! Ich fasse es nicht!", lachte Seamus los, Neville kratzte sich am Kopf. Schon wieder war sein Kessel in die Luft gegangen, doch Pansy trug diesmal die Schuld, was auch Snape gesehen hatte. Zu dumm dass dies geschah, als Snape direkt neben ihnen gestanden hatte.
In Verteidigung gegen die dunklen Künste fühlte sich Harry am wohlsten, jedoch bemerkte er Draco Malfoys Schwierigkeiten. Während Remus Lupin die Klasse anwies an ihren "Patronus" zu arbeiten, schritt Harry auf Malfoy zu und bemerkte dessen verbissenes Gesicht.
"S-Soll ich dir helfen?", erkundigte sich Harry, Malfoy schnaubte.
"Ich brauche keine Hilfe von dir, Potter!", schnarrte Draco los, Harry seufzte. Schade, hatte er sich wohl doch eingebildet, dass Draco Malfoy in Begriff war sich zu verändern. Langsam machte er wieder Kehrt, hörte ein kleines Wispern hinter sich.
"Ich kann den Zauber nicht." Harry blieb stehen, spitzte seine Ohren und übersah geflissentlich die eindringlichen Blicke von Ron, Hermine, Seamus und Neville. Dean war mit üben beschäftigt.
"Wie?", drehte sich Harry umher und eilte zu Draco, der mit hängenden Schultern zu Boden sah.
"Ich kann diesen verfluchten Zauber noch immer nicht. Ich frage mich ehrlich wieso wir den noch üben. Der dunkle Lord ist gestürzt und wir haben noch immer dieses beschissene Fach.", knirschte Draco mit den Zähnen, Harry dachte kurzzeitig nach.
"Ja, aber es sind noch immer nicht alle Todesser gefangen worden, weißt du? Damit du dich verteidigen kannst, falls diese Mistkerle Dementoren auf dich hetzen....."
"Als würde einer der Todesser einen Dementor auf mich hetzen. Mein Vater starb in der Schlacht und wurde bis heute nicht als Verräter enttarnt. Nicht einmal du wusstest, dass mein Vater für eure Seite arbeitete.", gab er klein bei, Harry allerdings blieb ruhig.
"Doch, ich wusste es. Und ich wusste auch, dass du niemals ein Anhänger von Voldemort werden wolltest. Lucius Malfoy hatte die Zeremonie so lange wie möglich hinausgeschoben, was nur gut für dich war. So konnte ich Voldemort kalt machen und du musstest kein Todesser werden.", erklärte Harry ruhig, Draco starrte ihn geschockt an.
"Verflucht, Potter! Was weißt du nicht?", keuchte Draco leise, Harry grinste.
"Keine Ahnung, wir können ja mal alles durchgehen, oder?", zwinkerte Harry belustigt, Draco grinste schmal.
"Und jetzt zu deinem Problem. Woran liegt es denn?", erkundigte sich Harry weiter, Draco wurde leicht rötlich um die Nase.
"Na ich bekomme den einfach nicht hin.", flüsterte er leise, beide wurden von Remus beobachtet, der diese Szene mit Genuss verfolgte. Nicht nur ihm, auch der gesamten Klasse war aufgefallen, dass die beiden Erzrivalen sich halfen.
"Du musst, wenn du ihn aussprichst an etwas Schönes denken. Etwas, was dich unglaublich glücklich macht.", nuschelte Harry eingehend, Draco runzelte die Stirn.
"Ich kenne kein solches Ereignis.", gab Draco zu, Harry schien geschockt.
"Nichts, was dich jemals so richtig glücklich gemacht hat?", hackte Harry nach, Draco verneinte.
"Das kann aber nicht sein, Malfoy. Komm schon. Es muss etwas geben, was dich glücklich machen könnte. Hm? Irgendwas?", fragte Harry verzweifelt, Draco sah nachdenklich zu Harry.
"Ja, vielleicht gäbe es da etwas, was mich glücklich machen würde. Ich werde es einfach versuchen.", räusperte sich Draco und streckte seinen Zauberstab aus.
"Gut so. Komm schon, Malfoy. Konzentriere dich.", haspelte Harry nervös, Draco tat dies. Als der den Zauber sprach, explodierte seine Spitze, doch kein Wesen kam zum Vorschein. Sehr enttäuscht und sauer wollte er aufgeben, verschwinden, doch Harry hielt ihn zurück.
"Nicht aufgeben, komm schon - noch Mal. Du schaffst das. Ich weiß es! Konzentriere dich stärker auf das Ereignis.", gab Harry nicht auf, Draco musterte ihn nicht glaubend.
"Meinst du?", fragte er leise, Harry nickte eifrig und schenkte Draco ein Lächeln, welches sogar den Schnee schmelzen ließ. Also versuchte es Draco nochmals, verstärkte seine Bemühungen und biss die Zähne zusammen. Seine Augenlider schlossen sich, hart rief er den Spruch aus. Als er Harrys keuchen neben sich hörte, riss er die Augen auf, Glücksgefühle breiteten sich in ihm aus. Sein Patronus war mächtiger und größer - vor allem schimmernder als die von allen anderen. Ein silberner Drache fauchte die Schüler an, wartete auf Befehle.
"Wunderschön.", hauchte Harry beeindruckt und fing zu klatschen an.
"Ich sagte es ja! Du kannst es!", rief er begeistert auf, Dracos Gesicht strahlte. Nun musste Harry seinen Patronus zeigen, wobei der Hirsch und der Drache miteinander zu spielen anfingen. Beide lachten befreit auf, auch Remus freute sich. Er liebte dieses Fach und belohnte Gryffindor und Slytherin mit jeweils 20 Punkten. Zufrieden beendete er die Stunde, nur wenige hatten den Patronus geschafft. Während Draco selig grinsend von Dannen zog und von Blaise ausgefragt wurde, folgten Harry, Ron, Hermine und die anderen aus Gryffindor. Auch Harry wurde ausgefragt, doch schwieg er grinsend.
"Leute? Ich muss noch etwas nachfragen. Wartet nicht auf mich, ja? Wir treffen uns dann später wieder, okay?" Harry hatte es eilig, rannte hinter Malfoy her. Als er ihn einholte, hielt er ihn kurzzeitig am Ärmel fest, ging sofort wieder auf Abstand.
"Was gibt´s, Potter?", schnarrte Draco ein klein wenig, doch seine Augen funkelten.
"Ich will ja nicht neugierig erscheinen, aber ich würde so gerne wissen welches Ereignis du dir ausgesucht hattest. Also ich meine, welchen glücklichen Moment du ausgesucht hast.", plapperte Harry munter darauf hin los, Draco grinste ein wenig.
"Das kann ich dir nicht sagen, Potter. Denn du bist viel zu neugierig, meines Erachtens nach.", gab er übermütig von sich, Harry schmollte ein wenig und Blaise fing leise zu lachen an.
"Bitte, Malfoy! Nur einen kleinen Tipp! Dein Drache war so schön groß! Vielleicht kann ich ja etwas von dir lernen? Malfoy!", maulte er los, Draco fing ebenfalls zu lachen an und schüttelte amüsiert den Kopf. Er mochte es, wenn Harry schmollte und vor Neugierde beinahe platzte. Schlecht konnte er Harry verraten, dass er an eine mögliche Freundschaft zwischen ihnen gedacht hatte.
"Nein."
"Bitte!" Harry gab einfach nicht auf und Blaise verkrümelte sich schief grinsend. Draco hatte sich verändert, und das zum Positiven. Anscheinend verstanden sich die beiden nun, was Draco viel umgänglicher machte. Und Pansy? Die gab es langsam auf, obwohl Draco ihr sehr wohl mitgeteilt hatte, dass Schluss war. Sie wollte einfach nicht aufgeben, aber mit der Zeit merkte sie sehr wohl, dass ihre Bemühungen umsonst waren. Harry und Draco triezten sich beinahe liebevoll weiter, lachten zeitweise auf und schritten wie Freunde zum nächsten Unterricht. Als sie auf ihrer Strecke leises Stöhnen hörten hielten beide inne. Neugierig und doch ein wenig rot um die Nasen, sahen sie sich an, folgten diesem Geräusch.
"Ich fasse es nicht. Frage mich wer hier wen vögelt.", gluckste Draco ein wenig, Harry grinste schief.
"Vor allem so knapp nach dem Unterricht! Wir sollten die beiden in Ruhe lassen und...." Abermals hielten sie inne, da sie weiteres stöhnen vernahmen - jedoch von zwei Jungs. Harry wurde leicht weiß im Gesicht, Draco bemerkte es sofort.
"Potter? Was hast du denn?", meinte Draco etwas irritiert, Harry schoss auf eine der Türen zu.
"Hey! Du kannst da nicht einfach hineinplatzen! Mann, Potter!", stieß Draco panisch aus, doch Harry hörte nicht auf ihn. Hastig angelte er sich seinen Zauberstab, hielt ihn ans Schloss und sprengte beinahe die Türe auf. Was er dann sah, verschlug ihm den Atem.
"Oh Scheiße!", keuchte Draco mit großen Augen, doch von Harry kam kein Mucks. Zwei junge Männer liebten sich hingebungsvoll auf einen der Tische, wobei der unten liegende immer lauter aufschrie, sich seinem Geliebten entgegenreckte. Der Aktivere der beiden, der heftig in den willigen Körper stieß, hielt kurz inne, grinste Harry und Draco gehässig an und stieß nun härter zu. Der Junge unter ihm schrie laut und lustvoll auf, drehte seinen Kopf und riss schockiert seine Augen auf. Beim nächsten Stoß kam er zum Orgasmus, schrie Harrys Namen, da er gerade diesen im Türrahmen stehen sah. Jonas Smith wurde gerade von Theodore Nott in den Himmel gevögelt, was Harrys Herz brechen ließ.
Während Jonas zu wimmern anfing, sich noch immer erholen musste, grinste Theo teuflisch und zog sich nach seinem stöhnenden Erguss sanft zurück, reinigte sich und zog sich die Hose an. Harrys Augen brachen, tiefe Trauer und Wut, sowie Betäubung spiegelte sich in ihnen. Draco bemerkte dies sofort, wallender Hass flammte in ihm auf. Keuchen durchbrach die Stille, Draco blickte von einem weinenden Jonas zu einem fies grinsenden Theodore - danach sah er zu Harry. Dracos Sinne standen in Alarmbereitschaft, so wie Harry sich verhielt. Langsam schüttelte der Schwarzhaarige den Kopf, stolperte rückwärts, drehte sich umher und hetzte durch die Gänge.
"POTTER!", schrie Draco ihm hinterher, doch dieser schlidderte gerade um die nächste Ecke. Mit blitzenden Augen betrachtete Draco angewidert die beiden Jungs, wobei Jonas hastig seine Kleidung zusammensuchte und sich in eine Ecke kauerte.
"Ich wusste schon immer, dass du ein verficktes Arschloch bist, Smith. Du bist mehr als erbärmlich. Kehre in dein dreckiges Loch zurück, du hast den Stellenwert unserer Schule nicht verdient. Und was dich angeht - Nott, du bist wirklich scheiße.", spie er gehässig aus, Theo zuckte nur die Schultern.
"Mann, reg dich ab! Potter wollte ihn nicht ranlassen, dabei war der Süße hier doch so notgeil. Was kann ich denn dafür, wenn er sich mir so an den Hals schmeißt? Ich bin auch nur ein Mann und er sieht verdammt heiß aus. Potter ist selber Schuld.", gab er ruhig von sich, Jonas Schluchzen wurde immer lauter.
"Vergib mir, Harry.", hörte Draco die Worte, doch wendete er ohne ein Wort zu sagen und rannte Harry hinterher. Es war ihm scheiß egal mit welchen Schuldgefühlen Smith zu tun hatte, er hatte seinen Potter verletzt! Hastig überlegte er wo Harry hingelaufen sein könnte, schlidderte nun ebenso um die nächste Ecke und sprintete weiter. Seine Lungen taten ihm schon weh, aber er war sich sicher, dass Harry ihn nun brauchen würde. Plötzlich hörte er ein herzzerreißendes Schluchzen, dem er natürlich sofort folgte. Als er um die nächste Ecke bog, lehnte Harry an der Mauer an, hielt seine Hände vors Gesicht und weinte bitterlich. Seine Schultern zuckten, während er langsam die Mauer hinabrutschte.
Draco wusste nicht was er tun sollte, kam langsam näher und versuchte dabei zu Atem zu kommen. Zwei Blicke reichten aus um sich zu vergewissern, dass sie alleine waren.
"Hör mal, Potter. Vergiss diesen Scheißer einfach. Er war es nicht wert, verstehst du?", versuchte es Draco wie ein Elefant im Porzellanladen, Harry reagierte sofort. Langsam ließ er seine Hände sinken, ein verquollenes Gesicht mit roten Augen und tränennassen Wangen kam zum Vorschein.
"WAS WEIßT DU SCHON DARÜBER, MALFOY! Ich habe diesen Scheißkerl geliebt und er lässt sich von einem anderem ficken! Sieht mir dabei sogar ins Gesicht und spritzt mit meinem Namen auf den Lippen ab! Ich dachte wirklich er liebt mich!!!!! DU HAST KEINE AHNUNG WIE SICH DAS ANFÜHLT! WIE KONNTE ICH NUR GLAUBEN, DASS MICH JEMALS JEMAND LIEBT!!!!! LÜGEN, ALLES VERDAMMTE LÜGEN!!", schrie Harry aufgebracht und hysterisch aus, Draco verschlug es die Sprache.
All die Trauer, der Schmerz waren beinahe greifbar, ergriffen sogar sein Herz. Er spürte diese Gefühle so intensiv und wollte eigentlich nur noch handeln. Damals war er mit einer heulenden Pansy konfrontiert gewesen, wusste auch nicht wie er damit umgehen sollte. Bei Potter würde er es sicherlich auch falsch machen. Trotz all dieser Warnungen, die sein siebter Sinn ihm zurief, schritt er näher und zog Harry einfach in die Arme. Harry wehrte sich mit Händen und Füßen, kratzte und trat um sich, schrie hart auf und schluchzte bitterlich. Draco biss die Zähne zusammen, hielt ihn eisern fest und merkte mit der Zeit wie Harry in sich zusammensank und leise wimmerte. Zusammen sanken sie auf den Boden, Harry saß verdreht zwischen Dracos Beinen.
"Schon gut, Potter. Schon gut. Lass es raus, okay? Ich kenne mich in der Tat nicht so gut damit aus, hatte noch nie Liebeskummer oder mein Herz verschenkt. Aber es muss sehr wehtun, wenn du so reagierst. Du liebtest ihn wirklich, was? Aber ihr ward doch glücklich, oder? Was ist passiert?", fand er endlich den richtigen Faden, Harry schluchzte noch immer und drückte sich sogar noch näher an Draco, klammerte sich fest an ihn. Der Geruch von Harry strömte in Dracos Nase, den er zufrieden einzog.
"Ich... ich....kann nicht.", schluchzte Harry herzzerreißend, Draco verstand und hielt ihn einfach nur fest. Hastige Schritte erklangen, die nun direkt vor ihnen verklangen. Langsam hob Draco seinen Blick, welcher einen etwas verheulten Jonas einfing.
"Was willst du denn hier!", schoss er ihm voller Hass entgegen, Jonas wirkte schuldbewusst.
"Ich... ich wollte mit Harry sprechen.", wisperte er leise, neue Tränen bildeten sich in seinen schönen Augen.
"Verschwinde! Potter will nicht mit dir reden! Siehst du nicht was du mit ihm angestellt hast? Bist du so blind? Du hast ihn verletzt und das steht dir nicht zu! Der einzige der ihn verletzten darf bin ich! Ich habe als einziger das Privileg dazu! Du kommst hier einfach so angeschneit und nimmst mir meinen Lieblingsstreitpartner weg! Stiehlst sein Herz und zerreißt es in Stücke, indem du dich von Nott durchvögeln lässt! VERSCHWINDE! SOFORT!!! HAU AB!", schrie er ihm entgegen, Harry zitterte in seinen Armen und schluchzte noch immer. Ein jedes Wort traf wie Hiebe, ließ den jungen Jonas Smith zusammenzucken. Verzweiflung spiegelte sich in seinen Augen und trotzdem gab er resigniert auf.
"Es tut mir so Leid, Harry. Ich kann es nicht ungeschehen machen. Ich machte einen Fehler, wollte dich nicht verletzen und...", versuchte er es ein letztes Mal, doch Harry reagierte nicht auf ihn. Anscheinend stand er unter Schock. Draco knurrte und fletschte beinahe seine Zähne.
"ICH SAGTE, DU SOLLST VERSCHWINDEN! ZIEH LEINE, ODER ICH MACHE DICH FERTIG!", brüllte er ihn an, Jonas Tränen liefen die Wangen hinunter.
"Harry... ich liebe dich noch immer... verzeih mir, bitte.", wimmerte er, fing selber zu weinen an. Als Jonas den Hass von Draco spürte und ebenso bemerkte, dass Harry nicht auf ihn reagierte, drehte er sich um und schlurfte betrübt und weinend den Gang entlang. Nur noch 4 Tage, dann musste er sowieso wieder zurück nach Durmstrang. Draco sah ihm nach, atmete tief durch und drückte den schluchzenden Körper weiterhin an sich.
"So ein blöder Idiot! Wagt er es tatsächlich noch von Liebe zu sprechen! Wenn man jemanden liebt, dann betrügt man ihn nicht! Ich kann davon sehr wohl ein Lied singen, denn ich liebte noch nie. So konnte ich bisher niemals in so eine Situation gelangen. Tz - Liebe.", schnarrte er leise und streichelte abwesend über Harrys Haar. Das Wimmern wurde leiser, Harry schlief vor Erschöpfung ein. Er hatte keines der Worte von Draco oder Jonas mitbekommen, war in seinem Schmerz gefangen gewesen. Draco seufzte und lehnte sich an der Wand an. Langsam sah er auf Harry hinab, zog ein Taschentuch hervor und wischte behutsam Harrys Gesicht trocken.
"Verflucht, Potter, heul nicht wegen diesem Arsch, er ist es einfach nicht wert. Wahre Liebe betrügt nicht, so einfach ist das.", murmelte er leise, wischte weiterhin Harrys Gesicht trocken. Als er das Tuch wegsteckte, spreizte er seine Finger ab, ließ seine Handfläche zaghaft über Harrys Gesicht gleiten. Fingerspitzen berührten das erhitzte Gesicht, beinahe zärtlich streichelte er über Harrys Wange. Seufzend richtete er sich langsam auf, hob Harry auf seine Arme und schritt mit ihm Richtung Gryffindorturm.
"Du bist mein Potter und sonst von keinem anderen. Mein Potty-Baby.", murrte er leise und drückte den federleichten Körper fester an sich. Er fühlte sich stark, da er für Harry das erste Mal da gewesen war, das erste Mal ihm helfen konnte. Keine Granger oder Weasley. Nein, diesmal war es ein Malfoy. Draco schien tief in Gedanken zu sein, da er den heimlichen Beobachter nicht bemerkte. Dieser war kein geringerer als ein grinsender Zabini, der so einen gefühlvollen Draco Malfoy noch nie zu Gesicht bekommen hatte. Wie es schien, hatte Draco einen Narren an Potter gefressen - so, wie er es immer vermutet hatte. Natürlich tat ihm Potter Leid, hatte hart schlucken müssen, als dieser so wild um sich schlug und in Dracos Armen zusammenbrach. Er konnte verstehen, was Harry durchmachte, doch war er stolz auf seinen besten Freund, da dieser sich um Harry Potter kümmerte. Rührend kümmerte.
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"Lass mich rein, du alte Schachtel!", spie Draco der fetten Dame entgegen, doch diese weigerte sich beharrlich.
"Du bist aus Slytherin, dich lasse ich nicht hinein!", gab sie genervt zu verstehen, Draco knurrte.
"Und ich halte hier einen Gryffindor in meinen Armen! Du siehst doch, dass es Potter nicht gut geht! Mach verdammt noch einmal auf!", rief er außer sich vor Wut aus, als neben ihm jemand das Passwort nannte. Erschrocken wirbelte Draco umher, zog Harry noch dichter an sich und glotzte sein Gegenüber dümmlich an.
"Was hast du mit Harry gemacht?", traute sich Neville zu fragen, der als erster vom Mittagessen zurückkehrte.
"Ich habe nichts mit ihm gemacht, Longbottom! Diese miese Ratte von Smith hat ihm das Herz gebrochen und ich habe ihn so gefunden. Hätte ich ihn liegen lassen sollen?", schnarrte er los, Neville kratzte sich verlegen den Kopf.
"Nein, aber... du und helfen?", traute er sich zu fragen, Draco knurrte abermals.
"Kann dir doch egal sein. Wo ist euer Schlafraum?", erkundigte sich Draco und schritt voran durch den Gemeinschaftsraum.
"Das kann ich dir nicht sagen, Malfoy! Gib mir Harry, ich regle das schon.", kam es hart von Neville, Draco funkelte ihn wild an.
"Longbottom!", zischte er gefährlich, da er Harry sicherlich nicht freiwillig hergeben würde.
"Schon gut, schon gut.", beeilte sich Neville zu sagen, beide hörten hinter sich einen kleinen Schrei.
"HARRY!", rief Hermine aus, eilte zu ihrem eingeschlafenen Freund, Ron folgte.
"Fragt nicht, folgt mir einfach.", kommandierte Draco und stieg die Treppen zum Schlafsaal hoch. Neville war vorausgegangen, sagte kein Wort mehr.
"Lass ihn los, Malfoy! Ich nehme ihn!", zeterte Ron los, Draco schnaubte.
"NEIN!"
"Arsch.", fauchte Ron, doch Draco hörte nicht auf ihn. Dean und Seamus kamen hinzu, unterhielten sich leise mit Hermine, die das ganze ziemlich eigenartig fand.
"Und er lässt Harry nicht los?", fragte Seamus leise nach, Hermine nickte.
"Nein, er gibt ihn um keinen Preis her. Sehr eigenartig.", schlussfolgerte sie leise, Seamus grinste.
"Würde ich nicht meinen.", überlegte er laut, Ron drehte sich zu ihm.
"Wie meinst du das, Seamus?", kam es sogleich, doch Seamus lächelte und schwieg. Auch Hermine hatte schon einen Verdacht, aber das konnte doch nicht sein, oder?
Als sie alle im Schlafsaal eintrafen, legte Draco Harry behutsam auf dem Bett ab, zog die Decke über ihn und setzte sich direkt neben ihn aufs Bett. In Gedanken versunken und Kopf schüttelnd starrte er auf Harrys Gesicht, stand nun auf und schlenderte einfach so ins Badezimmer.
"Wo will er denn hin?", fragte Neville in die Runde, alle zuckten die Schultern. Draco kam mit einem nassen und kalten Lappen zurück, setzte sich wieder zu Harry und tupfte damit sein Gesicht ab.
"Und was sollte das werden, wenn es fertig ist?", zischte Ron, Draco strafte ihn mit einem scharfen Blick und hielt kurzzeitig inne.
"Sein Gesicht ist vom weinen geschwollen, du Dorftrottel! Hattest du das noch nicht bemerkt? Damit er, wenn er wieder munter wird, normal aussieht, muss die Schwellung abklingen. Und mit was macht man das?", kam es gelangweilt und genervt von Draco. Ron wollte sich schon auf ihn stürzten, doch die anderen hielten ihn einfach auf. Schnaubend drehte sich Draco wieder zu Harry, legte ihm den kalten Lappen über die Augen und stand auf.
"Sagst du uns jetzt was passiert ist? Wieso kümmerst du dich auf einmal um Harry?", erkundigte sich Dean eingehend, traute er dem Slytherin nicht über den Weg. Draco griff sich an die Stirn und rieb sie, überlegte und holte danach tief Luft. Dann fing er zu erzählen an, leise, überlegend. Die Freunde von Harry zogen scharf die Luft ein und lebten richtig mit, als Draco anfing Jonas Smith übelst zu beschimpfen.
"Er hat es gewagt Potter weh zu tun! Der einzige der das darf bin ich! Und wie soll ich das weiterhin machen, wenn er nicht wieder fit ist? Kümmert euch gefälligst um ihn, oder sagt Pomfrey Bescheid. Ich glaube wohl kaum, dass Potter noch in den Unterricht gehen wird.", sprach er alle an, die ihn etwas verdutzt ansahen.
"Aber du streitest nur noch selten mit Harry.", gab Hermine zu bedenken, Draco wurde ein wenig rot um die Nase. Trotz allem behielt er seine Maske auf, sah sie alle eingebildet an und schnalzte mit der Zunge.
"Kann sein, aber das ist meine Sache. Verrückt, wie sich einiges ändern kann. Es gibt Dinge die man eben ändern muss - wir alle verändern uns. Vielleicht will ich ja nicht mehr all zu oft streiten, ich bin es einfach nur leid. Aber wenn mir danach ist, dann darf nur ich das und kein anderer. Und wenn dieser Smith ihm zu nahe kommt, dann...." Draco ließ seine Knöchel knacken, Ron grinste schief.
"Endlich sind wir da einer Meinung.", kam es kalt von Ron, Draco nickte grimmig.
"Ich verschwinde dann wieder..." murmelte Draco ein wenig befangen, war er doch im Nest der Löwen. Er überlegte kurz, schritt dann aber nochmals zu Harry. Kurz legte er den Lappen weg, ließ abermals seine fünf Fingerkuppen über Harrys Gesicht wandern.
"Dummes Potty-Baby. Du bist unverbesserlich. Verschenkst einfach so dein Herz. Und zwar einem Vollidioten.... Mann, Potter, von dir hätte ich besseres erwartet. Dieses Arschloch war es nicht wert, schnall es endlich!", schnarrte er gegen Schluss. Den Lappen wieder platziert, marschierte er hoch erhobenen Hauptes aus der Türe und verschwand. Verwunderte sahen ihm die Freunde nach, Seamus und Dean grinsten. Hermines Augen glitzerten und Neville machte sich Sorgen um Harry. Ron verstand nur Bahnhof, fragte sich was in Malfoy gefahren war.
°°°°
Als Harry wieder aufwachte, wusste er vorerst nicht wo er sich befand und wie er hierher gekommen war. Schlimme Erinnerungen fluteten sein Gehirn, ließen neue Tränen aufsteigen. Anscheinend war es gerade Nacht, da der Schlafsaal in Dunkelheit gehüllt war. Hatte er den Unterricht verpasst? Wieso hatte ihn niemand geweckt? Harry gestand sich jedoch ein kein Interesse daran zu haben, ob er den Unterricht des letzten Tages geschwänzt hatte, oder nicht. Er wusste nicht, dass seine Freunde alles in die Wege geleitet hatten, Harry entschuldigten.
Schmerz breitete sich in seinem Körper aus, zerriss sein Herz abermals. Ja, er konnte sich wieder an alles erinnern, bis er den Filmriss hatte. Heiße Tränen liefen ihm über die Wangen, Harry drückte sein Gesicht ins Kissen und schluchzte leise auf. Nur so am Rande bekam er mit, wie sich die Matratze unter einem anderen Gewicht senkte, ihm jemand über den Kopf streichelte.
"Ach Harry. Ich weiß nicht wie ich dir helfen kann, ehrlich, Mann. Aber ich bin für dich da. Liebeskummer ist scheiße, was?", wisperte Ron ein wenig verschlafen, doch legte er sich zu ihm und nahm ihn wortlos in den Arm. Lächelnd bemerkte er Seamus, der nicht weniger verschlafen wirkte und durch den Vorhang lugte.
"Alles okay bei Harry? Soll ich bei ihm bleiben?", flüsterte er leise, damit die anderen nicht aufwachten.
"Nein, geht schon. Ich bleibe diese Nacht bei ihm.", nickte Ron ernsthaft, Seamus verzog sich wieder. Allerdings nicht, bevor er Harry durch die Haare wuschelte und ihm leise zu verstehen gab, dass es bald wieder aufwärts gehen würde.
°°°°
Drei Tage vergingen und Harry wollte nicht aus dem Bett kommen. Wie es ebenso schien, hatte er sich eine Erkältung zugezogen. Poppy wurde sofort alarmiert, die auf Wunsch von Dumbledore sogar Hausbesuche machte. Eine Phiole und gut gemeinte Ratschläge später verschwand sie wieder. Besorgte Freunde kümmerten sich rührend um Harry, flößten ihm den Trank ein. Sie hofften, dass Harrys Fieber bald wieder senken würde.
"Tschüs, Harry, wir müssen wieder zum Unterricht. Wenn Mittag ist, bringen wir dir etwas zu Essen mit. Halte bis dahin durch, ja? Wir sind immer für dich da.", wisperte Hermine leise, küsste einen abwesenden Harry auf die Wange. Auch die anderen verabschiedeten sich betrübt, hatten sie Harry noch nie so traurig gesehen. Als die Türe sich schloss war Harry ganz alleine, wusste nicht wie schlimm er eigentlich aussah. Noch einmal dachte er über sich und Jonas nach, was schief gelaufen war. Nur weil er "nein" gesagt hatte, trieb er seinen damaligen Freund in die Arme eines anderen? Von wegen Liebe! Wenn man liebt, dann betrügt man nicht - rief er sich in Erinnerung.
Harry durchlief alle Stadien eines Liebeskummers. Unendliche Trauer und Schmerz, danach folgte die Taubheit der Gefühle. Schließlich kam Resignation zum Vorschein und zum Schluss war es nur noch Wut und Hass. Langsam richtete sich Harry auf, sein Herz klopfte hart in der Brust, da sein Kreislauf noch immer instabil war. Schwindel erfasste ihn, doch musste er sich ein wenig bewegen. Nun fiel ihm auch ein, dass Jonas heute abreisen würde. Sollte er sich von ihm verabschieden? Eigentlich war er es nicht mehr wert. Harry jedoch wollte miterleben wie sich Jonas verhielt. Mit letzter Kraft kleidete er sich warm an und zog sich den Tarnumhang über den Kopf. Da sämtliche Schüler beim Unterricht waren, stiefelte Jonas mit tiefer Trauer aus dem Schloss, drehte sich nochmals um und schniefte leise.
"Es tut mir so Leid, Harry. Du weißt nicht wie sehr. Leb wohl.", schluchzte er weiter, konnte sich immer und immer wieder selber ohrfeigen. Nur weil er notgeil gewesen war, hatte er sich zum Sex verleiten lassen. Ja, er war sauer gewesen, weil Harry ihn abgeblockt hatte. Doch war dies noch lange kein Grund ihn deshalb zu betrügen. Endlich hatte er seine Liebe gefunden und dann machte er so einen riesigen Fehler.
"Ich verzeihe dir.", erklang die leise Stimme von Harry dicht neben seinem Ohr. Erschrocken resignierte er ebenso, wie er hinter einen Baum gezogen wurde, Harry sich den Tarnumhang abstreifte.
"Harry", wisperte er leise, Tränen schimmerten in seinen schönen Augen.
"Jonas.", gab Harry ruhig und müde von sich, sah seinen Ex-Geliebten hart in die Augen.
"Bitte, Harry, es tut mir wirklich aufrichtig Leid. Ich weiß, dass alles was ich sage nicht unbedingt für meine Unschuld spricht, da ich es ja selber wollte, aber...."
"Ich sagte ja, ich verzeihe dir. Weißt du, Jonas, ich habe viel daraus gelernt.", erwiderte Harry etwas distanziert, Jonas blinzelte erstaunt.
"Ach, und was?", fragte er kleinlaut weiter, Harry seufzte.
"Ich habe lange darüber nachgedacht wieso ich mit dir nicht weiter gehen konnte. Einerseits ging es mir zu schnell und andererseits..."
"...andererseits war deine Liebe zu mir nicht groß genug, richtig?", unterbrach Jonas ihn bestimmt, Harry sah ihn traurig an.
"Vielleicht..", räumte Harry ein, Jonas wirkte betrügt.
"Obwohl du nie etwas davon gesagt hattest, wusste ich es. Ich bin nicht blind, Harry. Klar verliebtest du dich in mich, aber dein Herz gehört einfach jemanden anderen. Dann drängte ich dich auch noch, dir wurde alles zu viel und dann... dann fühlte ich mich gedemütigt und abgeschoben. Eben weil ich wusste, dass du mich niemals so tief lieben könntest, wie diesen anderen Jungen..."
"Wen.. wen meinst du denn?", hauchte Harry erschrocken, er kannte bereits die Antwort.
"Draco Malfoy. Harry, ich bin nicht blind. Trotzdem rechtfertig es nicht meinen Fehltritt. Anscheinend bin ich für Treue nicht gemacht und trotzdem habe ich mein Herz an dich verloren. Auch wenn es dir vielleicht nicht viel bringt, doch Theo hatte meinen Körper, es war nur Sex. Du jedoch hast mein Herz und das mache ich dir zum Geschenk. Danke, dass du derjenige warst, dem ich es schenken durfte.", lächelte Jonas unter Tränen, Harry schien sprachlos zu sein.
"Nur noch eines, Harry. Dürfte ich dich vielleicht um einen letzten Gefallen bitten?", fragte er leise, leicht fing er unter dem Andrang des Winters und dem Schnee zu zittern an.
Monstershot (auf zwei Chaps aufgeteilt) SORRY FÜR DIE VERSPÄTUNG!!!!
Kam doch tatsächlich Weihnachten auf mich zu, rauschte an mir einfach so vorbei. Das Chap kickte ich zwar gleich hinter her, aber es war wegen der Länge einfach zu langsam. Nachträglich schöne Weihnachten! Hoffe, er gefällt euch!
Der Titel kam zustande, als ich die Weihnachts-CD von "Ally McBeal" hörte
Disclaimer: mir gehören die süßen Typen leider nicht, auch nicht die Schauspieler - dabei würde ich Tom und Dan sofort adoptieren! °snief° Mir gehört nur die Idee, sowie ein unbedeutender Eigencharakter.
Rating: Slash R18 - was sonst. Lemon! Geeignet ab 18 Jahren!!!
Genre: leichtes Drama anfangs und dann wie immer Romanze (ich Schnulzkuh)
Pairings: Harry/??? (angedeutet und kurz), Draco/Pansy (angedeutet und kurz), und dann...
Hauptpairings: HARRY/DRACO!! °jubel und schrei°
Info: Ich ignoriere vollkommen Buch sechs!
Inhalt:
@Was kann der erste ungewollte und peinliche Kuss eines Jungen bei einem anderen Jungen anrichten?
@Wie verhält man sich, wenn die Gefühle durcheinander geraten, wenn man dachte hetero zu sein?
@Was tut man, wenn ein Austauschschüler für einen Monat zu Besuch kommt und dieser einer gewissen Person so verflucht ähnlich sieht?
@Wie hält man die Maske aufrecht, wenn man ein Trauma erlebt?
@Wie lebt man weiter und wo findet man sein Lachen und seine Freude wieder?
@Wann merkt man, dass eine neue Freundschaft entsteht, die wie eine blühende Blume aufgeht?
@Und kann der Weihnachtsmann einem den einzigen Wunsch, den man hat, erfüllen?
Das alles fragt sich Harry, der in dieser Story die Achterbahn der Gefühle erlebt. Ob Weihnachten wirklich das Fest der Liebe wird?
°;°;°;°;°;°;°;°
Ich hoffe ihr hattet ein schönes Weihnachtsfest und wünsche euch einen super Rutsch ins neue Jahr!
°;°;°;°;°;°;°
Knutschis an alle! Eure gugi und darkgugi, die wieder einmal mitmischt! °lach°
P.s. Für Kommis tun wir (ich und meine dunkle Hälfte) "fast" alles und wer eine Antwort wünscht, sollte mir die Mailadresse hinterlassen...
Danke im Voraus! Ihr seid klasse! Und vielen lieben Dank fürs Lesen und für die Kommis!
Hab euch lieb! °schnurr und Weihnachtskeksis verschenk°
°;°;°;°;°;°;°
Santababy by gugi28
Hogwarts
Schule für Zauberei und Hexerei.
Gemäuer, welches alt und gebrechlich wirkte und dennoch hart wie Beton allen Gefahren strotzte. Türme, die gigantisch in die Höhe ragten und bedrohlich den Himmel aufritzten.
Ruhig stand das Schloss am Gelände von Hogwarts, ließ nicht erahnen was sich innerhalb dessen abspielte. Von hyperaktiven Schülern, bis zu nervlosen Lehrern, deren Grenzen auf eine harte Probe gestellt wurde. Wieso dem so war? Es war doch immer die alte Leier - ziemlich alle in Hogwarts lebende Lehrer und Schüler könnten ein Klagelied darüber singen. Es gab nur einen einzigen Grund, und der hieß Draco Lucius Malfoy und Harry James Potter.
Das siebte Schuljahr bestand bereits aus einigen Monaten und ehe man es sich versah sollte Weihnachten anbrechen. Harry Potter erfreute sich über den Sieg von Lord Voldemort, hatte ihn erst vor kurzem zur Strecke gebracht. Seit diesem Moment konnte Harry leben wo er wollte und er entschied sich für Black Manor. Nicht, dass er sich zurückzog und in Selbstmitleid schwelgte - nein, er feierte bis sich die Wände bogen. Die Eltern der Weasleybande waren zwar nicht glücklich darüber, aber Harry war mit seinen 17 Jahren bereits volljährig und konnte tun und lassen was er wollte. Den Zwillingen kam es natürlich gelegen, so fehlten sie bei keiner Party. Zeitweise wurde über Harrys Leben berichtet - die Tagespropheten verbreiteten diese Neuheit in der gesamten Zauberwelt.
Wieder zurück an der Schule, holte ihn der liebe Alltag ein - Harry langweilte sich ein wenig. Jetzt, da er "Zeit" hatte sich um sein Leben Gedanken zu machen, wusste er nur wenig damit anzufangen. Die ersten Gedanken gingen natürlich Richtung "wie spreche ich ein Mädchen an und zwar richtig", bis zu "und wenn ich es geschafft habe, wie bekomme ich sie in mein Bett?" Harrys zweite und letzte Freundin war Ginny Weasley gewesen, die bei einer seiner Partys mit einem Jungen aus ihrer Jahresstufe zusammen gekommen war.
Einerseits freute sich Harry darüber, doch andererseits hatte er immer wieder die Hoffnung in sich getragen, dass sie eines Tages doch wieder zusammenkommen würden. Diese Seifenblase war zerplatzt, als Ginny ihm traurig lächelnd mitteilte, dass Harry eindeutig für eine andere Liebe bestimmt war. Harry wollte sie anschreien, sie schütteln und ihr sagen, dass dem nicht so war - doch... Irgendwo hatte sie leider Recht und sie wusste es früher als er selbst. Nun lag Harry in seinem unglaublich gemütlichen Bett und starrte an die Decke seines Himmelbettes. Er seufzte, verzog sein Gesicht und gab es langsam auf.
"Mann, mich will ja sowieso keine...", murrte er in sein Kissen, zog es dicht an sich heran und starrte unentwegt auf seinen Wecker.
"Gummipuppe gefällig?", kam es von seiner linken, ein leichtes Schmunzeln huschte über seine Lippen.
"Seamus! Nein!", rief er aus, kurz darauf erfolgte ein Lachen. Ja, seine Freunde versuchten ihn immer wieder aufzuheitern, denn mit Sicherheit gab es eine Besondere, die sein Herz erwärmen würde. Sie hielten ihm jedoch vor sich niemals anzustrengen. Diese Aussage machte Harry ein wenig stutzig. Trotz allem beschloss er nicht mehr darüber nachzudenken und den Dingen ihren Lauf zu lassen...
°°°°
Scheiß Schule, scheiß Zaubertrankunterricht, scheiß Snape und zur Hölle - scheiß Malfoy!
"Nimm deine beschissenen Hände von mir!", donnerte Harry los, der sich mit Malfoy am Boden umherwälzte. Malfoy gab ihm die Schuld daran bei der Partnerarbeit den Trank versaut zu haben. Sobald Snape nicht mehr im Raum war, stürzte sich der Malfoyerbe auf den arme Harry Potter, der absolut keinen Bock auf eine Rauferei hatte. Schüler standen um sie herum - feuerten sie an, oder versuchten sie auseinander zu halten.
"Ich mache dich fertig, Potter!", kreischte Malfoy los, seine Faust fand Harrys Magen. Harrys Bein hingegen seine Extremitäten. Kurzzeitig verzog Draco sein Gesicht, doch dann knurrte er voller Hass. Jähzornig schlugen und kratzten sie sich, rollten weiterhin am Boden umher und ließen sich durch nichts abbringen. Hermine und Ron waren geteilter Meinung, wobei Hermine die Samariterin spielen wollte - Ron hingegen feuerte Harry an und hätte am liebsten mitgemischt. Ein böser Blick von Hermine reichte aus, um dies zu verhindern. Die Lautstärke der Anfeuerungsrufe wurde immer lauter, übertönte sogar den gehässigen Kommentar von einem siegessicheren Draco Malfoy. Er bezwang Harry, pinnte ihn am Boden fest und saß nun rittlings auf ihm.
"Wie kann ich nur dein vorlautes, scheiß Maul stopfen? Hm, Potter? Du bist wirklich die größte Niete auf dieser Erde!", schnarrte er voller Hass, Harry setzte bereits zu einer gehässigen Bemerkung an.
"HALT... dein...Maul.. POTTER!", spie er ihm entgegen.
"Oder was..", zischte Harry mit irre funkelnden Augen, holte zum letzten Schlag aus. Mit einer einzigen Bewegung befreite er sich und griff Draco fest an die Kehle. Der Blonde röchelte, ließ auch Harrys andere Hand frei, um den eisernen Griff zu entkommen.
"Du blödes versnobtes Arschloch! Ich sagte du sollst von mir runter gehen!", schrie Harry los und wehrte sich mit Händen und Füßen. Malfoy wollte jedoch seine Machtposition nicht aufgeben, versuchte die flinken Hände von Harry wieder unter Gewalt zu bekommen.
"Und ich sagte, dass du endlich deine verfluchte Fresse halten sollst!", zischte Draco los. Im nächsten Augenblick tat er etwas, was er eigentlich so nicht geplant hatte. Hart presste er seine Lippen auf die von Harry, um sie kurz darauf wieder frei zu geben. Mit einem siegessicheren Grinsen ließ er von Harry ab, sah in ein erstarrtes Gesicht und setzte sich, noch immer auf ihm sitzend, ein wenig auf.
"Endlich hältst du dein loses Mundwerk und....." Draco riss die Augen auf - nicht, weil Pansy einen kleinen Schrei von sich gegeben hatte. Irgendwie mochte sie es nicht, wenn ihr Draco andere Personen einfach so küsste. Nein, es war etwas anderes.
"Potter?... Oh nein, sag jetzt nicht...", keuchte Draco los, als er sehr wohl bemerkte, dass Harry anscheinend leichte Probleme in der unteren Region bekam. Mit einem angeekelten Ausdruck im Gesicht sprang er in die Höhe, stolperte etwas nach hinten und wischte sich über den Mund.
"Potter! Du... du bekommst einen Harten?" Dracos Gesicht zierte ein sehr fieses Grinsen.
"Du Schwuchtel! Potter ist schwul!", rief er aus, Harry starrte ihn noch immer an und wurde weiß im Gesicht.
"Nein! Das bin ich nicht! Und ich reagiere keinesfalls auf dich!", schrie Harry panisch aus und rappelte sich hoch. Draco hingegen grinste noch immer, zog Pansy in seinen Arm und neigte seinen Kopf. Pansy seufzte, als Draco sie kurzzeitig auf den Mund küsste, es jedoch dabei beließ und Harry abermals gehässig angrinste.
"Du widerst mich an, Potter.", spie er verachtend aus.
Harry schüttelte immer wieder nicht verstehend den Kopf, das aufkommende Gelächter wurde immer lauter. Ja, Harrys Ruf war zerstört. Ohne auch nur ein Wort zu sagen, drehte er sich um, schnappte sich seine Tasche und rauschte aus dem Klassenzimmer.
"Harry! Warte!", rief Hermine ihm hinterher, Ron bedachte Draco mit einem mörderischen Blick. Er folgte nun ebenso und die eiligen Schritte des Trios verklangen im leeren Gang. Seit diesem Vorfall war Harry verunsichert, verschanzte sich im Schlafsaal, sobald er den Tag hinter sich gebracht hatte. Wieso musste es ausgerechnet ein Montag sein? Wieso war es nicht schon Freitag?
"Harry? Sag mir, dass Malfoy nicht Recht hatte.", wimmerte Ron, als er und Hermine bei ihm saßen und Harry noch immer auf die Decke seines Bettes starrte.
"Ich glaube, dass Harry einen Schock hat, Ron! Natürlich hatte Malfoy Unrecht! Was denkst du denn!", brauste sie sofort auf, zog Ron mit sich. Sie hatte mit einem Blick erkannt, dass Harry alleine sein musste, unbedingt nachdenken wollte. Sie ahnte jedoch nicht, dass Harry sich sehr wohl eingestehen musste eventuell schwul oder bisexuell zu sein.
"SCHEISSE!", rief er aus, schleuderte sein Kissen quer durch das leere Zimmer. War er wirklich schwul? Tage darauf ging er, so gut es konnte, Malfoy aus dem Weg. Doch seine tief schneidenden und ziemlich fiesen Anmachsprüche verletzten Harry aus einem nicht erklärbaren Grund. Dazu kam noch, dass er seit jenem Vorfall von Malfoy träumte - von diesem kurzen Kuss träumte. Dies war ihm noch nie passiert! Nicht bei Cho, nicht bei Ginny. Wieso sollte Malfoys Kuss eine andere Auswirkung auf ihn haben? Es war nur ein Hauch einer Berührung gewesen und trotzdem schossen Blitze durch seinen Körper. Dies würde auch erklären, wieso Harry in letzter Zeit - wenn er mit Malfoy stritt - immer auf dessen Lippen starrte. War es ein Wunsch von ihm gewesen? Von Malfoy, bad Boy, geküsst zu werden? Von seinem ERZFEIND? Hilflos gestand er sich langsam ein, dass an dieser Sache etwas Wahres dran sein konnte.
Verzweifelt vergrub er sein Gesicht im Kissen und fand keine weiteren Antworten auf seine Fragen.
°°°°
Weitere Tage vergingen und Harrys Befürchtungen wurden wahr. Ein kleiner Blick zu Draco Malfoy reichte, um sein Herz ein wenig schneller schlagen zu lassen. Dieser verdammte Kuss drängte sich immer wieder aufs Neue auf. Außerdem stellte Harry fest, dass ihm Dracos spitze Worte mehr denn je trafen. Er beschimpfte ihn meist vor versammelter Mannschaft als "schwule Sau" und "Arschficker." Die Lacher hatte Harry auf seiner Seite - und langsam brach sein Herz, welches eindeutig für eine falsche Person schlug. Ausschlaggebend war auch, dass Malfoy exakt nach solchen Aussagen unbedingt Pansy Parkinson küssen musste, wenn auch dieser Kuss niemals tiefer ging. Ob er sie auch mit Zunge küsste?
Das Wochenende war ideal dazu sich zu verkriechen und in Selbstmitleid zu baden. Er bemerkte nicht die Schatten in seinem Gesicht, nicht die dunklen Augenränder. Auch nicht den Mangel an Essen, welches er selten zu sich nahm. Hermine und Ron machten sich natürlich Sorgen, doch Harry schwieg beharrlich wie ein Grab. Am Sonntagmorgen bemerkte Harry zum ersten Mal Seamus besorgten Blick, der als einziger keine Fragen stellte. Harry blieben die Abschirmungsversuche von Seamus unbemerkt, der Hermine und Ron ein wenig abspeiste. Natürlich konnte er die Beweggründe der beiden sehr gut verstehen, doch sahen sie leider nicht, dass Harry noch mehr Zeit zu brauchen schien.
°°°°
"Harry? Komm schon, aufstehen. Du verpasst sonst das Frühstück.", rüttelte ihn Seamus am Montagmorgen wach, Harry murrte und drehte sich zur Seite.
"Komm schon, Alter! Du musst endlich was essen! Verflucht, was ist mir dir los! Seit dem das mit Malfoy war, bist du so anders! Rede bitte mit uns!", ereiferte sich Ron, neben Seamus auf Harrys Bett sitzend. Beide trugen schon die Schulkleidung, Harry gab es auf. Schlaftrunken stemmte er sich hoch, zog sich die Brille auf und blinzelte ein wenig. Nachdenklich strich er sich durchs Haar, wirkte auf einmal mehr als munter und sicher.
"Ich weiß, Ron. Danke für eure Sorge. Wie ihr allerdings wisst, brauchte ich einige Zeit für mich. Wie es aussieht habe ich schlechte Neuigkeiten für euch.", wisperte er leise. Seamus und Ron sahen sich alarmierend an, Dean und Neville kamen hinzu und setzten sich neugierig auf Harrys Bett.
"Sag schon!", unterbrach Dean die Stille, Harry wurde ein wenig rot.
"Ich kann nicht, ihr werdet mich für verrückt halten.", gestand Harry, die Freunde kannten sich einen Moment lang nicht aus.
"Wieso sollten wir dich für verrückt halten?", fragte Seamus, Harry lächelte wehmütig.
"Weil ihr das, was ich euch sagen werde, nicht verstehen würdet."
"Und trotzdem willst du uns es verraten? Harry bitte! Sag es endlich.", sprach ihm Ron Mut zu, Harry wirkte auf einmal sehr ernsthaft.
"Ich schätze, Seamus, Dean und Neville würden es besser verkraften als du, Ron.", sprach er ihn direkt an - Ron wirkte überrascht, dann jedoch eingeschnappt.
"Und wie kommst du darauf?", maulte er leise, spielte mit Harrys Decke.
"Weil ich dir gerade mitteile, dass ich höchst wahrscheinlich schwul oder bisexuell bin. So, jetzt weißt du es." Stille trat ein, Rons Kiefer segelte zu Boden.
"Du bist WAS?", rief er aus, Seamus rollte mit den Augen.
"Na und? Was soll´s. Ist eben so.", gab er zum Besten, Ron schnappte nach Luft.
"Also.. Ich hätte mit vielem gerechnet, doch nicht mit so einem Geständnis. Und...und du bist dir wirklich sicher, Harry? Aber wieso auf einmal? WIESO? Ist es.. ist es wegen...Malfoy?", krächzte er panisch, Harry blieb stumm. Ron sprang auf, tigerte im Schlafsaal umher und knurrte.
"Harry! Sag mir, dass es nicht wahr ist! Sag mir nicht es sei wegen Malfoy! Bitte, Harry!", jammerte er los, Dean und Neville mussten das eben gehörte ebenso erst verdauen.
"Ich denke schon...", versuchte Harry es leise, Ron schlug mit der Faust auf eine der Wände ein und drehte Harry dabei den Rücken zu.
"Gut, dass du schwul bist - damit kann ich leben. Aber... wegen Malfoy? Sag mir ja nicht, du würdest auf ihn stehen.", flüsterte er leise, drehte sich langsam umher und blickte Harry eindringlich an. Harrys Wangen fingen zu brennen an, Seamus grinste bei dem Anblick.
"Schätze, Ronny-Spätzchen - klein Harry hat sich verknallt. Und zwar in Bad-Boy Draco Malfoy. Oje.", kicherte er leise, Ron tickte aus. Er beschimpfte Malfoy aufs übelste, verfluchte ihn ohne Zauberstab und gab ihm an allem die Schuld. Während Seamus versuchte ihn zu beruhigen und ihn lachend aus der Türe schob, halfen Dean und Neville Harry so gut es ging. Sie redeten ihm beinahe liebevoll zu, legten ihm die Kleidung zurecht und versuchten ihn abzulenken. Fertig angezogen dirigierten sie ihren Schulfreund aus der Türe und geleiteten ihn zur großen Halle.
"Hast du Liebeskummer?", traute sich Neville leise zu fragen, Harry nickte.
"Manchmal verliebt man sich in den Falschen, das kommt vor.", stimmte Dean zu, beide lächelten ihn schmal an. Harry war dankbar dafür solche Freunde zu besitzen. Welche die ihn verstanden. Blieb nur noch die Sorge, was Ron nun tun würde. Als sie in der großen Halle ankamen, saß Ron stocksteif und nachdenklich am Tisch, ließ sich von Seamus zuquatschen. Hermine saß zu seiner rechten, sie war aschfahl im Gesicht.
Klasse, jetzt hat Ron es ihr auch gesagt - dachte sich Harry im Stillen und setzte sich etwas weiter weg. Hermine bemerkte ihn allerdings und zu seinem Leidwesen stand sie auf, setzte sich zu ihm. Eingehend musterte sie ihren besten Freund, Dean und Neville standen zur Verteidigung bereit.
"Ach Harry. Wieso hast du denn nichts gesagt? Man weiß ja nie wo die Liebe hinfällt, geschweige denn zu welchem Geschlecht.", sprach sie ihn mit sanfter Stimme an, was Harry hochblicken ließ.
"Du bist nicht sauer?", erklang es ungläubig, Hermine lächelte schmal.
"Sauer nicht, ein wenig enttäuscht vielleicht. Dass Ron damit nicht so wirklich klarkommen würde und ein wenig Zeit braucht, war klar. Aber mir hättest du dich anvertrauen können. Ich hatte dich bisher in einer jeden Entscheidung unterstützt, oder?", seufzte sie leise, Harry war sprachlos. Anstatt etwas zu sagen, umarmte er sie einfach, Hermine schmiegte sich an ihn. Sie lächelte an seinem Hals, fing sogar leise zu schnurren an.
"Ich nehme deine Entschuldigung an und werde weiterhin zu dir stehen.", wisperte sie leise, Harry lächelte das erste Mal seit langem.
"Liebe Schülerinnen und Schüler!", unterbrach Dumbledore die traute Zweisamkeit, der Moment war zerstört. Augenblicklich wurde es ruhig, alle Schüler sahen zu ihrem Schulleiter. Erst jetzt richteten sich viele Blicke auf eine Person die niemand kannte. Harry riss die Augen auf, sein Herzschlag beschleunigte sich.
"Ich weiß, dass einige von euch, wenn nicht alle, ziemlich erstaunt über unseren Besuch sein werden. Allerdings liebe ich Überraschungen. Liebe Schüler, ich möchte euch einen neuen Schüler vorstellen. Sein Name ist Jonas Smith. Da unsere Schule sich an einem neuen Projekt beteiligt, nehmen wir für einen Monat einen Austauschschüler auf. Mister Smith ging vormals auf Durmstrang und wird im kommenden Monat das Privileg haben, unsere Schuler unter genaueren Augenschein zu nehmen. Heißen wir Mister Smith herzlich auf Hogwarts willkommen!"
Dumbledore fing zu klatschen an, die Schüler stimmten nach und nach mit ein. Harry allerdings saß starr auf seinem Platz, konnte nicht die Augen von diesem Jungen nehmen. Beinahe schien es, als wäre dieser ein Ebenbild von Draco Malfoy. Einen kleinen Augenblick wanderten Harrys Augen zu Malfoy, welcher ebenso zurückstarrte. Etwas Ungewisses lag in seinem Blick, was Harry jedoch ziemlich egal war. Sein Blick haftete wieder auf Jonas, der ein kleines Lächeln auf seine Lippen zauberte.
Viele der Schüler seufzten oder tuschelten miteinander. Anscheinend war ihnen ebenso der Gedanke gekommen, - obwohl Jonas sein Haar etwas länger trug, besaß er denselben Schnitt. Dracos Haare waren weißblond, die von Jonas eher dunkelblond. Jonas Smith hatte ein sehr hübsches und ebenmäßiges Gesicht, eine lange und schmale Nase, volle Lippen und dunkelgrüne Augen. Der Anblick dieses Jungen ließ viele Herzen höher schlagen, ebenso jenes von Harry.
"Mister Smith? Würden Sie bitte den sprechenden Hut aufsetzen?", durchbrach Mc Gonagalls Stimme Harrys Gedanken, welcher nun ganz hibbelig wurde. Und was wäre, wenn Jonas zu ihnen käme? Harrys Magen wurde zu einem Klumpen, Schweiß bildete sich auf seinen Handflächen.
"RAVENCLAW!", rief der Hut aus, besagter Tisch fing zu jubeln an. Harry wirkte enttäuscht, spürte Hermines Hand auf seiner.
"Der Junge gefällt dir, wie?", zwinkerte sie ihm zu, Harry wurde etwas rötlich im Gesicht. Dean und Neville lachten befreit auf, wobei ihr Blick zum Tisch der Slytherins fiel, sie sich kurzzeitig zu diesem drehten. Doch was sie dort sahen, ließ sie nachdenklich werden. Draco Malfoys Miene verdüsterte sich immer mehr und der Junge neben ihm - Blaise Zabini - versuchte auf den blonden Gott der Slytherins heftig einzureden.
"Mir scheint, als würde dies Malfoy nicht schmecken.", kicherte Dean eingehend, Neville nickte.
"Geschieht ihm ganz Recht.", entschied Neville.
°°°°
Das Essen war beendet und Harry schritt beschwingt zum nächsten Unterricht. Ein unmerkliches Lächeln lag auf seinem Gesicht, denn Jonas hatte ihn angesehen. Es war nicht nur ein einfacher Blick gewesen, sondern einer der unter die Haut ging. Jonas Smith hatte beinahe alle Schüler betrachtet, auch die von Slytherin. Allerdings konnte er sich den Hass, der ihm entgegenwehte - besonders von einem Schüler der ihm unglaublich ähnlich sah - nicht erklären. Als seine Augen über den Gryffindortisch wanderten, blieben sie an einer bestimmten Person hängen. Er wusste nicht wieso, aber dieser Junge war einfach unglaublich hübsch. So beschloss er diesen näher kennen lernen zu wollen. Eine Frage wurde ihm jedoch noch nicht beantwortet: WER war Harry Potter?
"Hey! Du da vorne! Warte doch!", rief ihm eine Stimme hinterher, Harry blieb stehen und drehte sich verwundert um. Nicht nur er, auch Hermine, Ron, Dean, Seamus und natürlich Neville. Jonas Smith kam angelaufen, blieb schnaufend von Harry stehen und lachte ihm leicht aus der Puste ins Gesicht. Harry wurde sofort etwas rötlich um die Nase, merkte nicht die Traube an Slytherins, die auf Kommando von Draco sofort stehen blieben. Pansy verzog ihr Gesicht, ihr wurde dies zu dumm. Mit hoch erhobenem Haupt schritt sie von Dannen, was Draco Malfoy vollkommen gleichgültig zu sein schien.
"Dürfe ich vielleicht kurz mit dir sprechen?", japste Jonas nach Luft, sah Harry direkt an. Dessen Augen wurden mehr als groß, verlegen fing er zu grinsen an.
"Na wir gehen dann einmal, oder?" Ron hustete dezent, fing spitzbübisch zu grinsen an, was Harry freudig zur Kenntnis nahm. Anscheinend hatte Ron die schlimme Neuigkeit betreffend Harry verdaut, und nur das zählte.
"Ja, der Meinung bin ich auch. Harry? Wir sehen uns dann in Hagrids Unterricht. Beeil dich bitte, ja? Der Unterricht fängt bald an.", informierte Hermine ihn, Harry nickte abwesend. Keine Sekunde später zogen seine Freunde grinsend ab, die Jungs von Slytherin und einige von Ravenclaw blieben jedoch neugierig stehen. Allem voran ein grimmig drein sehender Draco Malfoy. Jonas war sich dessen bewusst, deutete Harry an einige Schritte zu gehen.
"Ich.. ähm.. Du bist mir aufgefallen und ich wollte mich ebenso bei dir vorstellen. In Durmstrang gibt es keine Häuser, hier anscheinend schon. Mir blieb der Zusammenhalt nicht verborgen, wobei das für die Häuser unter sich gilt und nicht mit anderen Häusern zusammenhängt. Herrscht eventuell Feindschaft zwischen ihnen? Oh! Ach ja, mein Name ist Jonas Smith und du bist?", lächelte er charmant, Harrys Grinsen verflog.
"Als ob du das nicht wüsstest.", gab Harry zerknirscht zurück, Jonas sah ihn erstaunt an.
"Wie? Ich.. nein! Ich weiß nicht wer du bist. Da ich ziemlich direkt bin, sage ich dir hiermit folgendes. Du bist mir aufgefallen, auch weil du eine besondere Ausstrahlung hast. Und.. und.. du wirkst sehr sympathisch und so...", stotterte Jonas ein wenig, Harry konnte es nicht fassen.
"Du willst damit sagen..."
"Bei Merlin! Smith! Bist du so ne hohle Nuss, oder was? Das ist Potter!", schnarrte Draco säuerlich dazwischen, Jonas bekam einen Schrecken.
"Du.. du bist... nein!", stieß Jonas aus, ließ Draco einfach links liegen. Harry überraschte dies ein wenig, da Ehrlichkeit in dessen Gesicht stand. Außerdem konnte er nicht anders, als Jonas anzuhimmeln. Sein Strahlen erreichte seinen Mund, ein sanftes Grinsen zeichnete sich darauf ab.
"Ja, der bin ich. Schön dich kennen zu lernen.", zwinkerte Harry ihm zu, Jonas schien noch immer ein wenig sprachlos zu sein. Beide schüttelten sich die Hand.
"Du bist wirklich... du... wow. Ich habe schon so viel von dir gehört! Aber ich dachte nicht, dass Harry Potter so..." Hier unterbrach sich Jonas, eine steile Falte bildete sich zwischen Harrys Augenbrauen.
"Dass ich was..", murrte er leise, Jonas Augen blitzen. Ein klein wenig beugte er sich vor, sah Harry tief in die Augen.
"Ich dachte nicht, dass Harry Potter so hübsch ist.", lächelte er umwerfend, Harry wurde knallrot im Gesicht. Das Schnauben im Hintergrund und das Getuschel, Harry Potter sei POTThässlich, überhörte Harry einfach.
"Ich? Aber ich bin.. bin nicht..."
"Stimmt. Du bist mehr als das.", säuselte Jonas entzückt, Harry starrte ihn einfach an.
"Ich.. ähm...ja...nein! Ich bin...ähm...normal.", nuschelte Harry sehr verlegen, Jonas Lachen klang wie jenes eines Engels.
"Wie kann ein Held, der so mutig ist und dazu noch den mächtigsten schwarzmagischen Zauberer vernichtet hatte, so unglaublich süß und verlegen sein? Ich finde das richtig süß.", zwinkerte Jonas ihm zu, Harry schluckte hart.
"Sag mal, Jonas?", fing Harry an und legte seinen Kopf seitlich.
"Ja?"
"Mir kommt vor, als ob du flirten würdest?", fragte er geradeaus - nun war Jonas an der Reihe rot zu werden.
"Oh! Ja.. so sollte es auch aussehen. In Durmstrang spricht man nicht um den heißen Brei herum, denn dann würde man nur Zeit vergeuden. Ich kann nur sagen, ich habe dich gesehen und... ich musste dich einfach kennen lernen. Schlimm?" Jonas setzte seinen Hundeblick auf, Harry wand sich wie ein Fisch am Trockenen.
"Nein.. absolut nicht... Es ist nur so.... Noch nie hat jemand mit mir geflirtet.", gab Harry zu und fragte sich sogleich, wieso er dies einem fremden Jungen erzählte.
"Das kann ich einfach nicht glauben!", rief Jonas ehrlich entsetzt aus.
"Wenn du in Durmstrang wärst, würden dich wohl alle anbraten. Da ich allerdings hier bin, muss ich das gleich ausnutzen! Sag mal, ich habe auch Unterricht bei... Hag..äh.."
"Hagrid."
"Ja, genau... und....gehen wir gemeinsam hin?" Jonas spielte nervös mit seinen Fingern, Harry lächelte.
"Gerne!"
"Super! Na, dann los!", sprudelte es aus ihm heraus, machte sich sogleich auf den Weg. Harry stand noch immer an Ort und Stelle, grinste breit und fühlte Schmetterlinge in seinem Bauch tanzen.
"Oh Potter! Tu nicht so als wärst du verliebt! Wie erbärmlich! Auf so eine Gefühlsduselei fällst du herein? Meine Güte, siehst du belämmert drein! Schon so heiß auf diesen Typen? Scheinst wohl doch schwul zu sein, was, Potty?", schnarrte Draco gehässig und verschränkte seine Arme vor der Brust. Goyle und Crabbe fingen zu lachen an, Blaise sagte nichts dazu. Wieso interessierte Draco dies? Wieso gingen sie einfach nicht weiter? Draco hatte doch Pansy als Freundin! Wieso... Blaise schien noch immer in Gedanken zu sein, die jedoch von Harry unterbrochen wurden.
"Ja, wie es scheint dürfte ich mich gerade in ihn verlieben." Harry drehte sich gemächlich zu Draco herum, schritt auf ihn zu und blieb kurz vor ihm stehen.
"Und ja, Malfoy. Dank deines unglaublichen Kusses wurde mir sehr wohl bewusst die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, schwul zu sein. Und wenn ich das nicht bin, dann eben bisexuell. Ich bevorzuge jedoch schwul zu sein. Mal sehen wohin mich das führt." Harry grinste noch immer, drehte sich um und eilte hinter Jonas her.
"Wo bleibst du denn, Harry!", winkte Jonas ihn zu sich - auch die Ravenclaws folgten still und ohne ein Wort gesagt zu haben. Draco starrte Harry hinterher, sein Mund stand ihm weit offen. Irgendetwas gefiel ihm an dieser Situation nicht - er hatte das Gefühl etwas zu verlieren.
"Komme schon!", lachte Harry und als er neben ihm her schritt, packte Jonas Harrys Hand, der mehr als glücklich darüber war.
"Na du gehst aber ran?", nuschelte Harry leise. Irgendwie ging das alles zu schnell. Sie kannten sich gerade einmal eine Stunde!
"Ja, kann sein. Aber Zeit ist Geld. Auch wenn das ein wenig zu schnell geht, ich will keine Sekunde verlieren.", säuselte Jonas mit einem Seitenblick zu Harry, dem gerade auffiel, dass dieser genauso groß wie Draco war. Und irgendwie fühlte er sich beschützt.
°°°°
"Oh Gott, ich glaube mir wird gleich übel.", fing Draco zu würgen an, als auch Slytherin bei Hagrid Unterricht hatte und er somit Harry und Jonas beobachtete. Normalerweise hatten immer zwei Häuser gemeinsam Unterricht. Doch da die letzte Klasse aus weniger Schülern bestand, viele die sechste wiederholen mussten, wurden diesmal alle Häuser zusammengesteckt. Draco schüttelte sich, konnte den Blick jedoch nicht loseisen.
"Dann guck doch einfach nicht hin.", grinste Blaise spitzbübisch, wobei Pansy zu schnauben anfing und sich mit Millicent unterhielt. Wahrscheinlich ließen sich die beiden Mädchen gerade über das neue "Traumpaar" aus, was dazu noch schwul war.
"Was?", fragte Draco dümmlich, hatte den Sinn der Worte nicht verstanden, die von Blaise kamen. Der Schwarzhaarige lachte leise auf und schüttelte amüsiert den Kopf.
"Ich sagte du solltest nicht hingucken. Was stört dich denn so an diesem Bild? Die beiden sind anscheinend ein wenig verliebt. Findest du das denn so schlimm?", flüsterte er leise, beugte sich näher zu Draco. Der Blonde schnaubte verächtlich, schoss Pfeile auf die beiden frischverliebten ab.
"Ich finde es ekelig! Wie kann man in der Öffentlichkeit nur so turteln! Außerdem: Wie kann Potter nur so naiv sein? Da kommt ein verfluchter Austauschschüler an unsere Schule, macht ihm schöne Augen und dieser Trottel fällt auch noch darauf rein? Was findet Smith nur an Potter? Ich bin noch immer der Meinung, dass Potter mehr als hässlich aussieht.", schnarrte er angewidert weiter, Blaise betrachtete seinen Freund eingehend.
"Nun, ich bin anderer Meinung.", erwiderte Blaise leise, jetzt hatte er es tatsächlich geschafft Dracos Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen.
"Welcher Meinung denn?", zischte Draco sauer - Blaise fiel ihm einfach so in den Rücken! Frechheit!
"Erstens: Potter sieht alles andere als hässlich aus, auch wenn ich nicht schwul bin. Und so wie du ihn anblickst, ist es dir ebenso aufgefallen. Dir gefällt es nicht, dass er ebenso beliebt ist wie du. Du bemerkst es zwar und suhlst dich in deinem Ruhm, er aber schnallt es nicht. Zweitens: Du bist sauer, weil Potter dir damals die Freundschaft ausschlug und er Jonas einfach so vertraut. Wie du allerdings weißt, bist du selber Schuld. Und bevor du mich fragst - du hattest es selber zugegeben..."
"....da war ich aber stockbesoffen, Zabini! Das zählt nicht!", zischte Draco wütend dazwischen, Blaise kicherte ein wenig.
"Und was die anderen Punkte angeht...", fuhr er fort, ohne auf Dracos Einwurf einzugehen.
"Du scheinst mir, als wärst du eifersüchtig, Draco. Wenn ich nicht wüsste, dass du hetero bist, dann..."
"EIFER...eifersüchtig?", verbesserte sich Draco eiligst, der vormals beinahe das Wort geschrieen hätte.
"Ich bin nicht eifersüchtig.", versicherte er eingehend, Blaise sah ihn forschend an.
"Und wieso starrst du die beiden die ganze Zeit lang an?", gähnte Blaise gelangweilt, der sehr wohl einen wagen Verdacht pflegte.
"Weil ich es nicht leiden kann, dass so ein Volltrottel dahergelaufen kommt und auch noch die Frechheit besitzt mir ähnlich zu sehen! Es schadet meinen Ruf und ich kann es nicht ausstehen, wenn sich ein Fremder hier einschleicht. Ich will wissen was er vorhat, Zabini. Potter ist mir dabei vollkommen scheiß egal. Deine Freundin ist doch aus Ravenclaw, oder?", grinste er fies, Blaise rollte mit den Augen.
"Und ich soll sie für dich fragen, ob sie Jonas Smith ausspioniert?", erklang es resigniert von Blaise, Dracos Grinsen wurde noch breiter, seine Augen funkelten.
°°°°
Die nächsten drei Tage kamen und gingen und Draco hatte es sich zur Aufgabe gemacht Potter zu beschatten. Er konnte diesen Smith einfach nicht ausstehen und hätte sich beinahe übergeben, als die beiden sich schon nach zwei Tagen schüchtern am Gang küssten. Draco fiel nur die gesunde Gesichtsfarbe von Potter auf, der mehr als entzückt schien und sich zu Dracos Bedauern nicht mehr von ihm verarschen ließ. Es hatte beinahe den Anschein, als würde Potter selbstbewusster werden, mehr denn je strahlen. Potter bekam eine Ausstrahlung, die die meisten Schüler beinahe aus der Bahn warf. Er lachte mehr denn je, alberte mit Jonas herum, küsste ihn, wenn sie glaubten alleine zu sein.
Dies alles bekam Draco natürlich mit, seine Laune verschlechterte sich immer mehr. Pansy vernachlässigte er gerne, er hatte ja besseres zu tun. Der arme Blaise kam ebenso in den Genuss, da Draco ihn immer mitzerrte. Vormals ging ihm das vollkommen gegen den Strich, doch dann fand er Gefallen daran und beobachtete Potter und seinen Freund Draco. Was ging wohl in dem Blonden vor, der die beiden beinahe eifersüchtig musterte? Blaise runzelte die Stirn und musste seine Ansichten betreffend dem Blonden sehr wohl noch überdenken. Wie es schien, kannte er Draco doch nicht so gut. Aber eines war klar: würde Draco zu ihm kommen, weil er Kummer hatte, oder sich etwas von der Seele reden musste - dann wäre Blaise für ihn da. Gleichzeitig dachte er sich auch, dass die kommenden Tage mehr als interessant werden würden.
Natürlich musste er auch Bericht erstatten, da Sarah - seine Freundin - ebenfalls an Jonas und Harry interessiert war und gerne mithalf. Das Ergebnis war jeden Tag dasselbe: Jonas verfiel immer mehr den süßen Gryffindor und schwärmte die gesamte Zeit über von seinem Liebling. Immer wieder lief er aufgeregt durch seinen Gemeinschaftsraum und posaunte herum, dass er Harry über alles liebte. So gab es Sarah auch an Blaise weiter - und der übermittelte es einem zähneknirschenden Draco Malfoy..
°°°°
Draco Malfoy war in der Tat ein wenig eifersüchtig. Nicht, wie er sich einredete, auf die Liebelei von Potter und Smith, sondern auf die Tatsache, dass der Schwarzhaarige seine Freundschaft so einfach verschenkte. Wieso konnte er Draco diese Kleinigkeiten einfach nicht verzeihen? Diese Winzigkeit, dass sie ab und zu stritten und sich beleidigten? Verfluchten und sich prügelten? War dies denn so ein Vergehen? Gab es vielleicht doch noch eine winzige Möglichkeit mit Potter befreundet zu sein? Draco wusste nicht wieso, doch irgendetwas trieb ihn dazu - er WOLLTE verflucht noch einmal Potters Freundschaft! Er wollte auch einmal mit ihm so lachen und scherzen! Streiten war out - so entschied er beleidigt.
"Verfluchter Smith.", grummelte er in seinen nicht vorhandenen Bart - Blaise, der gerade ins Zimmer kam, ohne anzuklopfen, lachte sich krumm und dämlich.
"Mann, diesen Satz höre ich schon die ganze Zeit, seit dem er hier ist! Lass dir endlich einmal etwas anderes einfallen.", gab er zu verstehen, Draco funkelte ihn böse an.
"Wenn es aber eben den Tatsachen entspricht? Du brauchst es dir ja nicht anzuhören! Bist selber Schuld, wenn du so einfach in mein Zimmer stürmst! Ich hatte dich nämlich nicht eingeladen!", schnarrte er mies gelaunt und schmiss sich aufs Bett.
"Verflucht! Draco! Was ist denn in letzter Zeit mit dir los! Hm? Sagst du mir bitte was es ist? Seit dem Smith hier auftauchte, bist du nicht mehr zu gebrauchen! Der Kerl ist in weniger als 3 Wochen wieder verschwunden! Das wirst du doch aushalten, oder?", schnaufte Blaise und schmiss sich ohne Aufforderung einfach so auf das Bett von Draco, legte sich neben ihn. Beide starrten an den Himmel des Bettes und hingen kurzzeitig ihren Gedanken nach.
"Keine Ahnung, Zabini. Er geht mir einfach nur am Arsch vorbei. Dieses Getue der beiden nervt.", knurrte er unheilvoll, Blaise schielte ihn von der Seite her an.
"Wieso denn? Wie schon vor Tagen gesagt - du brauchst sie dir doch nicht anzusehen, oder sie verfolgen! Aber nein! Die beiden wollten nach Hogsmeade, nehmen Granger und Weasley mit und du musst ja wieder live dabei sein! Pansy schiebst du einfach so ab - was ich auch verstehen kann. Aber WIESO tust du das? Du hast ja nicht einmal eine Antwort darauf! Du hättest deinen Blick sehen sollen, als Potter auf Smith Rücken aufsprang und die beiden in Huckepack und lachend nach Hogsmeade gingen! Bist du neidisch, weil Granger und Weasley ihn akzeptieren? Weil sie sich immerzu küssen und sich umarmen? Ach ja... weil wir beim Thema küssen sind..."
"Oh bitte!", schnarrte Draco los, er kochte abermals vor Wut. Wieso musste ihn Zabini daran erinnern?
"Ich bin auf gar nichts neidisch! Ich sagte doch, es interessiert mich nicht! Einzig und alleine geht mir dieser Smith auf die Eier! Ich bin froh, wenn dieser Scheißkerl endlich abrauscht!"
"Ja, ja, Draco. Habe es ja geschnallt! Aber...wegen dem küssen... ähm...Pansy war bei mir.", gestand Blaise leise, Draco hob eine Augenbraue hoch und drehte seinen Kopf, um Blaise besser ansehen zu können.
"Und?", kam es gelangweilt, Blaise seufzte.
"Sie heulte sich bei mir aus, weil ihr über das Stadium küssen noch nicht hinaus seid. Geschweige denn mit Zunge. Bisher hast du sie noch nie richtig geküsst! Mann, Draco! Seit wann nimmst du die Gelegenheit denn nicht mehr wahr? Sogar Smith und Potter haben das schon hinter sich!", regte sich Blaise künstlich auf, dem das Gejammer von Pansy mächtig auf die Socken ging. Draco konnte Blaise schwer sagen, dass er keine Lust dazu hatte Pansy mit Zunge zu küssen. Irgendwie ekelte ihm vor dieser Frau. Woher auf einmal dieser Sinneswandel kam, wusste er nicht. Sie war schlicht und einfach langweilig und uninteressant geworden. Anscheinend konnte Blaise Gedanken lesen.
"Pansy ist out, oder?", kam er auf den Punkt, Draco sagte noch immer kein Wort.
"Ich verstehe. Aber.. Draco? Eines will ich dir noch sagen: Wenn du von ihr die Schnauze voll hast, solltest du dich von ihr trennen. Ich hatte nie den Anschein, du würdest sie lieben, oder gar etwas für sie empfinden. Ich habe den Eindruck, Pansy wäre nur Mittel zum Zweck. Und noch etwas: Solltest du dich verändern, wäre ich trotzdem dein Freund und würde dir auch beistehen. Du kannst immer zu mir kommen. Okay?" Mit diesen Worten erhob er sich aus Dracos Bett und verschwand durch die Zimmertüre.
Draco starrte ihm sprachlos nach und verstand wieder einmal nicht den Sinn der Worte. Was meinte Blaise mit "solltest du dich verändern.." Draco überlegte lange und kam schließlich doch zu einem Ergebnis. Augenblicklich färbten sich seine Wangen rot, seine Augen wurden tellergroß.
"ICH BIN UND WERDE NICHT SCHWUL, ZABINI!", kreischte er los, hörte ein entferntes Lachen. Blaise, der im Gemeinschaftsraum saß, hatte sich schon gefragt, wann Draco dahinter kommen würde. Er hatte es mit Absicht nicht direkt angesprochen, da Draco ihn sofort gewürgt hätte.
°°°°
Zwei Wochen später hatte Draco noch immer keine großen Erfolge aufzuweisen. Zwar stritt er nicht mehr mit Harry, doch ignorierten sie sich auch. Sehr zum Leidwesen von Draco, der nicht wusste wie er Harry Potter ansprechen sollte - mit ihm normal reden sollte. Außerdem ging ihm dieser Smith noch immer gehörig auf den Schnürsenkel. Eines war Draco jedenfalls aufgefallen: Harry Potter wirkte zwar noch immer zufrieden, doch irgendetwas schien ihm auf der Seele zu liegen. So oft er mit Jonas in den ersten beiden Wochen zusammen war, war er es in letzter Zeit nur noch selten. Potter schien nachdenklich zu wirken und Draco fragte sich was wohl vorgefallen war. Mit diesem und noch weiteren Gedanken schlief er langsam aber sicher ein.....
Oh fuck! Das gibt´s nicht!", rief Draco eiligst aus, sprang aus dem Bett und zischte ins Badezimmer. Blaise schlenderte pfeifend in Dracos Zimmer und wunderte sich wo Draco abblieb. Als er Geräusche aus dem Badezimmer hörte, marschierte er geradewegs darauf zu und öffnete die Türe.
"Draco? Du bist noch nicht fertig? Snape wird dies aber nicht gefallen!", lachte Blaise los.
"Das ist die Prämiere für mich! Draco Malfoy verschläft!", kreischte er los, Draco sprang beinahe im Kreis.
"Schnauze, Zabini! Mein Gel ist alle! Scheiße! Wie sehe ich aus?" Dracos Wangen zeigten eine süße Röte, seine Haare waren diesmal nicht mit Gel zurückgeschmiert worden. Eine Zeit lang trug Draco sie natürlich, - je länger sie allerdings wurden, desto weniger Geduld bewies er bei seinem Styling. So griff er wieder zum Gel und die Sache war damit erledigt. Mittlerweile reichten ihm die Haare bis zum Kinn, was Blaise ziemlich schick fand. Er mochte es lieber, wenn Draco die Haare natürlich trug. Es gab ihm einen verwegenen Look, doch Draco hatte ihm niemals geglaubt.
"Ja, du siehst toll aus. Komm schon, wir müssen los. Frühstück fällt leider aus.", knurrte Blaise, er hatte sehr wohl Hunger. Und trotzdem ließ er seinen besten Freund niemals im Stich - umgekehrt war es genauso.
"Ich glaube dir zwar nicht, aber gut.", beeilte sich Draco zu sagen, sprang in seine Hosen, zog sich die Krawatte zu Recht. Fehlten nur noch der Umhang und die Schuhe. Blaise grinste wieder, als Draco sich prüfend im Spiegel begutachtete und mit seinem Aussehen einfach nicht zufrieden war. Während Draco noch immer nörgelte und an seinen Haaren herumzupfte, zog Blaise ihn hinterher - direkt zum Zaubertrankunterricht. Schnaufend setzten sie sich auf ihre Plätze - Partnerarbeit stand noch immer auf dem Programm. Der linke Platz neben Draco war leer, also verspätete sich Potter wieder einmal. Diesen Gedanken gerade fertig gedacht, ließ sich Harry keuchend neben ihm nieder, rutschte in den Sitz und japste nach Luft.
"Wieder einmal zu spät, Potter?", schnarrte Draco wie immer, Harry betrachtete ihn von der Seite her. Anstatt sauer zu sein, fing Harry atemberaubend zu grinsen an. Draco hasste Potters gute Laune. Und dieses Grinsen war einfach unglaublich... beschissen.
"Das sagt wohl der Richtige.", kicherte Harry eingehend, Draco hob eine Augenbraue an.
"Wieso?"
"Weil du deine Haare offen trägst, deine Krawatte schief sitzt und dein Umhang nicht so sorgfältig wie immer auf deinen Schultern liegt. Ach ja, dein Hemd lugt aus der Hose hervor, wobei dein Gesamtstyling heute um einiges besser aussieht, als vor einer Woche.", murmelte Harry leise und musterte den Slytherin ungeniert. Draco riss die Augen auf, war beinahe sprachlos. War das eben ein Kompliment gewesen? Von Potter? Gerade als er antworten wollte, rauschte Snape an ihnen vorbei - der Unterricht begann. Kessel wurden aufgestellt, erhitzt, Zutaten gesammelt. Harry murrte kein einziges Mal, als Draco ihm Anweisungen gab. Selten hatten die beiden so perfekt zusammengearbeitet wie jetzt, und dies irritierte Draco ein wenig.
"Potter! Hören Sie überhaupt zu? Ich fragte Sie welchen Trank wir heute brauen!", donnerte Snape los, Harry wirkte auf einmal verlegen. Wieso musste er auch Draco von der Seite her mustern?
"Ähm, tut mir Leid, Sir. Welchen Trank wir heute brauen, Sir?", versuchte Harry Zeit zu schinden, doch wurde er immer nervöser. Er bemerkte die mitleidigen Blicke seiner Freunde, und trotzdem wusste er die Antwort nicht. Plötzlich wurde ihm eingesagt, Harry räusperte sich.
"Ich glaube, es ist der Alraunentrank, Sir.", gab er leise von sich, Snape schien erstaunt zu sein. Langsam verzog er sein Gesicht, denn die Antwort...
"..das ist richtig, Potter! Kann mir jemand erklären, was dieser Trank bewirkt? Zabini!", wandte er sich an Blaise, der natürlich die Antwort wusste. Harry beäugte Draco misstrauisch, der starr auf den Tisch blickte.
"Danke sehr.", flüsterte er leise und grinste ihn ehrlich an. Dracos Miene blieb eisern, trotzdem nickte er.
"Gern geschehen.", flüsterte er zurück, Harry verschlug es die Sprache. Beide konnten nicht glauben, da sie das erste Mal normal miteinander umgingen, und trotzdem war es schön diese Erfahrung zu sammeln.
"Ach, Malfoy?", wisperte Harry weiter, denn die Fragestunde hatte noch kein Ende.
"Was denn.", murrte Draco und fing an die Zutaten zu zerkleinern.
"Schicke Frisur. Passt dir besser als mit Gel.", räusperte sich Harry und machte es Draco sofort gleich. Hastig zerkleinerte er die Zutaten, bemerkte nicht Dracos erstaunten Blick. Der Blonde konnte es nicht fassen, doch dieses Kompliment freute ihn ein wenig. Na wenn Potter dies sagte, musste es ja etwas zu bedeuten haben, oder?
"D-Danke.", stotterte Draco, doch bald hatte er sich unter Kontrolle.
"Bist du fertig? Dann fangen wir an. Halte dich an meine Anweisungen und der Trank wird perfekt.", erklärte Draco ruhig, Harry nickte sofort und rückte ein Stück auf. Normalerweise hätte Draco sofort zu keifen angefangen, doch diesmal ließ er es zu. Es wirkte beinahe vertraut und Draco gefiel der neue Gedanke.
°°°°
"Harry? Was war das denn vorhin?", erkundigte sich Ron neugierig, Harry zuckte mit den Schultern.
"Was meinst du?"
"Malfoy hatte dir doch die Antwort eingesagt, oder?", kam Hermine Ron zur Hilfe, Harry grinste ein wenig.
"Ja, das hat er.", gab er zu, Ron und Hermine starrten ihn sprachlos an.
"Wer hätte das gedacht. Malfoy hilft Harry! Ich fasse es nicht!", lachte Seamus los, Neville kratzte sich am Kopf. Schon wieder war sein Kessel in die Luft gegangen, doch Pansy trug diesmal die Schuld, was auch Snape gesehen hatte. Zu dumm dass dies geschah, als Snape direkt neben ihnen gestanden hatte.
In Verteidigung gegen die dunklen Künste fühlte sich Harry am wohlsten, jedoch bemerkte er Draco Malfoys Schwierigkeiten. Während Remus Lupin die Klasse anwies an ihren "Patronus" zu arbeiten, schritt Harry auf Malfoy zu und bemerkte dessen verbissenes Gesicht.
"S-Soll ich dir helfen?", erkundigte sich Harry, Malfoy schnaubte.
"Ich brauche keine Hilfe von dir, Potter!", schnarrte Draco los, Harry seufzte. Schade, hatte er sich wohl doch eingebildet, dass Draco Malfoy in Begriff war sich zu verändern. Langsam machte er wieder Kehrt, hörte ein kleines Wispern hinter sich.
"Ich kann den Zauber nicht." Harry blieb stehen, spitzte seine Ohren und übersah geflissentlich die eindringlichen Blicke von Ron, Hermine, Seamus und Neville. Dean war mit üben beschäftigt.
"Wie?", drehte sich Harry umher und eilte zu Draco, der mit hängenden Schultern zu Boden sah.
"Ich kann diesen verfluchten Zauber noch immer nicht. Ich frage mich ehrlich wieso wir den noch üben. Der dunkle Lord ist gestürzt und wir haben noch immer dieses beschissene Fach.", knirschte Draco mit den Zähnen, Harry dachte kurzzeitig nach.
"Ja, aber es sind noch immer nicht alle Todesser gefangen worden, weißt du? Damit du dich verteidigen kannst, falls diese Mistkerle Dementoren auf dich hetzen....."
"Als würde einer der Todesser einen Dementor auf mich hetzen. Mein Vater starb in der Schlacht und wurde bis heute nicht als Verräter enttarnt. Nicht einmal du wusstest, dass mein Vater für eure Seite arbeitete.", gab er klein bei, Harry allerdings blieb ruhig.
"Doch, ich wusste es. Und ich wusste auch, dass du niemals ein Anhänger von Voldemort werden wolltest. Lucius Malfoy hatte die Zeremonie so lange wie möglich hinausgeschoben, was nur gut für dich war. So konnte ich Voldemort kalt machen und du musstest kein Todesser werden.", erklärte Harry ruhig, Draco starrte ihn geschockt an.
"Verflucht, Potter! Was weißt du nicht?", keuchte Draco leise, Harry grinste.
"Keine Ahnung, wir können ja mal alles durchgehen, oder?", zwinkerte Harry belustigt, Draco grinste schmal.
"Und jetzt zu deinem Problem. Woran liegt es denn?", erkundigte sich Harry weiter, Draco wurde leicht rötlich um die Nase.
"Na ich bekomme den einfach nicht hin.", flüsterte er leise, beide wurden von Remus beobachtet, der diese Szene mit Genuss verfolgte. Nicht nur ihm, auch der gesamten Klasse war aufgefallen, dass die beiden Erzrivalen sich halfen.
"Du musst, wenn du ihn aussprichst an etwas Schönes denken. Etwas, was dich unglaublich glücklich macht.", nuschelte Harry eingehend, Draco runzelte die Stirn.
"Ich kenne kein solches Ereignis.", gab Draco zu, Harry schien geschockt.
"Nichts, was dich jemals so richtig glücklich gemacht hat?", hackte Harry nach, Draco verneinte.
"Das kann aber nicht sein, Malfoy. Komm schon. Es muss etwas geben, was dich glücklich machen könnte. Hm? Irgendwas?", fragte Harry verzweifelt, Draco sah nachdenklich zu Harry.
"Ja, vielleicht gäbe es da etwas, was mich glücklich machen würde. Ich werde es einfach versuchen.", räusperte sich Draco und streckte seinen Zauberstab aus.
"Gut so. Komm schon, Malfoy. Konzentriere dich.", haspelte Harry nervös, Draco tat dies. Als der den Zauber sprach, explodierte seine Spitze, doch kein Wesen kam zum Vorschein. Sehr enttäuscht und sauer wollte er aufgeben, verschwinden, doch Harry hielt ihn zurück.
"Nicht aufgeben, komm schon - noch Mal. Du schaffst das. Ich weiß es! Konzentriere dich stärker auf das Ereignis.", gab Harry nicht auf, Draco musterte ihn nicht glaubend.
"Meinst du?", fragte er leise, Harry nickte eifrig und schenkte Draco ein Lächeln, welches sogar den Schnee schmelzen ließ. Also versuchte es Draco nochmals, verstärkte seine Bemühungen und biss die Zähne zusammen. Seine Augenlider schlossen sich, hart rief er den Spruch aus. Als er Harrys keuchen neben sich hörte, riss er die Augen auf, Glücksgefühle breiteten sich in ihm aus. Sein Patronus war mächtiger und größer - vor allem schimmernder als die von allen anderen. Ein silberner Drache fauchte die Schüler an, wartete auf Befehle.
"Wunderschön.", hauchte Harry beeindruckt und fing zu klatschen an.
"Ich sagte es ja! Du kannst es!", rief er begeistert auf, Dracos Gesicht strahlte. Nun musste Harry seinen Patronus zeigen, wobei der Hirsch und der Drache miteinander zu spielen anfingen. Beide lachten befreit auf, auch Remus freute sich. Er liebte dieses Fach und belohnte Gryffindor und Slytherin mit jeweils 20 Punkten. Zufrieden beendete er die Stunde, nur wenige hatten den Patronus geschafft. Während Draco selig grinsend von Dannen zog und von Blaise ausgefragt wurde, folgten Harry, Ron, Hermine und die anderen aus Gryffindor. Auch Harry wurde ausgefragt, doch schwieg er grinsend.
"Leute? Ich muss noch etwas nachfragen. Wartet nicht auf mich, ja? Wir treffen uns dann später wieder, okay?" Harry hatte es eilig, rannte hinter Malfoy her. Als er ihn einholte, hielt er ihn kurzzeitig am Ärmel fest, ging sofort wieder auf Abstand.
"Was gibt´s, Potter?", schnarrte Draco ein klein wenig, doch seine Augen funkelten.
"Ich will ja nicht neugierig erscheinen, aber ich würde so gerne wissen welches Ereignis du dir ausgesucht hattest. Also ich meine, welchen glücklichen Moment du ausgesucht hast.", plapperte Harry munter darauf hin los, Draco grinste ein wenig.
"Das kann ich dir nicht sagen, Potter. Denn du bist viel zu neugierig, meines Erachtens nach.", gab er übermütig von sich, Harry schmollte ein wenig und Blaise fing leise zu lachen an.
"Bitte, Malfoy! Nur einen kleinen Tipp! Dein Drache war so schön groß! Vielleicht kann ich ja etwas von dir lernen? Malfoy!", maulte er los, Draco fing ebenfalls zu lachen an und schüttelte amüsiert den Kopf. Er mochte es, wenn Harry schmollte und vor Neugierde beinahe platzte. Schlecht konnte er Harry verraten, dass er an eine mögliche Freundschaft zwischen ihnen gedacht hatte.
"Nein."
"Bitte!" Harry gab einfach nicht auf und Blaise verkrümelte sich schief grinsend. Draco hatte sich verändert, und das zum Positiven. Anscheinend verstanden sich die beiden nun, was Draco viel umgänglicher machte. Und Pansy? Die gab es langsam auf, obwohl Draco ihr sehr wohl mitgeteilt hatte, dass Schluss war. Sie wollte einfach nicht aufgeben, aber mit der Zeit merkte sie sehr wohl, dass ihre Bemühungen umsonst waren. Harry und Draco triezten sich beinahe liebevoll weiter, lachten zeitweise auf und schritten wie Freunde zum nächsten Unterricht. Als sie auf ihrer Strecke leises Stöhnen hörten hielten beide inne. Neugierig und doch ein wenig rot um die Nasen, sahen sie sich an, folgten diesem Geräusch.
"Ich fasse es nicht. Frage mich wer hier wen vögelt.", gluckste Draco ein wenig, Harry grinste schief.
"Vor allem so knapp nach dem Unterricht! Wir sollten die beiden in Ruhe lassen und...." Abermals hielten sie inne, da sie weiteres stöhnen vernahmen - jedoch von zwei Jungs. Harry wurde leicht weiß im Gesicht, Draco bemerkte es sofort.
"Potter? Was hast du denn?", meinte Draco etwas irritiert, Harry schoss auf eine der Türen zu.
"Hey! Du kannst da nicht einfach hineinplatzen! Mann, Potter!", stieß Draco panisch aus, doch Harry hörte nicht auf ihn. Hastig angelte er sich seinen Zauberstab, hielt ihn ans Schloss und sprengte beinahe die Türe auf. Was er dann sah, verschlug ihm den Atem.
"Oh Scheiße!", keuchte Draco mit großen Augen, doch von Harry kam kein Mucks. Zwei junge Männer liebten sich hingebungsvoll auf einen der Tische, wobei der unten liegende immer lauter aufschrie, sich seinem Geliebten entgegenreckte. Der Aktivere der beiden, der heftig in den willigen Körper stieß, hielt kurz inne, grinste Harry und Draco gehässig an und stieß nun härter zu. Der Junge unter ihm schrie laut und lustvoll auf, drehte seinen Kopf und riss schockiert seine Augen auf. Beim nächsten Stoß kam er zum Orgasmus, schrie Harrys Namen, da er gerade diesen im Türrahmen stehen sah. Jonas Smith wurde gerade von Theodore Nott in den Himmel gevögelt, was Harrys Herz brechen ließ.
Während Jonas zu wimmern anfing, sich noch immer erholen musste, grinste Theo teuflisch und zog sich nach seinem stöhnenden Erguss sanft zurück, reinigte sich und zog sich die Hose an. Harrys Augen brachen, tiefe Trauer und Wut, sowie Betäubung spiegelte sich in ihnen. Draco bemerkte dies sofort, wallender Hass flammte in ihm auf. Keuchen durchbrach die Stille, Draco blickte von einem weinenden Jonas zu einem fies grinsenden Theodore - danach sah er zu Harry. Dracos Sinne standen in Alarmbereitschaft, so wie Harry sich verhielt. Langsam schüttelte der Schwarzhaarige den Kopf, stolperte rückwärts, drehte sich umher und hetzte durch die Gänge.
"POTTER!", schrie Draco ihm hinterher, doch dieser schlidderte gerade um die nächste Ecke. Mit blitzenden Augen betrachtete Draco angewidert die beiden Jungs, wobei Jonas hastig seine Kleidung zusammensuchte und sich in eine Ecke kauerte.
"Ich wusste schon immer, dass du ein verficktes Arschloch bist, Smith. Du bist mehr als erbärmlich. Kehre in dein dreckiges Loch zurück, du hast den Stellenwert unserer Schule nicht verdient. Und was dich angeht - Nott, du bist wirklich scheiße.", spie er gehässig aus, Theo zuckte nur die Schultern.
"Mann, reg dich ab! Potter wollte ihn nicht ranlassen, dabei war der Süße hier doch so notgeil. Was kann ich denn dafür, wenn er sich mir so an den Hals schmeißt? Ich bin auch nur ein Mann und er sieht verdammt heiß aus. Potter ist selber Schuld.", gab er ruhig von sich, Jonas Schluchzen wurde immer lauter.
"Vergib mir, Harry.", hörte Draco die Worte, doch wendete er ohne ein Wort zu sagen und rannte Harry hinterher. Es war ihm scheiß egal mit welchen Schuldgefühlen Smith zu tun hatte, er hatte seinen Potter verletzt! Hastig überlegte er wo Harry hingelaufen sein könnte, schlidderte nun ebenso um die nächste Ecke und sprintete weiter. Seine Lungen taten ihm schon weh, aber er war sich sicher, dass Harry ihn nun brauchen würde. Plötzlich hörte er ein herzzerreißendes Schluchzen, dem er natürlich sofort folgte. Als er um die nächste Ecke bog, lehnte Harry an der Mauer an, hielt seine Hände vors Gesicht und weinte bitterlich. Seine Schultern zuckten, während er langsam die Mauer hinabrutschte.
Draco wusste nicht was er tun sollte, kam langsam näher und versuchte dabei zu Atem zu kommen. Zwei Blicke reichten aus um sich zu vergewissern, dass sie alleine waren.
"Hör mal, Potter. Vergiss diesen Scheißer einfach. Er war es nicht wert, verstehst du?", versuchte es Draco wie ein Elefant im Porzellanladen, Harry reagierte sofort. Langsam ließ er seine Hände sinken, ein verquollenes Gesicht mit roten Augen und tränennassen Wangen kam zum Vorschein.
"WAS WEIßT DU SCHON DARÜBER, MALFOY! Ich habe diesen Scheißkerl geliebt und er lässt sich von einem anderem ficken! Sieht mir dabei sogar ins Gesicht und spritzt mit meinem Namen auf den Lippen ab! Ich dachte wirklich er liebt mich!!!!! DU HAST KEINE AHNUNG WIE SICH DAS ANFÜHLT! WIE KONNTE ICH NUR GLAUBEN, DASS MICH JEMALS JEMAND LIEBT!!!!! LÜGEN, ALLES VERDAMMTE LÜGEN!!", schrie Harry aufgebracht und hysterisch aus, Draco verschlug es die Sprache.
All die Trauer, der Schmerz waren beinahe greifbar, ergriffen sogar sein Herz. Er spürte diese Gefühle so intensiv und wollte eigentlich nur noch handeln. Damals war er mit einer heulenden Pansy konfrontiert gewesen, wusste auch nicht wie er damit umgehen sollte. Bei Potter würde er es sicherlich auch falsch machen. Trotz all dieser Warnungen, die sein siebter Sinn ihm zurief, schritt er näher und zog Harry einfach in die Arme. Harry wehrte sich mit Händen und Füßen, kratzte und trat um sich, schrie hart auf und schluchzte bitterlich. Draco biss die Zähne zusammen, hielt ihn eisern fest und merkte mit der Zeit wie Harry in sich zusammensank und leise wimmerte. Zusammen sanken sie auf den Boden, Harry saß verdreht zwischen Dracos Beinen.
"Schon gut, Potter. Schon gut. Lass es raus, okay? Ich kenne mich in der Tat nicht so gut damit aus, hatte noch nie Liebeskummer oder mein Herz verschenkt. Aber es muss sehr wehtun, wenn du so reagierst. Du liebtest ihn wirklich, was? Aber ihr ward doch glücklich, oder? Was ist passiert?", fand er endlich den richtigen Faden, Harry schluchzte noch immer und drückte sich sogar noch näher an Draco, klammerte sich fest an ihn. Der Geruch von Harry strömte in Dracos Nase, den er zufrieden einzog.
"Ich... ich....kann nicht.", schluchzte Harry herzzerreißend, Draco verstand und hielt ihn einfach nur fest. Hastige Schritte erklangen, die nun direkt vor ihnen verklangen. Langsam hob Draco seinen Blick, welcher einen etwas verheulten Jonas einfing.
"Was willst du denn hier!", schoss er ihm voller Hass entgegen, Jonas wirkte schuldbewusst.
"Ich... ich wollte mit Harry sprechen.", wisperte er leise, neue Tränen bildeten sich in seinen schönen Augen.
"Verschwinde! Potter will nicht mit dir reden! Siehst du nicht was du mit ihm angestellt hast? Bist du so blind? Du hast ihn verletzt und das steht dir nicht zu! Der einzige der ihn verletzten darf bin ich! Ich habe als einziger das Privileg dazu! Du kommst hier einfach so angeschneit und nimmst mir meinen Lieblingsstreitpartner weg! Stiehlst sein Herz und zerreißt es in Stücke, indem du dich von Nott durchvögeln lässt! VERSCHWINDE! SOFORT!!! HAU AB!", schrie er ihm entgegen, Harry zitterte in seinen Armen und schluchzte noch immer. Ein jedes Wort traf wie Hiebe, ließ den jungen Jonas Smith zusammenzucken. Verzweiflung spiegelte sich in seinen Augen und trotzdem gab er resigniert auf.
"Es tut mir so Leid, Harry. Ich kann es nicht ungeschehen machen. Ich machte einen Fehler, wollte dich nicht verletzen und...", versuchte er es ein letztes Mal, doch Harry reagierte nicht auf ihn. Anscheinend stand er unter Schock. Draco knurrte und fletschte beinahe seine Zähne.
"ICH SAGTE, DU SOLLST VERSCHWINDEN! ZIEH LEINE, ODER ICH MACHE DICH FERTIG!", brüllte er ihn an, Jonas Tränen liefen die Wangen hinunter.
"Harry... ich liebe dich noch immer... verzeih mir, bitte.", wimmerte er, fing selber zu weinen an. Als Jonas den Hass von Draco spürte und ebenso bemerkte, dass Harry nicht auf ihn reagierte, drehte er sich um und schlurfte betrübt und weinend den Gang entlang. Nur noch 4 Tage, dann musste er sowieso wieder zurück nach Durmstrang. Draco sah ihm nach, atmete tief durch und drückte den schluchzenden Körper weiterhin an sich.
"So ein blöder Idiot! Wagt er es tatsächlich noch von Liebe zu sprechen! Wenn man jemanden liebt, dann betrügt man ihn nicht! Ich kann davon sehr wohl ein Lied singen, denn ich liebte noch nie. So konnte ich bisher niemals in so eine Situation gelangen. Tz - Liebe.", schnarrte er leise und streichelte abwesend über Harrys Haar. Das Wimmern wurde leiser, Harry schlief vor Erschöpfung ein. Er hatte keines der Worte von Draco oder Jonas mitbekommen, war in seinem Schmerz gefangen gewesen. Draco seufzte und lehnte sich an der Wand an. Langsam sah er auf Harry hinab, zog ein Taschentuch hervor und wischte behutsam Harrys Gesicht trocken.
"Verflucht, Potter, heul nicht wegen diesem Arsch, er ist es einfach nicht wert. Wahre Liebe betrügt nicht, so einfach ist das.", murmelte er leise, wischte weiterhin Harrys Gesicht trocken. Als er das Tuch wegsteckte, spreizte er seine Finger ab, ließ seine Handfläche zaghaft über Harrys Gesicht gleiten. Fingerspitzen berührten das erhitzte Gesicht, beinahe zärtlich streichelte er über Harrys Wange. Seufzend richtete er sich langsam auf, hob Harry auf seine Arme und schritt mit ihm Richtung Gryffindorturm.
"Du bist mein Potter und sonst von keinem anderen. Mein Potty-Baby.", murrte er leise und drückte den federleichten Körper fester an sich. Er fühlte sich stark, da er für Harry das erste Mal da gewesen war, das erste Mal ihm helfen konnte. Keine Granger oder Weasley. Nein, diesmal war es ein Malfoy. Draco schien tief in Gedanken zu sein, da er den heimlichen Beobachter nicht bemerkte. Dieser war kein geringerer als ein grinsender Zabini, der so einen gefühlvollen Draco Malfoy noch nie zu Gesicht bekommen hatte. Wie es schien, hatte Draco einen Narren an Potter gefressen - so, wie er es immer vermutet hatte. Natürlich tat ihm Potter Leid, hatte hart schlucken müssen, als dieser so wild um sich schlug und in Dracos Armen zusammenbrach. Er konnte verstehen, was Harry durchmachte, doch war er stolz auf seinen besten Freund, da dieser sich um Harry Potter kümmerte. Rührend kümmerte.
°°°°
"Lass mich rein, du alte Schachtel!", spie Draco der fetten Dame entgegen, doch diese weigerte sich beharrlich.
"Du bist aus Slytherin, dich lasse ich nicht hinein!", gab sie genervt zu verstehen, Draco knurrte.
"Und ich halte hier einen Gryffindor in meinen Armen! Du siehst doch, dass es Potter nicht gut geht! Mach verdammt noch einmal auf!", rief er außer sich vor Wut aus, als neben ihm jemand das Passwort nannte. Erschrocken wirbelte Draco umher, zog Harry noch dichter an sich und glotzte sein Gegenüber dümmlich an.
"Was hast du mit Harry gemacht?", traute sich Neville zu fragen, der als erster vom Mittagessen zurückkehrte.
"Ich habe nichts mit ihm gemacht, Longbottom! Diese miese Ratte von Smith hat ihm das Herz gebrochen und ich habe ihn so gefunden. Hätte ich ihn liegen lassen sollen?", schnarrte er los, Neville kratzte sich verlegen den Kopf.
"Nein, aber... du und helfen?", traute er sich zu fragen, Draco knurrte abermals.
"Kann dir doch egal sein. Wo ist euer Schlafraum?", erkundigte sich Draco und schritt voran durch den Gemeinschaftsraum.
"Das kann ich dir nicht sagen, Malfoy! Gib mir Harry, ich regle das schon.", kam es hart von Neville, Draco funkelte ihn wild an.
"Longbottom!", zischte er gefährlich, da er Harry sicherlich nicht freiwillig hergeben würde.
"Schon gut, schon gut.", beeilte sich Neville zu sagen, beide hörten hinter sich einen kleinen Schrei.
"HARRY!", rief Hermine aus, eilte zu ihrem eingeschlafenen Freund, Ron folgte.
"Fragt nicht, folgt mir einfach.", kommandierte Draco und stieg die Treppen zum Schlafsaal hoch. Neville war vorausgegangen, sagte kein Wort mehr.
"Lass ihn los, Malfoy! Ich nehme ihn!", zeterte Ron los, Draco schnaubte.
"NEIN!"
"Arsch.", fauchte Ron, doch Draco hörte nicht auf ihn. Dean und Seamus kamen hinzu, unterhielten sich leise mit Hermine, die das ganze ziemlich eigenartig fand.
"Und er lässt Harry nicht los?", fragte Seamus leise nach, Hermine nickte.
"Nein, er gibt ihn um keinen Preis her. Sehr eigenartig.", schlussfolgerte sie leise, Seamus grinste.
"Würde ich nicht meinen.", überlegte er laut, Ron drehte sich zu ihm.
"Wie meinst du das, Seamus?", kam es sogleich, doch Seamus lächelte und schwieg. Auch Hermine hatte schon einen Verdacht, aber das konnte doch nicht sein, oder?
Als sie alle im Schlafsaal eintrafen, legte Draco Harry behutsam auf dem Bett ab, zog die Decke über ihn und setzte sich direkt neben ihn aufs Bett. In Gedanken versunken und Kopf schüttelnd starrte er auf Harrys Gesicht, stand nun auf und schlenderte einfach so ins Badezimmer.
"Wo will er denn hin?", fragte Neville in die Runde, alle zuckten die Schultern. Draco kam mit einem nassen und kalten Lappen zurück, setzte sich wieder zu Harry und tupfte damit sein Gesicht ab.
"Und was sollte das werden, wenn es fertig ist?", zischte Ron, Draco strafte ihn mit einem scharfen Blick und hielt kurzzeitig inne.
"Sein Gesicht ist vom weinen geschwollen, du Dorftrottel! Hattest du das noch nicht bemerkt? Damit er, wenn er wieder munter wird, normal aussieht, muss die Schwellung abklingen. Und mit was macht man das?", kam es gelangweilt und genervt von Draco. Ron wollte sich schon auf ihn stürzten, doch die anderen hielten ihn einfach auf. Schnaubend drehte sich Draco wieder zu Harry, legte ihm den kalten Lappen über die Augen und stand auf.
"Sagst du uns jetzt was passiert ist? Wieso kümmerst du dich auf einmal um Harry?", erkundigte sich Dean eingehend, traute er dem Slytherin nicht über den Weg. Draco griff sich an die Stirn und rieb sie, überlegte und holte danach tief Luft. Dann fing er zu erzählen an, leise, überlegend. Die Freunde von Harry zogen scharf die Luft ein und lebten richtig mit, als Draco anfing Jonas Smith übelst zu beschimpfen.
"Er hat es gewagt Potter weh zu tun! Der einzige der das darf bin ich! Und wie soll ich das weiterhin machen, wenn er nicht wieder fit ist? Kümmert euch gefälligst um ihn, oder sagt Pomfrey Bescheid. Ich glaube wohl kaum, dass Potter noch in den Unterricht gehen wird.", sprach er alle an, die ihn etwas verdutzt ansahen.
"Aber du streitest nur noch selten mit Harry.", gab Hermine zu bedenken, Draco wurde ein wenig rot um die Nase. Trotz allem behielt er seine Maske auf, sah sie alle eingebildet an und schnalzte mit der Zunge.
"Kann sein, aber das ist meine Sache. Verrückt, wie sich einiges ändern kann. Es gibt Dinge die man eben ändern muss - wir alle verändern uns. Vielleicht will ich ja nicht mehr all zu oft streiten, ich bin es einfach nur leid. Aber wenn mir danach ist, dann darf nur ich das und kein anderer. Und wenn dieser Smith ihm zu nahe kommt, dann...." Draco ließ seine Knöchel knacken, Ron grinste schief.
"Endlich sind wir da einer Meinung.", kam es kalt von Ron, Draco nickte grimmig.
"Ich verschwinde dann wieder..." murmelte Draco ein wenig befangen, war er doch im Nest der Löwen. Er überlegte kurz, schritt dann aber nochmals zu Harry. Kurz legte er den Lappen weg, ließ abermals seine fünf Fingerkuppen über Harrys Gesicht wandern.
"Dummes Potty-Baby. Du bist unverbesserlich. Verschenkst einfach so dein Herz. Und zwar einem Vollidioten.... Mann, Potter, von dir hätte ich besseres erwartet. Dieses Arschloch war es nicht wert, schnall es endlich!", schnarrte er gegen Schluss. Den Lappen wieder platziert, marschierte er hoch erhobenen Hauptes aus der Türe und verschwand. Verwunderte sahen ihm die Freunde nach, Seamus und Dean grinsten. Hermines Augen glitzerten und Neville machte sich Sorgen um Harry. Ron verstand nur Bahnhof, fragte sich was in Malfoy gefahren war.
°°°°
Als Harry wieder aufwachte, wusste er vorerst nicht wo er sich befand und wie er hierher gekommen war. Schlimme Erinnerungen fluteten sein Gehirn, ließen neue Tränen aufsteigen. Anscheinend war es gerade Nacht, da der Schlafsaal in Dunkelheit gehüllt war. Hatte er den Unterricht verpasst? Wieso hatte ihn niemand geweckt? Harry gestand sich jedoch ein kein Interesse daran zu haben, ob er den Unterricht des letzten Tages geschwänzt hatte, oder nicht. Er wusste nicht, dass seine Freunde alles in die Wege geleitet hatten, Harry entschuldigten.
Schmerz breitete sich in seinem Körper aus, zerriss sein Herz abermals. Ja, er konnte sich wieder an alles erinnern, bis er den Filmriss hatte. Heiße Tränen liefen ihm über die Wangen, Harry drückte sein Gesicht ins Kissen und schluchzte leise auf. Nur so am Rande bekam er mit, wie sich die Matratze unter einem anderen Gewicht senkte, ihm jemand über den Kopf streichelte.
"Ach Harry. Ich weiß nicht wie ich dir helfen kann, ehrlich, Mann. Aber ich bin für dich da. Liebeskummer ist scheiße, was?", wisperte Ron ein wenig verschlafen, doch legte er sich zu ihm und nahm ihn wortlos in den Arm. Lächelnd bemerkte er Seamus, der nicht weniger verschlafen wirkte und durch den Vorhang lugte.
"Alles okay bei Harry? Soll ich bei ihm bleiben?", flüsterte er leise, damit die anderen nicht aufwachten.
"Nein, geht schon. Ich bleibe diese Nacht bei ihm.", nickte Ron ernsthaft, Seamus verzog sich wieder. Allerdings nicht, bevor er Harry durch die Haare wuschelte und ihm leise zu verstehen gab, dass es bald wieder aufwärts gehen würde.
°°°°
Drei Tage vergingen und Harry wollte nicht aus dem Bett kommen. Wie es ebenso schien, hatte er sich eine Erkältung zugezogen. Poppy wurde sofort alarmiert, die auf Wunsch von Dumbledore sogar Hausbesuche machte. Eine Phiole und gut gemeinte Ratschläge später verschwand sie wieder. Besorgte Freunde kümmerten sich rührend um Harry, flößten ihm den Trank ein. Sie hofften, dass Harrys Fieber bald wieder senken würde.
"Tschüs, Harry, wir müssen wieder zum Unterricht. Wenn Mittag ist, bringen wir dir etwas zu Essen mit. Halte bis dahin durch, ja? Wir sind immer für dich da.", wisperte Hermine leise, küsste einen abwesenden Harry auf die Wange. Auch die anderen verabschiedeten sich betrübt, hatten sie Harry noch nie so traurig gesehen. Als die Türe sich schloss war Harry ganz alleine, wusste nicht wie schlimm er eigentlich aussah. Noch einmal dachte er über sich und Jonas nach, was schief gelaufen war. Nur weil er "nein" gesagt hatte, trieb er seinen damaligen Freund in die Arme eines anderen? Von wegen Liebe! Wenn man liebt, dann betrügt man nicht - rief er sich in Erinnerung.
Harry durchlief alle Stadien eines Liebeskummers. Unendliche Trauer und Schmerz, danach folgte die Taubheit der Gefühle. Schließlich kam Resignation zum Vorschein und zum Schluss war es nur noch Wut und Hass. Langsam richtete sich Harry auf, sein Herz klopfte hart in der Brust, da sein Kreislauf noch immer instabil war. Schwindel erfasste ihn, doch musste er sich ein wenig bewegen. Nun fiel ihm auch ein, dass Jonas heute abreisen würde. Sollte er sich von ihm verabschieden? Eigentlich war er es nicht mehr wert. Harry jedoch wollte miterleben wie sich Jonas verhielt. Mit letzter Kraft kleidete er sich warm an und zog sich den Tarnumhang über den Kopf. Da sämtliche Schüler beim Unterricht waren, stiefelte Jonas mit tiefer Trauer aus dem Schloss, drehte sich nochmals um und schniefte leise.
"Es tut mir so Leid, Harry. Du weißt nicht wie sehr. Leb wohl.", schluchzte er weiter, konnte sich immer und immer wieder selber ohrfeigen. Nur weil er notgeil gewesen war, hatte er sich zum Sex verleiten lassen. Ja, er war sauer gewesen, weil Harry ihn abgeblockt hatte. Doch war dies noch lange kein Grund ihn deshalb zu betrügen. Endlich hatte er seine Liebe gefunden und dann machte er so einen riesigen Fehler.
"Ich verzeihe dir.", erklang die leise Stimme von Harry dicht neben seinem Ohr. Erschrocken resignierte er ebenso, wie er hinter einen Baum gezogen wurde, Harry sich den Tarnumhang abstreifte.
"Harry", wisperte er leise, Tränen schimmerten in seinen schönen Augen.
"Jonas.", gab Harry ruhig und müde von sich, sah seinen Ex-Geliebten hart in die Augen.
"Bitte, Harry, es tut mir wirklich aufrichtig Leid. Ich weiß, dass alles was ich sage nicht unbedingt für meine Unschuld spricht, da ich es ja selber wollte, aber...."
"Ich sagte ja, ich verzeihe dir. Weißt du, Jonas, ich habe viel daraus gelernt.", erwiderte Harry etwas distanziert, Jonas blinzelte erstaunt.
"Ach, und was?", fragte er kleinlaut weiter, Harry seufzte.
"Ich habe lange darüber nachgedacht wieso ich mit dir nicht weiter gehen konnte. Einerseits ging es mir zu schnell und andererseits..."
"...andererseits war deine Liebe zu mir nicht groß genug, richtig?", unterbrach Jonas ihn bestimmt, Harry sah ihn traurig an.
"Vielleicht..", räumte Harry ein, Jonas wirkte betrügt.
"Obwohl du nie etwas davon gesagt hattest, wusste ich es. Ich bin nicht blind, Harry. Klar verliebtest du dich in mich, aber dein Herz gehört einfach jemanden anderen. Dann drängte ich dich auch noch, dir wurde alles zu viel und dann... dann fühlte ich mich gedemütigt und abgeschoben. Eben weil ich wusste, dass du mich niemals so tief lieben könntest, wie diesen anderen Jungen..."
"Wen.. wen meinst du denn?", hauchte Harry erschrocken, er kannte bereits die Antwort.
"Draco Malfoy. Harry, ich bin nicht blind. Trotzdem rechtfertig es nicht meinen Fehltritt. Anscheinend bin ich für Treue nicht gemacht und trotzdem habe ich mein Herz an dich verloren. Auch wenn es dir vielleicht nicht viel bringt, doch Theo hatte meinen Körper, es war nur Sex. Du jedoch hast mein Herz und das mache ich dir zum Geschenk. Danke, dass du derjenige warst, dem ich es schenken durfte.", lächelte Jonas unter Tränen, Harry schien sprachlos zu sein.
"Nur noch eines, Harry. Dürfte ich dich vielleicht um einen letzten Gefallen bitten?", fragte er leise, leicht fing er unter dem Andrang des Winters und dem Schnee zu zittern an.
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