Fanfiktion / Bücher / Harry Potter / Irrungen und Wirrungen
1. Kapitel
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von Lejune    erstellt: 28.01.2007    letztes Update: 03.02.2007    Romanze / P12    (fertiggestellt) 32 Reviews
Inhalt
Was zu Slughorns Party im 6. Schuljahr funktioniert hat, muss für den Abschlussball wieder herhalten: Hermine will Ron eifersüchtig machen. Also fragt sie Draco Malfoy - aber das Drehbuch will nicht immer so wie die Schauspieler... HG/BZ

Disclaimer oder so
Also, die Charaktere gehören JKR, die Handlung mir, und der Titel... ich glaube, Theodor Fontane - bei Überschriften stelle ich mich grundsätzlich kreativlos an, also hab' ich ihn klammheimlich bestohlen. x)


1. Kapitel
Hermine strich nervös – nervös? nie im Leben! – ihren Umhang glatt und ging mit schnellen, scheinbar sicheren Schritten auf die Gruppe Slytherins zu. Was jetzt folgen sollte, war das, was sie in ihrer Fantasie schon so oft durchgespielt hatte: Sie würde Draco fragen, ob er mit ihr zum Abschlussball ginge – er würde zwar verwirrt sein, aber nach einiger Zeit doch zustimmen – SCHNITT – Draco und Hermine auf dem Abschlussball, und in einiger Entfernung ein vor Eifersucht tobender Ron...
Nun ja, musste sie ihre innere Kamera verbessern; Ron würde nicht vor Eifersucht toben, sondern sich viel mehr darüber aufregen, dass es Draco Malfoy war, mit dem sie zum Ball ging. Was im Prinzip auf das Gleiche hinauslief.
„Malfoy! He, Malfoy!“ (Hermine, es ist vollkommen egal, was sie jetzt von dir denken, und es ist auch egal, dass du Selbstgespräche führst. KONZENTRIER DICH!)
Der – zugegebenerweise nicht besonders hübsche – Draco Malfoy löste sich mit wenigen Schritten vom Rest seiner Hausgenossen und verschränkte gelangweilt die Arme vor der Brust. „Was willst du denn hier?“ Spöttisch lächelnd zog er seinen Zauberstab (Was hab ich mir eigentlich dabei gedacht?), um im Falle eines Falles auf alles vorbereitet zu sein. „Geh mit mir zum Ball“, forderte Hermine. Fordern war der richtige Ausdruck; in ihrer Stimme lag eine Unerbittlichkeit, die keinen Widerspruch duldete. Genau, wie sie es erwartet hatte, brachen Draco und seine Kumpanen in wieherndes Gelächter aus. (Bist du dir sicher, dass du mit DEM zum Abschlussball gehen willst?)
Sie seufzte theatralisch (stand auch so im imaginären Drehbuch), verschränkte ebenso gelangtweilt die Arme wie vorher Malfoy und pustete eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Punkt 1: Slytherins benehmen sich grundsätzlich wie kleine Kinder“, begann sie aufzuzählen (das Drehbuch...). Die Slytherins hörten auf zu lachen. „Punkt zwei: Slytherins würden sich nie im Leben trauen, mit einer Gryffindor zum Abschlussball zu gehen.“ Die Slytherins wandten ihr die ungeteilte Aufmerksamkeit zu. „Punkt drei: Besonders Draco Malfoy wird es nicht schaffen, eine Hermine Granger vom Gegenteil zu überzeugen.“ Draco Malfoy blickte einigermaßen verwirrt und angewidert. „Hör mal zu, Schlammblut, nur weil du anscheinend zu dämlich bist, dir einen Partner für den Abschlussball zu angeln, brauchst du nicht ankom-“ „Hör mal zu, Idiot, nur weil dir in sieben Schuljahren immer noch keine intelligentere Beleidigung als ‚Schlammblut’ eingefallen ist, brauchst du nicht von Dingen sprechen, von denen du keine Ahnung hast.“ Wie gut, dass es Drehbücher gab.
„Ich geh doch nicht mit dir zum Abschlussball.“ Malfoy tippte sich an die Stirn und wandte sich ab. „Was sag’ ich?“ Hermine grinste siegessicher. „Du bist zu feige.“
In diesem Moment trat Pansy vor, böse schauend und definitiv verärgert über Hermines arrogantes Verhalten. „Draco geht mit mir zum Ball“, zischte sie, „und darum nicht mit dir!“ Die Diskussion nahm ein sehr grundschülerhaftes Niveau an, aber – so dachte Hermine – sei’s drum, in ein paar Wochen bin ich sie los.
„Wie bitte?“ Verblüfft wandte sich Malfoy Pansy zu. Hermine verbiss sich mit aller Kraft das Lachen; nicht einmal grinsen durfte sie. „Ich denke ja nicht dran. Und du!“, er drehte sich wieder zu Hermine, „vergiss es, ich hab’ schon jemanden.“ Jetzt konnte sie lachen. „Das hätte ich jetzt auch gesagt.“ „Sag mal, was willst du eigentlich von uns?“, fauchte einer der anderen Slytherins – Blaise Zabini; Hermine konnte sie vage an seine Anwesenheit bei Slughorns Clubtreffen im letzten Jahr erinnern. „Dass einer von euch mir beweist, dass ihr nicht zu feige für Kompromisse seid.“ „Kompromiss nennt sie das!“, höhnte Draco. „Ja, nenne ich“, erwiderte Hermine mit hochgezogenen Augenbrauen. „Okay, ich geh’ mit dir.“ „WAS??“ Die Blicke aller fielen erstaunt auf – Blaise Zabini.
(Das steht so nicht im Drehbuch!! Das ist unfair!!)
So wie Hermine dastand, waren es mindestens zwei Donner, die sie gerührt hatten. „Was denn, was denn, machst du etwa einen Rückzieher?“ Blaise grinste überlegen. „Natürlich nicht!“ Empört stemmte Hermine die Hände in die Hüften, was sie irgendwie an Mrs. Weasley erinnerte.
„Also gut, dann sehen wir uns in zwei Wochen. Und jetzt verschwinde!“
„Wenigstens einer“, äußerte sich Hermine, die ihre Fassung wiedergefunden hatte, spöttisch-selbstgefällig und ging stolzen Schrittes davon. Hinter sich hörte sie das aufgeregte Getuschel der Slytherins, spürte die Blicke auf der Rückseite ihres Umhanges und konnte sich vorstellen, dass sie nun Ausflüchte und Rachepläne schmiedeten. Aber – und hier begann das Drehbuch wieder – sie würde ihnen keine Chance lassen.
 
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