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Eine Zeit namens "früher"
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| von Lejune erstellt: 20.03.2007 letztes Update: 20.03.2007 Romanze / P12 (fertiggestellt) | 6 Reviews |
Eine Zeit namens "früher"
Es hatte eine Zeit gegeben (vor dem Krieg und Askaban), eine Zeit (eine schöne Zeit), in der das, was sie taten (etwas Verbotenes), nur aus einem Grund etwas Verbotenes war (aus einem guten Grund).
Ein viel besserer Grund als der, dass Slytherins und Gryffindors nicht miteinander ausgehen durften,
ein viel besserer Grund als der, dass Todesser und Mitglieder des Phönixordens nicht miteinander ausgehen durften,
ein viel besserer Grund als der, dass sie sich unter gegebenen Umständen hassen sollten.
Und doch ein Grund, der nicht stark genug war, ihre Liebe zu verhindern.
Sirius seufzte und starrte ins Kaminfeuer. Dieser Ort erinnerte ihn an sie. In jedem Raum konnte er noch ihre Anwesenheit spüren, konnte ihre Worte hören, konnte fast ein blasses Abbild ihrer Gestalt sehen; und konnte doch nicht zu ihr gelangen.
„Es ist zu gefährlich“, sagte Remus, der am anderen Ende des Küchentisches saß. „Ich kann ja verstehen, dass du hinaus willst, etwas tun willst, aber momentan ist es einfach das Beste...“ Nichts verstand er, niemand hatte je von ihnen gewusst.
„Ich weiß“, unterbrach Sirius ihn. Wie viele Monate war es her, dass er wieder im Grimmauldplatz eingezogen war? Er hätte sehr gut damit leben können, nur eingesperrt zu sein. Das war nicht angenehm, okay, aber besser hier als in Askaban, richtig? Nur, dass alles hier seine Erinnerung aufwühlte.
Und sie war anwesend, in einer Weise. Er warf die Fotos fort. Alles, alles sollte verschwinden, wenn sie doch nicht hier sein konnte – selbst wenn sie gewollt hätte –
Ob sie das noch wollte, dessen war er sich nicht mehr sicher. Auch er hatte vergessen, nachdem er aus Askaban geflohen war; doch jetzt, hier, wuchs ständig die Sehnsucht in ihm, nach ihrem dunklen Lächeln, nach ihren Augen, nach ihren Armen, die sich früher in finsteren, sturmzerfurchten Nächten um seinen Hals geschlungen hatten.
Auch sie war aus Askaban entkommen, und, so vermutete er, auch sie hatte vergessen.
Es war eine Qual zu wissen, dass sie da draußen war und nicht zu ihm gelangen konnte, genauso wenig wie er zu ihr.
Die Küchentür klappte.
„Meister“, sagte Kreacher, „der Hippogreif ist verwundet.“ Immer sagte er „der Hippogreif“. Ehrloses Wesen, Kreacher.
„Ich schau nach ihm.“ Sirius stand auf, gefolgt von Remus.
„Und ich werde oben meine Sachen packen, ich muss wieder los...“
Seidenschnabel war eines der wenigen Dinge – was hieß, Dinge; Wesen! – in diesem Haus, das Sirius nicht an sie erinnerte, und darum mochte er ihn. Die Wunde war nicht schlimm; ein Kratzer, er musste nur verbunden werden, und dann...
„SIRIUS!“ Remus stürzte in den Raum. „Sirius, Harry ist im Ministerium – Voldemort hat ihn in eine Falle gelockt – du solltest hier bleiben und auf mehr Informationen warten, es ist zu gefährlich für dich!“
Voldemort... eine Falle... gewiss mit Unterstützung seiner Todesser – gewiss mit Bellatrix...
Wenn sie auch miteinander kämpfen mussten, um den Schein zu wahren.
„Nein, ich komme mit.“
Und dann konnte er sie wiedersehen...
Bellatrix erinnerte sich gut an die Zeit, die früher hieß. Im September, wenn sie das Gefängnis „Zuhause“ verließen und nordwärts fuhren, nach Hogwarts... sonnenverbrannte Septembertage, Sommernächte; da waren nur sie und Sirius, alles war hell und leicht, und der Name Voldemort nichts als ein ferner Schatten.
Wie ein Spiel war es ihnen vorgekommen: Niemand darf es erfahren, niemand darf uns sehen; wenn wir nicht allein sind, tun wir, als könnten wir uns nicht leiden.
Alles war so einfach.
Doch die Zeit flog davon... wir spielen weiter, beschlossen sie; warum auch nicht?
Als sie erkannten, wie weit sie gekommen waren, war es längst zu spät. Und man schickte sie nach Askaban; und so nah sie einander waren, so sehr konnten sie sich doch nicht erreichen.
Die Zeit zu spät, der Einsatz zu hoch.
Sie wusste, dass es der letzte Kampf war. Sie konnte nicht leben mit dem Gedanken, dass er da war, irgendwo da draußen, aber nicht bei ihr... und ihm ging es genauso. Schon wie er sie ansah. Wie er ihren Flüchen auswich.
Es war schwierig, ihn zu töten – so ganz ohne ein Avada Kedavra. Die Worte, die sonst wie „Hallo“ und „Bis dann“ über ihre Lippen rollten, blieben stumm und blutleer. Wie konnte man ihn hassen? Wie konnte man ihn umbringen, wenn man gleichzeitig sich in seine Arme werfen, von ihm gehalten werden wollte?
Nichts wäre einfacher gewesen, als alle Formeln und Flüche zu vergessen und ihn zu küssen, auf der Stelle, hier und jetzt in seiner Umarmung zu versinken... während alle anderen sie sahen, Todesser und Auroren, ganz gleich...
Aber das Spiel war nicht mehr einfach, es war noch nie einfach gewesen, so sehr sie das auch verdrängt hatten.
Es war, als hätte sie nie einen unverzeihlichen Fluch gekannt, als hätte sie diese Perlen schwarzer Magie nicht Stück für Stück beim Dunklen Lord gelernt. Wie Kinder kämpften sie; wie damals in Hogwarts, als ihre Duelle nur Zeitvertreib waren und nichts wirklich geschehen konnte. Und wieder einmal musste sie erkennen, wie falsch sie gelegen hatte; musste erkennen, dass auch er es nicht gewusst hatte.
Ein einfacher Schockzauber traf ihn, nur ein Schockzauber. Ihr Schockzauber. Mit quälender Langsamkeit fiel er durch den Torbogen.
Sie hatte gewusst, was kommen würde: Wenn nicht sie, dann er. Und doch konnte sie einen Aufschrei nicht unterdrücken.
Jetzt war das Spiel zu Ende – ein Spiel, das nie eines gewesen war.
Es hatte eine Zeit gegeben (vor dem Krieg und Askaban), eine Zeit (eine schöne Zeit), in der das, was sie taten (etwas Verbotenes), nur aus einem Grund etwas Verbotenes war (aus einem guten Grund).
Ein viel besserer Grund als der, dass Slytherins und Gryffindors nicht miteinander ausgehen durften,
ein viel besserer Grund als der, dass Todesser und Mitglieder des Phönixordens nicht miteinander ausgehen durften,
ein viel besserer Grund als der, dass sie sich unter gegebenen Umständen hassen sollten.
Und doch ein Grund, der nicht stark genug war, ihre Liebe zu verhindern.
Sirius seufzte und starrte ins Kaminfeuer. Dieser Ort erinnerte ihn an sie. In jedem Raum konnte er noch ihre Anwesenheit spüren, konnte ihre Worte hören, konnte fast ein blasses Abbild ihrer Gestalt sehen; und konnte doch nicht zu ihr gelangen.
„Es ist zu gefährlich“, sagte Remus, der am anderen Ende des Küchentisches saß. „Ich kann ja verstehen, dass du hinaus willst, etwas tun willst, aber momentan ist es einfach das Beste...“ Nichts verstand er, niemand hatte je von ihnen gewusst.
„Ich weiß“, unterbrach Sirius ihn. Wie viele Monate war es her, dass er wieder im Grimmauldplatz eingezogen war? Er hätte sehr gut damit leben können, nur eingesperrt zu sein. Das war nicht angenehm, okay, aber besser hier als in Askaban, richtig? Nur, dass alles hier seine Erinnerung aufwühlte.
Und sie war anwesend, in einer Weise. Er warf die Fotos fort. Alles, alles sollte verschwinden, wenn sie doch nicht hier sein konnte – selbst wenn sie gewollt hätte –
Ob sie das noch wollte, dessen war er sich nicht mehr sicher. Auch er hatte vergessen, nachdem er aus Askaban geflohen war; doch jetzt, hier, wuchs ständig die Sehnsucht in ihm, nach ihrem dunklen Lächeln, nach ihren Augen, nach ihren Armen, die sich früher in finsteren, sturmzerfurchten Nächten um seinen Hals geschlungen hatten.
Auch sie war aus Askaban entkommen, und, so vermutete er, auch sie hatte vergessen.
Es war eine Qual zu wissen, dass sie da draußen war und nicht zu ihm gelangen konnte, genauso wenig wie er zu ihr.
Die Küchentür klappte.
„Meister“, sagte Kreacher, „der Hippogreif ist verwundet.“ Immer sagte er „der Hippogreif“. Ehrloses Wesen, Kreacher.
„Ich schau nach ihm.“ Sirius stand auf, gefolgt von Remus.
„Und ich werde oben meine Sachen packen, ich muss wieder los...“
Seidenschnabel war eines der wenigen Dinge – was hieß, Dinge; Wesen! – in diesem Haus, das Sirius nicht an sie erinnerte, und darum mochte er ihn. Die Wunde war nicht schlimm; ein Kratzer, er musste nur verbunden werden, und dann...
„SIRIUS!“ Remus stürzte in den Raum. „Sirius, Harry ist im Ministerium – Voldemort hat ihn in eine Falle gelockt – du solltest hier bleiben und auf mehr Informationen warten, es ist zu gefährlich für dich!“
Voldemort... eine Falle... gewiss mit Unterstützung seiner Todesser – gewiss mit Bellatrix...
Wenn sie auch miteinander kämpfen mussten, um den Schein zu wahren.
„Nein, ich komme mit.“
Und dann konnte er sie wiedersehen...
Bellatrix erinnerte sich gut an die Zeit, die früher hieß. Im September, wenn sie das Gefängnis „Zuhause“ verließen und nordwärts fuhren, nach Hogwarts... sonnenverbrannte Septembertage, Sommernächte; da waren nur sie und Sirius, alles war hell und leicht, und der Name Voldemort nichts als ein ferner Schatten.
Wie ein Spiel war es ihnen vorgekommen: Niemand darf es erfahren, niemand darf uns sehen; wenn wir nicht allein sind, tun wir, als könnten wir uns nicht leiden.
Alles war so einfach.
Doch die Zeit flog davon... wir spielen weiter, beschlossen sie; warum auch nicht?
Als sie erkannten, wie weit sie gekommen waren, war es längst zu spät. Und man schickte sie nach Askaban; und so nah sie einander waren, so sehr konnten sie sich doch nicht erreichen.
Die Zeit zu spät, der Einsatz zu hoch.
Sie wusste, dass es der letzte Kampf war. Sie konnte nicht leben mit dem Gedanken, dass er da war, irgendwo da draußen, aber nicht bei ihr... und ihm ging es genauso. Schon wie er sie ansah. Wie er ihren Flüchen auswich.
Es war schwierig, ihn zu töten – so ganz ohne ein Avada Kedavra. Die Worte, die sonst wie „Hallo“ und „Bis dann“ über ihre Lippen rollten, blieben stumm und blutleer. Wie konnte man ihn hassen? Wie konnte man ihn umbringen, wenn man gleichzeitig sich in seine Arme werfen, von ihm gehalten werden wollte?
Nichts wäre einfacher gewesen, als alle Formeln und Flüche zu vergessen und ihn zu küssen, auf der Stelle, hier und jetzt in seiner Umarmung zu versinken... während alle anderen sie sahen, Todesser und Auroren, ganz gleich...
Aber das Spiel war nicht mehr einfach, es war noch nie einfach gewesen, so sehr sie das auch verdrängt hatten.
Es war, als hätte sie nie einen unverzeihlichen Fluch gekannt, als hätte sie diese Perlen schwarzer Magie nicht Stück für Stück beim Dunklen Lord gelernt. Wie Kinder kämpften sie; wie damals in Hogwarts, als ihre Duelle nur Zeitvertreib waren und nichts wirklich geschehen konnte. Und wieder einmal musste sie erkennen, wie falsch sie gelegen hatte; musste erkennen, dass auch er es nicht gewusst hatte.
Ein einfacher Schockzauber traf ihn, nur ein Schockzauber. Ihr Schockzauber. Mit quälender Langsamkeit fiel er durch den Torbogen.
Sie hatte gewusst, was kommen würde: Wenn nicht sie, dann er. Und doch konnte sie einen Aufschrei nicht unterdrücken.
Jetzt war das Spiel zu Ende – ein Spiel, das nie eines gewesen war.
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