Freie Arbeiten / Poesie / Leben / Weiße Flügel
1. Kapitel
Anzeigeoptionen|Review schreiben|Geschichte melden
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
 
 
von Blacky007    erstellt: 19.07.2007    letztes Update: 19.07.2007    Poesie / P6    (fertiggestellt) 4 Reviews
Mal was ganz anderes von mir XD
Mein Mom war so davon begeistert... wenn ich ihr erzähle, dass ich etwas von meinen Gedichten einreichen will, dann antwortet sie nur:"WEIßE FLÜGEL! WEIßE FLÜGEL! NIMM WEIßE FLÜGEL!!!"
...
-_-
Schon ein wenig nervig, sag ich euch.
Geschrieben habe ich das für eine Freundin für ihr Poesiealbum und deswegen widme ich das ihr hier auch.
Viel Spaß beim Lesen und hinterlasst mir ne kleine Nachricht, ja!?
LG


weiße Flügel

Als ich noch ein kleines Mädchen war versetzte ich mich in jedem möglichen Augenblick in eine andere Welt:

- eine Welt voller Spannung und Abenteuer, Sehnsucht und Liebe.

Weiße Flügel wuchsen mir und tauchten mich in ein Meer voller Farben und Licht, die sämtliche Grenzen der Realität sprengen mochten.

Ich tanzte mit den Elfen auf bunten Blumenblättern,
sang mit den Vögeln begleitet vom Rauschen des Waldes,
reitete mit den Delfinen auf den Wellen des glitzernden Ozeans,
flog mit dem Klang des Windes von Regenbogen zu Regenbogen.

Dann verwandelte ich mich in eine strahlende Ritterin,
die gegen Drachen und allerlei gefährliche Ungeheuer kämpfte,
und schließlich doch von einem Prinzen, im letzten Moment, vor dem Tode bewahrt wurde.

Ich wurde zu mutigen Heldinnen, zauberhaften Feen, wunderschönen Prinzessinnen, witzigen Hexen und gerechten Kämpferinnen, die immer nur auf der Suche nach einem Abenteuer waren.

Und nach der Liebe. Die Liebe, die alles übertreffen sollte. Die jeden Hass und jedes Hindernis überwand, um nur zum Schluss zu dem großen Glück zu finden.

Dann begann sich meine Gestalt erneut zu wandeln, und ich wurde zu einem zerbrechlichen kleinem Wesen, dass sich plötzlich in einer dunklen Welt, ohne jeden Glanz der bunten Farben und Lichter befand. Der Mut war verschwunden, die Zauberhaftigkeit verflogen, die Schönheit verblasst, die Witzigkeit zu Ende und das Recht verloren.

Ich war alleine in dem grauen Meer der Einsamkeit gefangen.

Aber ich hörte nicht auf und glaubte weiter an mich selbst und wurde schließlich wieder durch die Liebe eines Prinzen aus meinem grausamen Käfig befreit.

Solch ein Mädchen war ich:
voller Lebenslust und Traurigkeit
Fantasie und Stumpfsinn,
Liebe und Hass,
Ausgelassenheit und Zorn,
Träume und Hoffnungen.

Nun steht dieses Mädchen vor mir. Ihre weißen Schwingen wiegten sich im Wind und ihre großen Augen strahlten mir entgegen.

“Was ist mit dir passiert?”, fragt sie mich.

Ihre Frage irritiert mich; Ich verstehe sie nicht. Sie scheint meine Ratlosigkeit zu bemerken und fragte: “Wo sind deine ganze Träume und Wünsche geblieben? Tanzt du nicht mehr mit den Elfen? Singst du nicht mehr mit den Vögeln? Reitest du nicht mehr mit den Delfinen? Fliegst du nicht mehr mit dem Klang des Windes?”

Ihre Frage überrascht mich und ich weiß nicht, was ich ihr antworten soll.
Schließlich lächele ich sie an. “Aber nein! Ich bin doch schon groß und große Leute machen so etwas nicht mehr!”

Auf meine Antwort hin verfinstert sich ihr Gesicht. “Soll das heißen, dass du nicht mehr gegen Drachen kämpfst, dich aus dem einsamen Käfig befreist und auch nicht mehr von dem Prinzen gerettet wirst?
Das ist traurig!”


Wieder einmal bin ich überrascht und deshalb bin ich es, die diesmal fragt. “Warum findest du das traurig?”

“Weil,”, beginnt sie zu sprechen, “Weil du dann, genau wie all die anderen, deine Welt wieder hast grau werden lassen und dich selbst aufgegeben.”

Mit diesen Worten verschwindet sie, getragen vom Klang des Windes.

Ich, währenddessen, schaute ihr erstaunt hinterher. Dann musste ich lächeln.
Ich spürte wieder die weißen Flügel an meinem Rücken.
 
 
   
Anzeigeoptionen|Review schreiben|Geschichte melden
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
> AGB <   > Impressum <          v3.0.0