Fanfiktion / Bücher / Harry Potter / Vanillemilch
Oneshot
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von Lejune    erstellt: 21.07.2007    letztes Update: 21.07.2007    Romanze / P12 Slash    (fertiggestellt) 5 Reviews
Es ist Halloween - die Nacht des Gruselns und des Abenteuers. Auch Bellatrix Black fordert ihr Schicksal zu einem eigenen, persönlichen Abenteuer heraus... mit ungeahnten, aber nicht ganz ungewünschten Folgen. (BBxLE)

Ich habe die Charaktere erfolgreich von J. K. Rowling geliehen und es geschafft, kein einziges Stück Fantasie in das Erschaffen eigener Figuren zu investieren.

Wer auf obligatorische Dinge steht:
Es handelt sich bei diesem Schriftstück um Femslash, entstanden unter Beeinträchtigung von drei Schachteln TicTac und dem herannahenden Erscheinen des letzten Harry-Potter-Bandes.
Für eventuell entstehende Schäden haftet der Leser.

Ich bitte im Übrigen darum, die Review-Funktion zu missbrauchen und mir Heiratsanträge zu machen (die ich natürlich ablehnen werde, ich möchte nicht heiraten), einfach nur, um mich aufzumuntern, weil ich ab morgen deprimiert sein werde wie noch nie in meinem Leben.

PS: Entschuldigt den Titel, ich war... (*head+desk=#*!&%*)

Ich wünsche ein frohes Lesen.


Vanillemilch

Halloween: Die Party des Jahres. Kürbisse, die so groß waren, dass man bequem durch die ausgehöhlten Augenöffnungen hineinklettern konnte; Zuckerfledermäuse, die durch die Große Halle flatterten und dann und wann in den Haaren eines Schülers hängen blieben; Girlanden aus Stoffspinnennetzen und dazugehörigen Tieren; und, nicht zu vergessen, „Die Tropfenden Kessel“, eine Band, die sehr offensichtlich ihren Gründungsort erahnen ließ.
Ein zufriedenes Lächeln trat auf Bellatrix Blacks Lippen, als sie die Große Halle betrat. Die Haustische waren an die Wand gerückt und mit einem einladenden Buffet dekoriert worden, während in der Ecke rechts neben der Tür eine Ansammlung kleinerer Tische samt Stühlen aufgestellt worden war. Wo sich sonst der Lehrertisch befand, hatte man eine Bühne aufgebaut; die Mitte der Halle war frei – Tanzfläche.
„Schau, da ist Rodolphus!“, flüsterte Andromeda und deutete auf einen Jungen, der mit einer Gruppe weiterer Slytherins in einiger Entfernung am Buffet stand.
„Hmm. Kann er ja.“ Rodolphus war eine gute Partie. Bellatrix wusste dies ebenso wohl wie ihre Familie, die sich seit Urzeiten des wohlgepflegten Kontaktes zu den Lestranges annahmen. Aber die Interessen der ältesten Black-Tochter lagen an diesem Abend anders. Dies war ihr letztes Schuljahr, und sie hatte nicht vor, es so ereignislos verstreichen zu lassen wie diejenigen davor.
Bellatrix Black wollte ein Abenteuer. Und sie wusste bereits sehr genau, wer dafür zu leiden hatte.

Es musste jemand sein, der sich ihr nicht widersetzen konnte, ohne die eigenen Grundsätze zu verraten und auf ewig den Stolz zu verlieren.
Jemand, der allen Normen widersprach, denen die Personen gleichkommen sollten, mit welchen ein Slytherin-Mädchen der höheren Gesellschaftsschicht sich umgab.
Jemand, der an diesem Abend mit Sirius Black und James Potter am selben kleinen Tisch saß und höchstwahrscheinlich den gruseligen Geschichten aus der Familie Black lauschte.
Jemand, der Lily Evans hieß.
Bellatrix grinste in sich hinein.
Evans würde gar nicht mitbekommen, wie ihr geschah, bis es zu spät war.
So weit der Plan.
„Bella?“ Andromeda zupfte am Umhangärmel ihrer älteren Schwester.
„Was ist?“
„Warum schaust du so angestrengt zu Sirius?“
Bellatrix’ Gesichtsausdruck versteinerte buchstäblich. Abweisend, kalt und regungslos blickte sie Andromeda an; sodass diese den Kopf einzog und ein leises „Ichfragjanur“ murmelte.
Sirius! Was interessierte sie Sirius, dieser Verräter? Vor gut einem Jahr war er fortgegangen und hatte sie alleine zurück gelassen – obwohl sie nie besonders gut miteinander ausgekommen waren, aber dennoch hatte er sie allein gelassen. Narcissa und Andromeda zählten nicht. Sie waren nicht Sirius, mit dem man so wunderbar streiten konnte, ohne dass er sang- und klanglos aufgab, wie ihre Schwestern es immer taten – Sirius war eine Herausforderung.
Auch Evans war eine Herausforderung. Und Bellatrix liebte Herausforderungen.

„Guten Abend, Sirius.“ Ihr zweideutiges Lächeln ließ eine Spur von Sarkasmus erahnen, als Bellatrix an den Tisch ihres Cousins herantrat.
„Was willst du?“ Potter antwortete an Sirius’ Stelle und stützte die Hände auf den Tisch – bereit, aufzuspringen und ihr einen Fluch auf den Hals zu hetzen.
„Ich bin mir vollkommen sicher, dass Sirius selbst zu einer Aussage fähig ist“, erwiderte Bellatrix betont freundlich. Doch dieser sah sie nur böse an, während er ein kaum hörbares „Verschwinde!“ murmelte.
„Aber warum denn so unfreundlich? Ich wollte lediglich fragen, ob ich mir deine kleine Begleiterin für eine Viertelstunde ausborgen darf.“ Eine Viertelstunde musste reichen.
Potter öffnete protestierend den Mund, aber diesmal antwortete Sirius.
„Es ist nicht meine Begleiterin, und wieso...“
„Lass gut sein, Sirius“, murmelte Evans, und fuhr an Bellatrix gewandt fort: „Worum geht es denn?“
„Ich würde das lieber in Abwesenheit dieser beiden besprechen.“ Mit einer bemüht höflichen Geste deutete Bellatrix auf die Gryffindor-Jungen.
Nach einem unsicheren Blick in Richtung Potter stand Evans auf, den Tisch umrundend. „Bis gleich dann.“
Bellatrix’ Augen sprachen Bände. Sei dir da bloß nicht so sicher.

„Wohin gehen wir?“
Bellatrix glaubte, eine Spur Nervosität aus Evans’ Stimme heraushören zu können. Das war gut. Wenn sie nervös war, standen die Chancen besser.
„Wir setzen uns hin.“ Bellatrix wählte den Tisch, der am weitesten von Sirius und Potter entfernt war, und schob zuvorkommend den Stuhl für Evans zurück.
Mit einem erstaunten Ausdruck auf dem Gesicht setzte diese sich nieder, den Blick gleichzeitig erwartungsvoll auf ihr Gegenüber gerichtet.
„Was möchtest du trinken?“, fragte Bellatrix, nachdem sie dem Gryffindor-Mädchen eine der beiden Karten gereicht hatte, die auf dem Tisch lagen.
Evans – nein; Bellatrix beschloss, sie Lily zu nennen. Lily gab einen unentschiedenes „hmm“ von sich, bei dem sie ihre schmalen, sanft wirkenden Lippen nachdenklich aufeinander presste. Garantiert trug sie Lippenstift; einen von der Sorte, dem man nicht ansah, dass es Lippenstift war, wenn man ihn trug.
„Eine Vanillemilch.“, meinte sie schließlich.
„Zwei“, korrigierte Bellatrix, lächelnd, beobachtend; eine Jägerin und ihre Beute.
Die Getränke erschienen in zierlich geformten Gläsern auf dem Tisch, kaum, dass sie ausgesprochen hatte.
„Was möchtest du nun mit mir bereden?“, fragte Lily mit Verwirrung und einer Spur Neugier in der Stimme.
„Dies und jenes...“ Ihre Worte mit einer vagen Handbewegung unterstreichend, blickte Bellatrix unverwandt in Lilys grüne Augen.
Dafür, dass sie lediglich grün waren, besaßen sie eine erstaunliche Farbvielfalt. Im Schatten wirkten sie dunkel, moosgrün; doch wenn Licht hinein fiel, wirkten sie so hell wie ein Grashalm im Frühling.
Dafür, dass Lily ein Schlammblut war, hatte sie erstaunliche Augen. Erstaunlich hübsch.
Aber hier ging es nicht um Lilys Augen.

„Ich frage mich, wie es um dich und den Potter-Jungen steht.“ Bellatrix lächelte unverfroren – höflich, kühl, zweideutig.
„Oh, das... das geht dich nichts an“, murmelte Lily und trank einen Schluck von der Vanillemilch
„Das ist schade.“
Zum ersten Mal blitzte so etwas wie Ärger in Lilys Blick auf, als sie Bellatrix ansah. „Wir sind seit über sechs Jahren in derselben Jahrgangsstufe und nie hat dich etwas über mich interessiert. Warum jetzt auf einmal? Ich dachte, Slytherins könnten Gryffindors nicht leiden...“
„Ich dachte, du seist darum bemüht, dies zu ignorieren.“
„Bin ich auch, aber...“ Lilys Stimme wurde leise und verstummte dann gänzlich.
„Aber was?“
„Aber du verwirrst mich.“
Auf Bellatrix’ Gesicht erschien nur ein Bruchteil des Triumphgefühls, das sie empfand.
Lily war nervös, verwirrt, ... verloren.
„Das war nicht meine Absicht“, sagte das Slytherin-Mädchen ohne eine Spur Ironie in der Stimme, und meinte das Gegenteil. „Ich fragte mich nur... im fünften Schuljahr hast du Severus Snape aus seiner... etwas misslichen Lage geholfen. Wirklich nur, weil dir die Häuser egal sind? Oder steckte etwas mehr dahinter?“
Lily schien ein wenig ihrer Selbstkontrolle zu verlieren und klappte ungläubig den Mund auf. „Jetzt? Das fragst du mich jetzt? Natürlich nicht, jeder andere hätte das an meiner Stelle auch...“ Erneut brach sie ab, was Bellatrix ein leises Lachen entlockte.
„Eben nicht. Heißt dein ‚natürlich steckte nichts dahinter’, dass du keinen Umgang mit Slytherins wünschst?“
„Nein, das heißt es nicht, ich – “
„Also würdest du auch... mit einem Slytherin ausgehen?“
„Black, es reicht.“ Abrupt stand Lily auf. „Es geht dich wirklich nichts an.“
„Lass Potter nichts von seiner Konkurrenz wissen“, wisperte Bellatrix ihr zu, bevor das Gryffindor-Mädchen in Richtung ihres vorherigen Tisches davonrauschte.

Natürlich hatte Lily nichts mit Severus Snape, das war Bellatrix bewusst. Dieses Mädchen war so durchschaubar; von Anfang an war klar gewesen, dass es den Tisch auf eine Art wie diese verlassen würde.
„Was war das denn?“, fragte Andromeda, die in diesem Augenblick Lilys Platz einnahm.
„Das weiß sie wahrscheinlich selber nicht“, entgegnete Bellatrix mit leicht amüsiertem Gesichtsausdruck.
Andromeda seufzte. „Schau, Rodolphus kommt her...“
„Ach?“ Ihre ältere Schwester hob zweifelnd die Augenbrauen und sah sich um. In der Tat, da stand er: in sicherer, aber nicht unmerklicher Entfernung zu ihrem Tisch.
„Ich werde dann – “ Andromeda brach ab. Bellatrix sah ihr zu, wie sie, offensichtlich beeindruckt, den Kopf zu einem Jungen drehte, der dicht an ihrem Stuhl vorbeilief und seine Schritte dann in Richtung Bühne richtete.
„Wow...“ Andromedas Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, aber laut genug, um Bellatrix zu einem Augenrollen zu animieren.
„Vergiss es. Er ist ein Schlammblut.“
„Aber er sieht...“ Dem jüngeren Mädchen fehlten offensichtlich die Worte.
„Ja, auch Schlammblüter können gut aussehen.“ Wie sie selbst gerade eben feststellen müssen hatte. „Das ist trotzdem kein Grund, ihnen hinterherzustarren.“
Unsicher senkte Andromeda den Blick. „Ich lass dich dann mal alleine... vielleicht setzt sich ja Rodolphus zu dir.“
Bellatrix quittierte ihre Aussage mit einem spöttischen Lachen und sah ihr zu, wie sie sich unter die Schülermenge mischte – und in Richtung Bühne verschwand.
Vielleicht wollte sie auch nur ein Abenteuer. Wer wusste das schon?


Bellatrix verließ ihren Platz, bevor irgendjemand ihr weitere Gesellschaft leisten konnte. Eine Weile stand sie unbeteiligt am Buffet, ohne etwas zu essen, redete hier und da mit einigen Mitschülern; und schließlich, als sie fast begann, sich zu langweilen, stand Lily auf, strich ihr Kleid glatt – das, wie Bellatrix jetzt erst auffiel, cremefarben war und bis zu den Knien reichte – und lief zielstrebig auf eine unscheinbare Seitentür zu, die zu den Toiletten führte.
Ihre Chance.
Ohne sichtbare Eile folgte Bellatrix – wissend, dass Lily ihr nicht mehr entkommen konnte.
Auf der Bühne gruppierten sich die „Tropfenden Kessel“, weswegen die freie Fläche in der Hallenmitte nun kleiner und kleiner wurde, bis die Schüler schließlich dicht an dicht standen, um einen besseren Blick auf die Band zu bekommen.
Unbemerkt betrat Bellatrix den Gang hinter der Tür, von dem zwei Türen abzweigten – die eine zur Mädchentoilette, die andere zu der der Jungen.
Beide, so viel stand fest, war verlassen.
Bis auf zwei Mädchen.
Bellatrix betrat die Mädchentoilette, lehnte sich an die Wand neben der Tür und wartete. Sie konnte gut warten; es war von essenzieller Bedeutung, wenn man andere Menschen manipulierte.
Und schließlich kam Lily aus einer der Toilettenkabinen. Nachdem sie einen halb ärgerlichen, halb erstaunten Blick in Richtung des Slytherin-Mädchens geworfen hatte, wusch sie sich die Hände und zupfte mit ein wenig Wasser ihre Frisur zurecht.
Bellatrix bewegte sich unmerklich ein wenig zur Seite – vor die Tür, sodass Lily nicht heraus konnte, ohne sie darum zu bitten. Ja, zwangsläufig würde sie mit Bellatrix reden müssen.

Im Spiegel konnte Bellatrix Lilys Gesicht beobachten. Das Gryffindor-Mädchen scheiterte kläglich an dem Versuch, gleichgültig zu schauen; denn seine Augen blitzten immer wieder voller Verwirrung zu Bellatrix, die den Fluchtweg blockierte.
Längst saß Lilys Frisur perfekt, längst waren Ohrringe gereinigt und die angenagten Nägel gesäubert worden, als sie endlich aufgab.
„Black, würdest du mir bitte den Weg frei machen?“
In Begleitung eines amüsierten Lächelns hob Bellatrix die Augenbrauen. „Warum sollte ich?“
„Weil dein Verhalten auf Kindergarten-Niveau ist, darum.“ Ihren säuerlichen Blick unterstreichend, verschränkte Lily die Arme vor dem Körper.
„Ach. Was du nicht sagst.“ Scheinbar nachdenklich legte Bellatrix den Kopf schief. „Du bist vorhin sehr schnell weggelaufen. Wir konnten unsere kleine Unterhaltung gar nicht zu Ende führen. Das war auch nicht die feine englische Art.“
Lily seufzte und löste die Arme voneinander, während sie sich an eines der Waschbecken lehnte.
„Okay, was willst du?“
„Lass uns erst mal hier rausgehen. Nicht gerade der schönste Ort für ein Gespräch.“ Das bewährte zweideutige, halb ironische Lächeln auf den Lippen, öffnete Bellatrix die Tür hinter sich und glitt hinaus, gefolgt von dem Gryffindor-Mädchen.
„Wo waren wir vorhin stehen geblieben mit unserer Konversation?“ Sie wusste es selber nur zu gut, aber wenn sie Lily in ihrer Gewalt haben wollte, musste diese antworten.
So ging das Spiel.
Das Abenteuer.
„Wir, ähm... waren bei Severus Snape.“ Lily schaffte es, ihre Stimme vollkommen neutral klingen zu lassen, doch ihr Gegenüber sah die Unsicherheit in ihren Augen.
„Nein“, lächelte Bellatrix. „Wir waren beim Thema, ob du mit jemandem aus Slytherin ausgehen würdest.“
Wie erwartet, wurde Lily rot – was, wie Bellatrix vermutete, mehr mit Prüderie als mit Wahrheit zu tun hatte.
„Und?“ In erwartungsvoller Langsamkeit trat Bellatrix näher an ihre Mitschülerin heran, bis diese zurückwich und an die gegenüberliegende Mauer stieß. Stumm schüttelte Lily den Kopf.
Manche Menschen waren so leicht einzuschüchtern. So leicht.
Besonders Menschen, die wussten, dass sie eigentlich nichts wert waren.
Wissen sollten.

„Ich seh dir an der Nasenspitze an, dass du lügst“, sagte Bellatrix leise, einen weiteren Schritt in Lily Richtung nehmend. „Sieh mir in die Augen und sag mir, dass du mit keinem Slytherin ausgehen würdest. Hast du etwa Vorurteile? Wo ist die stets gerechte Lily Evans, Retterin der Menschheit, geblieben?“
„Ich...“ Lily hob die Lider, brachte es irgendwie fertig, Bellatrix’ Blick zu begegnen. „Unter bestimmten Umständen würde ich schon.“
„Prima“, erwiderte Bellatrix kühl.
Sollte sie?
Es war nur Lily Evans.
Nur ein Schlammblut.
Nur ein eingeschüchtertes, unwichtiges Mädchen.
Sollte sie?
Bellatrix streckte vorsichtig ihre rechte Hand nach der linken von Lily aus. „Darf ich?“
„Was hast du vor?“, fragte die Angesprochene, plötzlich alarmiert; doch bevor sie zur Seite und aus Bellatrix’ Reichweite flüchten konnte, hatte diese bereits ihre beiden Hände ergriffen und pinnte sie an den Handgelenken gegen die kalte Steinmauer; drückte ihren Körper an Lilys und senkte ihre Lippen auf den Mund des anderen Mädchens.
Lily zuckte entsetzt zurück, so weit dies möglich war; doch da sie bereits an der Mauer stand, stieß nur ihr Kopf grob gegen die Steine. Ein schmerzhafter Ausdruck erschien auf ihrem Gesicht, der Bellatrix animierte, die Abgelenktheit der Gryffindor-Schülerin zu nutzen und sie erneut zu küssen; diesmal mit der Zunge einen Weg durch die fremden Lippen bahnend.
Das Gryffindor-Mädchen gab keinen Laut von sich, wie Bellatrix es vielleicht erwartet hatte – nicht einmal ein unwilliges „mm-mmm!“. Keine unnötigen Zungenbewegungen, schätzte sie.
Vanillemilch und ein bisschen etwas, das man wohl mit „Lily“ bezeichnen konnte...

Als Bellatrix ihren Klammergriff lockerte, wurde sie von Lily zur Seite gestoßen.
„Black, du bist ein dreckiges Miststück!“, fauchte das Mädchen und hastete zum Ausgang.
Bellatrix lachte nur, ein lautes, heiseres Lachen. „Komm wieder, wenn du mehr willst.“
Für einen Moment schien es, als wollte Lily einfach hinausstürmen; doch dann machte sie noch einmal kehrt.
Im Bruchteil eines Augenblickes war sie bei Bellatrix, hatte die Arme um deren Hals gelegt und ihre Zunge mit der des Slytherin-Mädchens verschlungen.
Nur wenige Herzschläge später ließ sie von Bellatrix ab.
„Von einem Schlammblut geküsst... ein netter Schandfleck auf deiner weißen Weste“, zischte Lily. Türenschlagend verließ sie den Gang.

Bellatrix blieb zurück – und lächelte. (Zweideutig, halbironisch.)
Ein Abenteuer...
 
 
   
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