Fanfiktion / Bücher / Harry Potter / Sieben Tage, sieben Nächte
Kapitel 1
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von gugi28    erstellt: 18.11.2007    letztes Update: 10.12.2007    Romanze / P18 Slash    (fertiggestellt, keine anonymen Reviews) 124 Reviews
INFORMATION AN ALLE LESER: Entschuldigt bitte – nein, dies ist keine neue Story von mir. Meine Monstershotsammlung „Check it out“ wurde mit der Bitte an mich gesperrt, die längeren Storys gesondert zu posten. Die Leser unter euch, die mir schon bei „Check it out“ ein Kommi hinterlassen haben, brauchen dies bei diesem Posting natürlich nicht nachzuholen! Ich bitte um Verständnis und Kenntnisnahme. Danke euch allen! Bussis, gugi.

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@*~Sieben Tage, sieben Nächte~*@


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Hallo ihr Süßen!

Lest euch UNBEDINGT die Infos dazu durch, dann wisst ihr Bescheid! *zwinker*


So, und jetzt wünsche ich euch viel Spaß und Vergnügen!

Eure für immer, gugi und darkgugi!


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Kategorie: Neu: September/Oktober 2006

Disclaimer: Das HP Universum gehört JKR, leider nicht mir

Genre: Romantik, Humor

Zeit: Winterzeit, Epilog Sommerzeit

Pairing: Harry/Draco + Nebenpairings, aber nur angedeutet

Rating: Slash, R18! Nicht geeignet für Leser unter 18 Jahre! WARNUNG!

Seiten: 91, deshalb Mehrteiler! Insgesamt sind es 8 Teile inklusive Epilog! Ich lade alle 2-3 Tage einen weiteren Teil hoch!

Bücher: Ich gehe nicht nach den Büchern! Spielraum: siebtes und letztes Jahr!

Warnings: OOC, eventuell Kitschgefahr! Don´t like ist, don´t read it!

Beta: Jathy, danke, Süße!

Inhalt: Langeweile beherrscht einige Schüler in Hogwarts. Besonders zwei: Harry und Draco. Und was machen sie, wenn ihnen langweilig ist? Dem Anderen gehörig auf den Senkel gehen! Es kommt, wie es kommen muss: Dumbledore setzt dem ein für alle Mal ein Ende. Tja, nach außen hin sieht es nach Frieden aus und die restliche Schülerschaft hat ihre Ruhe… Aber in gewissen vier Wänden tobt der Krieg weiter. Die Frage ist: Wer gewinnt? Und vor allem: Um welchen Preis? Wie weit muss man gehen, um das zu bekommen, was man unbedingt will?

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Sieben Tage, sieben Nächte



Teil 1

Die letzte Schlacht wurde vor zwei Monaten bestritten – genauer gesagt, in den letzten Wochen der Sommerferien. Voldemort war tot, die Todesser gefangen genommen und nach Askaban gebracht. Harry hatte sich von seinen Strapazen wunderbar erholt: Zwar dauerte es eine Weile, bis er wieder genesen war, aber jetzt war er wieder der Alte. Der Vorteil ihres Sieges über den Kampf bestand darin, dass er nie wieder zu seinen Verwandten zurück musste und die Zauberwelt ab nun in Frieden leben konnte. Nun hieß es, nach der Schule ein geeignetes Heim zu finden. Er spekulierte mit dem Haus der Blacks, seinem Erbe. Aber bis dahin verging noch ein knappes Jahr, sein letztes Jahr in Hogwarts.

Ab jetzt konnte er ohne Druck seinen schulischen Anforderungen nachgehen, ohne nebenbei über den Kampf nachdenken zu müssen, der endlich vorbei war. Zwar hatten viele Schüler und auch Lehrer ihr Leben lassen müssen, aber der Großteil hatte überlebt. Und was Harry am wichtigsten war: Seinen Freunden ging es gut! Der Alltag kehrte ein und anfangs war der Goldjunge Gryffindors sehr erleichtert darüber. Aber dann wurde ihm bewusst, dass er sich endlich um seine Ziele kümmern musste, die für seine private sowie berufliche Zukunft so wichtig waren. Aber welche sollten es sein?

Gut, eines hatte er schon: Er wollte Auror werden. Aber wie, wenn er in Zaubertränke so schlecht war? Natürlich, da gab es noch Hermine, die mit aller Geduld versuchte, ihm dieses Fach schmackhafter zu machen. Allerdings war Zaubertränke so staubtrocken wie ein altes Brot und Harry konnte sich nicht dazu aufraffen, es interessant zu finden. Mit der Zeit wurde seine beste Freundin immer genervter, nur Rons Mitleid hatte er auf seiner Seite.

°°°°


Es war doch immer dasselbe! In der Früh aufstehen, mit den Freunden in die Große Halle gehen. Dort frühstücken und genervt aufsehen, wenn die Flügeltüren aufgingen und Draco Malfoy mit seiner `neuen Flamme´ herein spazierte. Dann wurde am Gryffindortisch über die „Neue“ gelästert, die zu Anfang des letzten Schuljahres nach Hogwarts wechselte, in die siebte Klasse ging und natürlich eine Slytherin war! Später liefen die Löwen dann gehetzt zu ihrem Unterricht, während sie auf dem Weg dorthin ihr restliches Frühstück verzehrten.

In den Pausen war es üblich, sich mit Draco Malfoy anzulegen. Kindisch, überlaut, absolut nicht notwendig. Aber Harry brauchte dies anscheinend genauso, wie Malfoy es herbeisehnte. Meist flogen Schimpfwörter durch den Gang, Flüche folgten. Wenn sie Pech hatten, wurden sie von den Lehrern, die Gangaufsicht hatten, natürlich erwischt und es hagelte Punkteabzug und Nachsitzen. Hermine keifte daraufhin Harry gerne zusammen, der es schmollend und bockig hinnahm. Hey, was konnte er schon dafür, wenn Malfoy sich wie ein Idiot aufführte? Und ja, Hermine! Stell dir vor, Ron steht auf meiner Seite! Sieh es endlich ein! Das- ist- immerhin- Malfoy!

Beim Mittag- und beim Abendessen konnten es Harry und seine Freunde nicht lassen, natürlich über die Slytherins zu tratschen, die seit dem Krieg nicht mehr komplett waren. Unter anderem fehlten aus der jetzigen siebten Klasse Crabbe, Goyle, Nott und Parkinson. Die Gryffindors zweifelten noch immer daran, dass Malfoy kein Todesser war, aber da er nicht verhaftet wurde und beim Kampf ebenso nicht mitmischte…? Gerüchte schwirrten durch das Schloss, wurden von den männlichen Löwen umso mehr geschürt. Hermine fand ihr Verhalten mehr als kindisch und versuchte ihnen klar zu machen, dass sie keine Kinder mehr waren! Und wie sollte es anders sein, drangen ihre Worte beim einen Ohr ein, beim anderen wieder hinaus. Durchzug war angesagt, wenn die schlaue Hexe wutentbrannt ihrem Ärger Luft machen musste.

Außerdem war Harry Potter auf Rache aus, denn er und Malfoy standen in Sachen „Mädchen“ permanent im Konkurrenzkampf. Während der Blonde ziemlich oft die weibliche Begleitung wie die Unterhosen wechselte, bekam Harry kein vernünftiges Wort heraus, wenn er dabei war, ein Mädchen nach Hogsmeade einzuladen. Und wie sollte es anders sein, hatte der blonde, blöde Arsch von Slytherin einen Riecher dafür, wo sich sein Rivale gerade befand, wenn Harry vor sich hin stotterte und sich dabei wie ein Steinzeitmensch verhielt. Während das auserwählte Mädchen dies kichernd hinnahm und mit roten Wangen abwartete, bis Harry endlich zum Punkt kam, stand jedes Mal Malfoy – wo zum Henker kam der immer so schnell her – bei ihm und machte ihn fertig.

Oh Potter! Mit so einer willst du dich abgeben? Obwohl sie ein Pferdegesicht ist, bist du ihrer nicht würdig!
Scheiße, Potter! Bist du nicht fähig, auch nur einen vernünftigen Satz heraus zu bekommen?
Potter, vergiss es! Bei der wirst du nie landen! Denn ich habe sie bereits gefragt!
Was denn, Potter! Noch immer keine ergattert, die du ins Bett schleifen kannst? Hatte Pferdegesicht auch keine Zeit für dich?

Ja, ja, so ging es immer wieder zwischen den beiden zu, wobei Harry dann gerne seine Fäuste in Malfoys Gesicht gerammt hätte. Zu dumm, dass der Blonde so gut abwehren konnte! Denn immer, wenn Malfoy diese Sprüche losließ, verlor das besagte Mädchen ihr Gesicht, während der blonde Slytherin sich entweder über sie oder über ihn lustig machte. Verdammt! Wann, fragte sich Harry wütend, durfte er denn endlich einmal zum Schuss kommen? Gut, einige Küsse hatte er schon getauscht. Da waren Cho, Ginny, Samantha und… Oh, waren ja nur drei! Und was Sex anging – Fehlanzeige! Harry Potter, eigentlich ein begehrter junger Mann, war noch immer die Jungfrau in Person! SCHANDE! Während Malfoy sicherlich schon die halbe weibliche Belegschaft flach gelegt hatte, konnte Harry nur feucht davon träumen!

So eine Frechheit! Wieso vermieste Malfoy es ihm immer wieder? Harry knurrte.

„Harry? Ist alles okay bei dir?“, wollte Ron wissen, der sich über den Frühstückstisch lehnte und somit Harrys Aufmerksamkeit bekam. Rons Augen wanderten zu Harrys Teller, er verzog sein Gesicht.

„Oh! Sag mal, Harry? Was genau war das auf deinem Teller?“, murmelte er nur, Harry wurde rot. Seine Augen suchten sein Frühstück ab, welches aus Toast, Ei und Schinken bestanden hatte. Nur jetzt konnte man nichts mehr davon erkennen. Seine rechte Hand hielt gierig die Gabel fest, die für diese Tat verantwortlich war.

„Ähm…“, räusperte sich Harry, Ron winkte ab. Seamus seufzte und beugte sich ebenso vor.

„Harry, dir muss klar sein, dass Malfoy immer wieder versuchen wird, dich vor den Mädchen schlecht zu machen. Du musst etwas dagegen unternehmen, Mann!“, beschwichtigte er ihn, Harrys Gesicht verdüsterte sich.

„Ich weiß. Und er geht mir gehörig auf den Sack!“, zischte er, die Gabel legte er sicherheitshalber weg. Hermine rollte nur mit den Augen und las weiterhin ihren Tagespropheten, während Dean sich nun auch einschaltete.

„Hey, Kumpel! Das Problem sollte sich von alleine lösen, denke ich. Denn Malfoy lässt dich schon seit zwei Tagen in Ruhe“, zwinkerte er mit Hoffnung in den Augen, Harry seufzte und sah zum Slytherintisch. Malfoy war noch nicht hier, das wunderte ihn.

„Ja, ist mir auch aufgefallen. Wahrscheinlich ist er mit dieser Neuen beschäftigt“, maulte er und schnaufte anschließend, die anderen Jungs sahen sich an und zuckten ratlos über Harrys Verhalten die Achseln.

„Na ja, sie sieht nicht schlecht aus“, schaltete sich Neville auch ins Gespräch ein, Harry runzelte die Stirn und betrachtete ihn eingehend.

„Nicht schlecht? Für eine Slytherin sieht sie wirklich geil…“, plapperte Ron daraufhin los und erntete von Hermine einen wütenden Blick. Neville, Dean und Seamus fingen verhalten zu kichern an, da Ron es noch immer nicht schnallte, dass die liebe Hermine anscheinend ein klein wenig an ihm interessiert war. Diese neue Slytherin war für Hermine wie ein rotes Tuch! Harry wusste nicht, was er von ihr halten sollte. Irgendwie fand er sie interessant, aber es störte ihn etwas an dieser Person. War es ihr Aussehen? Oder war es die Tatsache, dass sie Malfoys Aufmerksamkeit einzig und alleine für sich bestimmen konnte? Was es auch war, Harry fand es einfach nur scheiße.

Und dann öffneten sich abermals die Flügeltüren der Großen Halle und wer kam herein? Draco Malfoy mit Anhang! Man sollte dabei erwähnen, dass beinahe die gesamte Halle still wurde und neugierig zu den beiden lugte, die nur so vor Selbstsicherheit strotzten. Draco Malfoy schien mit seiner Auswahl diesmal besonders zufrieden zu sein, denn er war immerhin schon drei volle Tage mit ihr zusammen! Ein Weltrekord! Und – er hatte sich anscheinend auch in Schale geschmissen! Da heute Samstag war, trug er keine Schuluniform, sondern nur den Umhang. Darunter zeigte sich eine schwarze, eng anliegende Hose in Schwarz, dazu passte ein gleichfarbiges Seidenhemd. Die ersten beiden Knöpfe standen offen und zeigten einen Teil seiner hellen Haut, die einen unglaublichen Kontrast zur Garderobe bildete. Sein platinblondes, halblanges Haar glänzte wie eh und je, der seitlich herabhängende Pony verdeckte sein rechtes Auge.

An seiner Seite stand Selest Young, besagte und geile Slytherin, wie Ron sie vorhin betitelte. Harry hatte nicht zugehört, als Dumbledore der Schülerschaft erklärte, von welcher Schule sie kam. Fasziniert hatte er sie angestarrt, sich von ihrem Anblick nicht loseisen können. Nein, er fand sie zwar nicht unhübsch, aber sie war eindeutig nicht sein Geschmack, obwohl sie eine absolute Schönheit war. Selest strahlte eine kühle Arroganz aus, anscheinend hatte sie auch ein gutes Elternhaus genossen. Ihr Gang war geschmeidig und voller Respekt. Selest hatte schwarzes, seidiges Haar, welches ihr bis zu den Hüften reichte. Grüne Augen stachen besonders hervor, ihre Form besaß einen leicht asiatischen Touch. In Gryffindor nannte man sie nicht „Selest“ oder „Young“ sondern „Kätzchen“. Nur Harry verkniff sich, wenn er über sie sprach, auch nur annähernd ihren Spitznamen über die Lippen zu bringen. Malfoy hingegen nannte sie nur beim Vornamen. Aber wie er ihn aussprach! So, als wäre er reinste Seide! Zum Kotzen!

Selest war um einen halben Kopf kleiner als Draco, sie war schlank und knabenhaft gebaut. Die Slytherin trug einen knielangen Rock, der nicht unbedingt viel von ihren schönen, schlanken Beinen zeigte. Dazu passte ein in slytheringrün gehaltener Pullover, der ziemlich eng anlag und ihre kleinen Brüste stark betonte, ein Rollkragen schmeichelte ihrem Schwanenhals. Ihre Haut war etwas dunkler als jene von Draco, sie schimmerte bronzefarben. Eine kleine Stupsnase und ein voller Kussmund rundeten ihr zierliches Gesicht ab. Ja, egal was sie anhatte, sie war eine stolze Naturschönheit, der wirklich alles stand. Vielleicht auch ein Kartoffelsack? Erhaben schritt sie zu ihrem Haustisch, ihre Hand lag fest in Dracos, der nicht weniger stolz war.  

Ron fing zu sabbern an, Hermine knurrte, Dean, Seamus und Neville glotzten nur dumm. Harry runzelte abermals die Stirn – ihm war das Essen vergangen. Hastig entschuldigte er sich bei den anderen, murmelte etwas davon, noch auf die Toilette gehen zu müssen - schon flitzte er davon. Nur weg von hier! Gott sei Dank ließen ihn seine Freunde ziehen, denn er hatte keinen Bock darauf, Rede und Antwort zu stehen. Sie würden sich sowieso danach im Turm wieder sehen.

Bei den sanitären Anlagen angekommen erledigte er sein Geschäft und wusch sich danach die Hände. Starr blickte er in den Spiegel und schüttelte immer wieder seinen Kopf. Wie viele Minuten vergingen, wusste er nicht. Es war ihm auch egal, denn heute gab es keinen stressigen Unterricht.

Selest Young

Was für ein Name! Zerging im Mund wie Eis in der Sonne und… er mochte die dazu gehörige Person nicht. Vielleicht war sie schön, konnte sein, aber sie war eiskalt und gefühllos – typisch Slytherin. In Gedanken versunken drehte er den Wasserhahn zu und trocknete sich die Hände ab. Danach machte er sich auf den Weg zum Gryffindorturm. Mit Schwung schlidderte er um die nächste Ecke, und wie in jeder Geschichte knallte er mit jemandem zusammen! Ächzend ging er zu Boden, sah kurz Sterne vor Augen, als er sich den Hinterkopf stieß. Mühselig richtete er sich auf, wollte den Verursacher schon ankeifen. Doch dann blieben ihm die Schimpfwörter im Hals stecken, als er sah, mit wem er zusammengekracht war. Selest! Na toll.

„Oh, sorry“, nuschelte er verlegen und half ihr, die Bücher, die sie wohl aus der Bibliothek ausgeliehen hatte, einzusammeln. Bisher hatte sie noch keinen Ton gesagt, sie rieb sich nur die Stirn.

„Hab… Hab ich dir wehgetan? Das wollte ich nicht“, meinte Harry leise und sah ihr dabei ins Gesicht. Beide saßen in der Hocke und erst jetzt hob Selest ihren Kopf und sah Harry eindringlich an. In diesem Moment erkannte Harry, dass ihre Augen mit dichten, schwarzen Wimpern umrandet waren – sie leuchteten regelrecht. Ein kühles Lächeln legte sich auf ihre vollen Lippen, sie schnaufte.

„Natürlich hast du mir wehgetan, Potter! Glaubst du allen Ernstes, ich reibe mir umsonst die Stirn? Ich kann nur hoffen, dass ich keine Beule bekomme“, knurrte sie und erhob sich. Harry machte es ihr gleich, suchte verzweifelt nach Worten. Selest sah ihn interessiert an, während Harry ihr die restlichen Bücher übergab und sich vergewisserte, dass diese sicher in ihren Händen lagen.

„Wie gesagt, es war nicht meine Absicht. Entschuldige bitte. Vielleicht solltest du Eis auf die Stirn legen, dann kann keine Beule entstehen. Glaub mir, ich spreche aus Erfahrung“, ließ er sie mit Hundeaugen wissen, Selest lachte heiser und freudlos auf. Jetzt kam sie einen Schritt näher und betrachtete Harry von oben bis unten, was ihm doch ein wenig unangenehm war.

„Ich werde es mir merken und vielleicht deinen Rat auch befolgen, Potter. Trotzdem gebe ich dir auch einen: Mach das nächste Mal gefälligst die Augen auf!“, zischte sie zuletzt, Harry nickte brav. Anscheinend gefiel ihr sein Verhalten, denn ihr Gesichtsausdruck wurde milder.

„Du hast meine Bücher aufgehoben“, stellte sie sachlich fest, Harry lächelte ein wenig.

„Ja, ähm, war das Wenigste, was ich tun konnte“, murmelte er nur, Selest schmunzelte.

„Danke, Potter“, schnurrte sie und beugte sich vor. Ihre warmen Lippen küssten seine rechte Wange, Harry riss die Augen auf. Einerseits, weil er damit nicht gerechnet hatte, geküsst zu werden, andererseits, weil ein wütender Draco Malfoy auf sie zustapfte. Shit!

„POTTER!“, brüllte er durch den Gang, Selest zog sich zurück und rollte genervt mit den Augen. Harry wusste, was dies bedeutete: Krieg! Also machte er gute Miene zum bösen Spiel und blickte einem blitzenden Malfoy entgegen.

„Lass mich in Ruhe, Malfoy, und kümmere dich um deine Freundin. Sie braucht Eis auf ihre Stirn, sonst bekommt sie eine Beule“, vermittelte er ihm kühl, Selest zog gekonnt eine Augenbraue hoch. Malfoy baute sich vor ihm auf, schob seine Freundin hinter sich und schnaubte Harry an. Seine Augen suchten Harrys Gesicht pausenlos ab, wahrscheinlich um herauszufinden, wo er am besten zuschlagen konnte.

„Ich pass schon auf meine Freundin auf, Potter! Wie konntest du es wagen, sie zu küssen!“, schnauzte er ihn an, Harry blinzelte irritiert zurück.

„Ähm, ich habe sie nicht…“, stotterte er, doch Draco sah rot.

Hast du doch“, giftete er wie eine Schlange, „Ich habe es genau gesehen! Lass gefälligst deine dreckigen Finger von ihr und such dir eine andere, kapiert?“ Dracos Stimme schnitt die Luft wie ein scharfes Messer, aber Harry seufzte nur.

Sie hat mich geküsst, nicht umgekehrt!?“, maulte Harry beleidigt, aber das überhörte Draco geflissentlich.

„Halts Maul, Potter, du lügst!“, kam Draco in Rage und zückte seinen Zauberstab. Und ehe es sich Harry versah, riss es ihn von den Füßen und knallte hart am Boden auf. Wieso stellte Selest es nicht richtig? Wollte es Malfoy nicht wahrhaben oder war Selest einfach nur eine fiese Slytherin? Vielleicht stimmte beides, dachte sich Harry unter Schmerzen. Allerdings ließ er diesen Angriff nicht auf sich sitzen und schleuderte den nächsten Fluch ab. Ein wildes Duell entstand, der Gang litt besonders unter ihren Angriffen. Selest amüsierte sich. Sie wusste, dass die Jungs dieser Schule nur so auf sie flogen und kostete dies natürlich aus. Und indem sie sich ein wenig rar machte, hielt sie Draco bei Laune, der sie immer wieder aufs Neue erobern musste.

Inzwischen hatten beide ihre Zauberstäbe verloren, kämpfend rollten sie sich am Gang umher, Fäuste flogen, Schmerzschreie erklangen. Hermine, Ron, Dean, Neville und Seamus kamen angeschossen, da sie die Kampfschreie gehört hatten.

„Harry! Hör auf damit!“, kreischte Hermine los, als sie ankam, aber ihr bester Freund wollte sich einfach nicht beruhigen.

Er hat angefangen!“, brüllte Harry los und rammte seine Faust in Dracos Bauch. Der Blonde ächzte und konterte mit einem Fußtritt. Harry krachte abermals zu Boden, beide lagen stöhnend auf der Erde.

„POTTER! MALFOY! ES REICHT!“, donnerte eine Stimme los – Snape, na toll. Wo kam der auf einmal her? Unsanft wurde Draco am Kragen gepackt und in die Höhe gezogen, der Blonde stierte Harry mit Hass in den Augen an. Ron und Hermine halfen Harry hoch, Snape tobte innerlich vor Wut.

„MITKOMMEN! Alle beide!“, schnarrte er sie eisig an. Snape hielt Draco noch immer am Kragen fest und zerrte ihn mit sich. Bei Harry angekommen packte er ebenso zu und die beiden Jungen ergaben sich stolpernd ihrem Schicksal. Hermine seufzte, Ron sabberte noch immer Selest an und Dean kratzte sich ratlos am Kopf.

„Wieso haben die beiden jetzt schon wieder gestritten?“, wollte Neville wissen, Seamus zuckte ratlos die Schultern und starrte in den Gang hinein. Gerade eben verschwand Snape mit den beiden Jungs um die nächste Ecke.

„Meinetwegen!“, schnarrte Selest, sie sah alle triumphierend an.

„War ja klar“, würgte Hermine hervor, Selest kräuselte hämisch ihre Lippen.

„Ich habe Potter auf die Wange geküsst, da er so nett war, meine Bücher aufzuheben. Nur zu dumm, dass Draco gerade in diesem Moment zu uns stieß und es sah“, näselte sie weiter. Danach drehte sie sich schwungvoll um und ließ die erstaunten Gryffindors einfach stehen.  

„SIE HAT WAS?!“, kreischte Ron, Hermine stieg ihm mit Wucht auf den Fuß. Ron jaulte auf und sprang umher, während Hermine kochte.

„Ich hasse diese Ziege!“, rief sie aus und eilte davon. Ron murrte und verfluchte sie leise, während die Jungs zu lachen anfingen.

°°°°


Snape wartete Dumbledores „Herein“ ab und stieß danach die Türe auf. Unsanft wurden die beiden Jungs in Albus´ Büro befördert, der Schulleiter sah hoch. Als er die beiden erblickte, seufzte er, seine Augen wanderten zu Severus.

„Was ist denn nun schon wieder geschehen?“, wollte er leise wissen, während Harry und Draco wütend und starr im Büro standen und sich giftig ansahen.

„Sie prügelten sich gerade, als ich dazukam. So kann es nicht weitergehen“, zischte Severus, Albus nickte und kam hinter seinem Schreibtisch hervor.

„Damit haben Sie Recht, Severus. Danke, Sie können gehen. Ich möchte mich mit den beiden Herren alleine unterhalten“, nickte er ihm zu. Severus schnaubte, warf beiden Schülern noch einen giftigen Blick zu, ehe er mit wallendem Umhang abrauschte. Als sie nur noch zu dritt waren, bat Albus sie, sich hinzusetzen. Beide kamen der Aufforderung nur widerwillig nach, aber sie taten es. Albus stand vor ihnen, betrachtete beide abwechselnd.

„Meine Herren? Was war denn nun schon wieder los?“, wandte er sich an sie. Diese Frage war ein Fehler, denn Harry und Draco redeten aufgebracht durcheinander und sprangen währenddessen von ihren Stühlen hoch.

Das war alles Potters Schuld!
Gar nicht wahr, Malfoy!
Doch! Du hast es gewagt, Selest zu küssen!
Habe ich nicht, du Idiot! Sie hat mich geküsst!
Du lügst, Potter! Das würde sie niemals tun! Nicht bei einem… einem Halbblut!
Hat sie wohl, Malfoy! Du und deine verdammte Eifersucht!
Pah, Eifersucht kenne ich nicht, Potter! Halte dich fern von Selest!
Hatte und habe ich noch immer vor! Hörst du mir denn nicht zu?!
Wieso sollte sie dich küssen? Ekelhaft! Das würde sie niemals freiwillig machen! Selest ist eine Slytherin und du ein Gryffindor!
Doch, sie hat es freiwillig getan! Und weißt du wieso? Weil ich ihre Bücher aufgehoben habe!
So ein Schwachsinn, Potter! Erzähl hier keine Märchen! Wieso solltest du ihre Bücher aufheben?!
Eben weil ich mit ihr zusammengekracht bin! Unabsichtlich natürlich!
Na das war ja mal klar! Trotz deiner bescheuerten Brille bist du blind wie ein Maulwurf!
Verdammt, ich hatte sie übersehen! Kann Jedem mal passieren!
Das passiert nicht Jedem, Potter, sondern nur dir! Gib es zu, diesmal war es Absicht!
Oh Mann, Malfoy! Du redest nur Scheiße!
Wie bitte? Hast du nicht mehr alle Tassen im Schrank, Potter? Wie kannst du es wagen…

ES REICHT!“ Dumbledore unterbrach die Anschuldigungen mit einem lauten Ausruf, während sich Draco und Harry kampflustig gegenüber standen und sich mit geballten Fäusten anfunkelten.

„Setzt euch wieder, sofort!“, kam der nächste Befehl, da auch seine Geduld schon am Ende war. Harry und Draco schnaubten sich an und setzten sich. Abwartend und mit roten Wangen sahen sie zum Schulleiter, der sich die Stirn rieb und immer wieder den Kopf schüttelte.

„So kann es nicht weiter gehen. Ich glaube, ich muss euch eine harte Lektion erteilen“, nickte er überzeugt, als er sich beruhigt hatte, Harry verteidigte sich.

„Aber Sir! Es war nicht meine Schuld! Malfoy hat…“

Potter!?“, unterbrach ihn Draco gereizt.

„Schluss jetzt!“, hob Albus genervt die Hand, beide knurrten vor sich hin.

„Es interessiert mich nicht mehr, wer Schuld hat! Ihr beide nutzt wirklich jede Gelegenheit aufzufallen, und dabei merkt ihr nicht, dass ihr das gesamte Klima der Schule in Mitleidenschaft zieht! Mein Entschluss ist gefallen! Ihr beide begebt euch in den vierten Stock, Zimmer 420. Sobald ihr dort angekommen seid, werdet ihr dort hineingehen. Dann sehen wir weiter! Und keine Widerworte!“

Harry sowie Draco wollten noch etwas sagen, aber der scharfe Blick ihres Schuldirektors ließ sie innehalten.

„Ihr könnt gehen“, vermittelte er hart, beide standen auf. Harry verließ mit hängenden Schultern das Büro, Draco folgte ihm. Als die Türe sich schloss, fing Albus zu schmunzeln an. Es war schon komisch mit anzusehen, wie sehr sich die beiden bekriegten, obwohl eigentlich Harmonie walten sollte. Der Krieg war zu Ende, Dracos Eltern in Gefangenschaft. Soweit er wusste, war Draco Malfoy doch froh darüber! Albus hatte  erwartet, dass die beiden sich jetzt irgendwie zusammenraufen würden, aber dass es noch schlimmer wurde, damit hatte er nicht gerechnet. Schon länger hatte er einen Plan ausgearbeitet, wie er die beiden dazu bringen konnte, sich zu vertragen. Ob es klappen würde? Wie dem auch sei, er würde die Schüler- und Lehrerschaft beim Mittagessen darüber informieren. Denn sie würden die beiden für längere Zeit nicht mehr zu Gesicht bekommen.

°°°°


„Das ist alles nur deine Schuld, Potter!“, giftete Draco ihn von der Seite her an. Harry stapfte wütend weiter.

„Halts Maul, Malfoy!“

„Du wirst mir nicht den Mund verbieten!“, tobte der Blonde los, Harry rollte genervt mit den Augen.

„Das würde ich bei deinem losen Mundwerk auch niemals schaffen, Malfoy! Wie dem auch sei, wir hängen beide mit drin. Ob du mir jetzt glaubst, oder nicht“, zischte Harry ihn mit mordlustigem Seitenblick an, seine grünen Augen funkelten. Draco ließ abermals seinen Blick über Harry schweifen, er schnaubte.

„Ja, eben weil es deine verdammte Schuld ist! Ich könnte jetzt mit Selest…“, fing er an, Harry warf die Hände in die Luft und blieb kurz aufstöhnend stehen.

Was du mit deiner Freundin treibst, interessiert mich nicht, Malfoy! Deine Freundin ist mir scheißegal! Wir müssen weiter!“, blaffte er ihn an, Dracos Augen verengten sich, sprühten vor Zorn. Harry ließ den wütenden Blonden einfach stehen und nur Sekunden später folgte der Slytherin Zähne knirschend.

„Du siehst scheiße aus, Potter“, stichelte er weiter, während sie die Stufen zum nächsten Stockwerk nahmen, Harry ging gedanklich sämtliche Unverzeihliche durch. Der „Avada Kedavra“ hörte sich auf einmal so verlockend an.  

„Du auch, Malfoy“, war seine knappe Antwort.

„Du irrst, Potter! Ich sehe immer hervorragend aus, im Gegensatz zu dir! Wieso läufst du in diesen  komischen Jeans herum?“, wollte Draco unbedingt wissen, Harry sah ihn skeptisch an.

Was… Was soll das denn jetzt werden, Malfoy? Seit wann interessieren dich bitteschön meine Klamotten? Und es sind keine `komischen Jeans´ sondern Markenjeans! Sie sind deshalb so ausgebleicht, weil das bei den Muggeln so Mode ist!“, erklärte er knurrend, Draco zog angewidert seinen rechten Nasenflügel hoch.

„Sieht jedenfalls grauenhaft aus! Und deine Schuhe erst!“, konnte es Draco nicht lassen. Sie befanden sich gerade im besagten Stockwerk, in welches Dumbledore sie geschickt hatte. Harry biss brav die Zähne zusammen, um nicht laut aufzuschreien. Mann, Malfoy nervte!

„Die Marke heißt `Nike´. Man nennt sie Turnschuhe, du hohle Nuss!“, murrte er, Draco zischte durch die Zähne.

„Ich bin keine hohle Nuss! Eher du! Ich bin ein Malfoy… und ein Slytherin! Neben dem Schlammblut bin ich der beste Schüler hier an der Schule!“, näselte er eingebildet, Harry stöhnte frustriert auf.

„Meinetwegen. Denk was du willst, Malfoy, mir doch egal“, gab er es auf, aber Draco wollte einfach nicht Ruhe geben oder auch nur für eine Minute den Mund halten.

„Besorg dir andere Kleidung, Potter, vielleicht bekommst du dann das Pferdegesicht?“, schnarrte er gehässig, Harry klatschte sich die Hand auf die Stirn und blieb abermals stehen. Draco tat dies ebenso und verschränkte die Hände vor der Brust. Langsam sank Harrys Hand, seine Augen blitzten wieder. Er gab keine Antwort - was Draco doch sehr wurmte - sondern beschleunigte seine Schritte.

„Zimmer 420“, überlegte Harry laut, auch Draco runzelte die Stirn und lief wie ein Hündchen brav neben Harry her. Immer wieder musste er ihn mustern, denn bisher hatten sie noch nie so lange miteinander ausgehalten und die Nähe des Anderen genießen dürfen.

„Zimmer 420? Seit wann haben die Türen Nummern?“, kam es Draco plötzlich in den Sinn, Harry zuckte die Achseln.

„Stell dir vor, Malfoy, dasselbe habe ich mich auch schon gefragt. Das ist sehr eigenartig“, runzelte Harry nachdenklich die Stirn, jetzt standen sie direkt vor der Türe und starrten sie an.

„Was der alte Sack wohl vorhat?“, fragte sich Draco, Harry seufzte.

„Keine Ahnung, aber sicherlich nichts Gutes“, erwiderte er leise, Draco zog eine Augenbraue hoch.

Oh bitte, Potter! Er sagte zu uns, dass wir in dieses dämliche Zimmer gehen sollen und mehr nicht! Kein Wort über irgendeine Arbeit oder Nachsitzen. Und er hat uns auch keine Punkte abgezogen“, schnarrte Draco sich in Sicherheit wiegend, Harry sah leicht zu ihm auf. Ihre Augen trafen sich, hingen ineinander fest.

„Genau das macht mir ja Sorgen“, meinte Harry einfach, Draco lächelte gehässig.

„Beim Barte Merlins! Hast du Schiss, Potter?“, stichelte er schon wieder, Harry kniff die Augen zusammen und schob kampflustig sein Kinn vor.

„Träum weiter, Malfoy! Darum geht es mir auch nicht! Wenn Dumbledore uns Strafarbeiten gegeben hätte, dann wäre alles in Ordnung gewesen! Auch Nachsitzen oder Punkteabzug! Aber er hat nichts davon gesagt, wie du ja weißt! Und das sieht ihm nicht ähnlich! Es muss… Es muss etwas Schlimmeres sein“, hauchte Harry zum Schluss, jetzt wurde Draco unsicher.

„Meinst du?“, fragte er leise, Harry nickte.

„Ja, Malfoy. Ich glaube, wir sitzen wirklich tief in der Scheiße. Dumbledore hat was vor, ich kenne ihn“, flüsterte er geradezu, Draco bekam Schiss. Aber dann rief er sich zur Ordnung, winkte ab und öffnete die Türe. Harry wollte ihn warnen, aber als Malfoy in das leere Zimmer eintrat, passierte nichts. Also folgte er ihm, neugierig wie er war, und dann passierte es: Die Türe knallte ins Schloss, beide wirbelten herum. Und dort, wo eine Türe sein sollte, erstreckte sich nur eine Mauer, beiden standen die Münder offen.

„Potter, was…?“, japste Draco geschockt nach Luft, Harry tastete die Mauer ab.

„Die Türe! Sie ist weg!“, rief Harry panisch aus, auch Draco untersuchte die Wand.

„Scheiße!“, stieß Draco hervor und suchte seinen Zauberstab.

„Mein… Wo ist denn mein Zauberstab!?“, rastete Draco aus und tastete hastig seine Taschen ab. Auch Harry fing zu suchen an, aber seiner war ebenfalls verschwunden.

„Meiner ist auch weg!“ Harry und Draco sahen sich geschockt an, dann fing Draco zu knurren an.

„Blödsinn, Potter! Gib mir sofort meinen Zauberstab!“, verlangte er herrisch, Harry zeigte ihm den Vogel.

„Sag mal, spinnst du, Malfoy? Hör mir endlich mal zu! Ich habe ihn nicht!“, spie er ihm entgegen, aber der Blonde hörte nicht auf ihn. Mit einem Schritt war er bei Harry und grapschte ihn an. Harry wehrte die Hände ab.

„Was soll der Scheiß, Malfoy!“, wurde er panisch und rot zugleich. Außerdem wollte er nicht die Hände von Malfoy auf sich spüren! Gerade diese griffen seine Brust, Bauch und auch die Beine ab. Den Po Harrys hatte er auch nicht vergessen. Harry Potter versuchte zu entkommen, aber Malfoys Hände waren wirklich überall und verdammt flink! Hilfe?

„Ich habe ihn nicht!“, keifte Harry nochmals und stieß Draco von sich. Der Blonde schnaubte ihn an, allerdings hatte er leicht rosa Wangen. Harry musterte ihn deshalb verstört, da er sich nicht erklären konnte, wieso der Blonde plötzlich Farbe im Gesicht besaß.

„Gib ihn mir!“, knurrte Draco gefährlich mit Fingerwinken, Harry starrte ihn entgeistert an.

„Sag mal, bist du wirklich so dämlich oder tust du nur so?“, wollte er leise und nicht glaubend mit weit aufgerissenen Augen wissen, da rastete Draco aus und sprang auf ihn zu: Beide gingen zu Boden. Harry lag auf dem Rücken, Draco auf ihm drauf. Und wieder einmal rangen sie miteinander, Draco tatschte weiterhin mit roten Wangen seinen Körper ab. Harry fühlte sich unwohl, da Dracos Hände wirklich jeden Zentimeter abtasteten und jetzt genau dort waren, wo…

Harry wurde knallrot im Gesicht, quiekte auf und wehrte sich mehr denn je.

MALFOY! ZWISCHEN MEINEN EIERN WIRST DU DEINEN SCHEISS ZAUBERSTAB NIEMALS FINDEN!“, kreischte er los, der Blonde zischte wie von einer Tarantel gestochen in die Höhe. Mit roten Wangen und geschocktem Gesichtsausdruck starrte er einen keuchenden Harry an, der rot wie eine Tomate war.

„Du… Du hast ihn wirklich nicht! Und ich… Ich fasste dich auch noch mehr als nötig an! Igitt! Ich… Ich! Jetzt habe ich alle Bazillen von dir auf meinen Händen! Und… von… deinen… Eiern!?!“ Draco riss die Augen auf und die Hände hoch, starrte diese völlig entsetzt an.

„Wo… Wo ist das Badezimmer!“, rief er aus, drehte sich im Kreis und als er es fand, stürmte er darauf zu und verschwand darin. Harry saß keuchend am Boden, schob sich mit den Beinen so weit an, bis er die Wand hinter sich spürte. Ein Kribbeln überzog seinen Körper, denn er fühlte Malfoys Hände noch immer auf sich. Pure Hitze nahm seine Wangen ein weiteres Mal ein, als er darüber nachdachte, WO Malfoys Hände gewesen waren! UAH! An seiner Brust, Schultern, Arme, Seiten und viel zu oft an seinem Po! Harry schauderte. Und dann noch an seinen Füßen! Und diese Hände wanderten immer weiter empor bis zu seinem Schritt! Harry erstarrte, er atmete hektisch. Malfoys… Hände… an… meinem… Schritt…!

„AAAH!“, schrie Harry auf, zischte in die Höhe und sprang wie ein Bock auf und ab. Er fuhr hastig über seinen Körper und schüttelte sich immer wieder. So nahe war Malfoy ihm nie gekommen, auch bei den Raufereien nie! Plötzlich hörte er besagten Übeltäter hinter seinem Rücken.

„Hast du Läuse, oder was?“, schnarrte der Blonde, Harry wirbelte herum und starrte ihn aus zusammengekniffenen Augen an.

„DU!“, zischte er ihn an, Malfoy trocknete sich gerade mit einem Handtuch die Hände ab und hob erhaben eine Augenbraue an.

„Was ich?“, näselte er weiter, Harry stapfte auf ihn zu und stieß ihn hart an.

„Fass mich nie wieder an, hörst du? Und wehe, du kommst meinen Eiern nochmals zu nahe, dann hast DU keine mehr!“, blaffte er ihn an. Draco riss die Augen auf, wurde zuerst weiß, danach rot im Gesicht. Wütend blähte er seine Nasenflügel auf, ließ das Handtuch fallen und stieß nun seinerseits Harry an.

„Ich wollte dich ja auch nicht anfassen, aber es musste sein! Und deine mickrigen Eier sind mir scheißegal! Aber ich war mir sicher, dass du meinen Zauberstab eingesteckt hattest!“, spie er ihm entgegen.

„Hatte ich nicht! Und ich habe keine mickrigen Eier!!“, empörte sich Harry.

DAS WEISS ICH JETZT AUCH!“, keifte Draco zurück, beide schnauften. Dann sahen sie sich mit großen Augen und geschockt an. „Ich meinte die Sache mit dem Zauberstab, klar?“, stellte Draco sofort  richtig, Harry räusperte sich und nickte. Danach drehten sie sich voneinander weg und versuchten erst einmal, das peinliche Erlebnis zu vergessen. Glücklicherweise lenkte sie der Raum ab, in dem sie sich befanden, endlich sahen sie sich um.

„Wo sind wir hier eigentlich?“, fragte Harry leise, neugierig bestaunte er alles.

„In einem Zimmer, du Wunderjunge.“

„Das weiß ich auch!“

„Wieso fragst du dann so bescheuert!“, schnappte Draco ohne Nerven, Harry kratzte sich am Kopf.

„Na ja, ich meinte das anders!“, versuchte er sich zu verteidigen, jetzt wurde Draco neugierig. Entschlossen sah er Harry an, verschränkte seine Arme vor der Brust und musterte ihn ungeniert.

„Ach – und wie?“, schnarrte er in alt bekannter Manier und räusperte sich.

„Ich frage mich, in was für einem Zimmer wir sind. Was es darstellen sollte. Was wir hier sollen und…“ Draco stöhnte auf und schüttelte den Kopf.

„Hast du es noch immer nicht gerafft, Potter? Wie armselig! Wir sind hier in eine Falle Dumbledores geraten! Er zwingt uns dazu, gemeinsam auszukommen! Oder siehst du eine Türe, aus der wir stürmen könnten?!“, keifte er ihn an, Harry stand der Schock ins Gesicht geschrieben.

„Das… Das kann er doch nicht tun!“, griff sich Harry in die Haare, Draco schnaubte.

„Zur Abwechslung bin ich einer Meinung mit dir, Potter“, murrte er, Harry ließ den Kopf sinken.

„Und was glaubst du, wie lange wir hier bleiben müssen?“, fragte Harry trotzdem, der Blonde überlegte.

„Vielleicht so lange, bis wir uns vertragen? Würde ihm ähnlich sehen!“, zischte Draco ziemlich wütend, Harry gab es auf.

„Shit, das kann lange dauern“, sinnierte er vor sich hin, Draco schnaufte.

„Scheiße, ich könnte jetzt Selest vögeln, stattdessen hänge ich hier mit dir herum!“, regte er sich auf, Harry rollte nur mit den Augen.

„Glaubst du ehrlich, ich hätte nichts Besseres zu tun, als mit dir hier fest zu sitzen?“, ging Harry Draco an, der sich genervt durchs Haar strich.

„Was denn, Potter? Fünf Finger gegen klein Potter? Kann mir nicht vorstellen, dass du schon mal…“

„Halt die Klappe, Malfoy!“, schrie Harry ihn an, Draco grinste gehässig.

„Oh, Potter! Habe ich da einen wunden Punkt getroffen?“, schnarrte er ihn an, Harry wurde rot und stemmte seine Hände in die Hüften.

„Das geht dich einen feuchten Dreck an, Malfoy!“, entgegnete er hitzig.

„Als ob mich dein Liebesleben je begeistern könnte“, konterte der Blonde, dann war es kurz still. Beide sahen sich im leeren Zimmer um, denn außer Fenster gab es hier nichts Sehenswertes.

„So lange kann er uns hier nicht festhalten, hier gibt’s ja nicht mal ein Bett!“, meinte Draco eingebildet und reckte in selber Geste sein Kinn vor. Plötzlich fühlten sie einen leichten Wind, beide kniffen die Augen zu.

„Was… Was passiert hier?“, keuchte Draco unsicher, dann riss er die Augen auf. Was sich dann abspielte, war ein Alptraum für den schönen Blonden. Das Zimmer gestaltete sich vor ihren Augen um. Plötzlich ploppte es mehrere Male, Harry und Draco konnten darüber nur staunen.

„Nein, ich… NEIN!“, rief Draco aus, er starrte zum Bett, welches vor Sekunden noch nicht da gewesen war. Das Bett war groß, so dass zwei Personen darin schlafen konnten. Die eine Bettwäsche wurde in Grün gehalten, die andere in Rot. Harry verlor die Sprache, er sah sich einfach weiterhin um. Vor ihnen rollte sich ein großer Läufer aus, der beide Häuserfarben in sich vereinte. Zu seiner Rechten baute sich ein großes Regal auf, welches sich über die gesamte Länge der Wand ausbreitete. Zwischen den Fenstern erschien ein Kamin, in dem schon ein Feuer loderte. Zur Linken bildeten sich gerade zwei große Kästen: Auf einen von ihnen steuerte Draco zu. Mit Wucht riss er die Türen auf und dann klappte sein Mund auf.

„Das sind alle meine Sachen!“, rief er aus, auch Harry eilte auf seinen Schrank zu und öffnete ihn.

„Ja, meine auch“, murmelte er. Was dies zu bedeuten hatte, wussten beide. Anscheinend hatte Dumbledore vor, dass sie hier mehrere Tage verbrachten! Nein! Das konnte nicht wahr sein! Draco wühlte gerade in seinen Sachen herum, da fiel sein Blick auf das Bett.

„Du schläfst auf dem Boden!“, zeterte er los, Harry stierte ihn an.

„Wieso immer ich? Nein, du schläfst auf dem Boden!“

„Ich bin ein Slytherin und…“, tippte Draco hart mit dem Finger auf seine Brust, Harry plusterte sich auf.

„Na und? Ich bin der Goldjunge Gryffindors, du Idiot!“

„Ich bin reinen Blutes!“, entgegnete der Blonde, Harry knurrte.

„Scheiß drauf! Du bist ein Mensch, ich bin ein Mensch!“, hielt Harry dagegen.

„Du bist ein Halbblut!“, zeigte Draco abwertend auf den Schwarzhaarigen, der die Hände ein weiteres Mal in die Hüften stemmte.

„Na und? Sind Halbblüter keine Menschen?“, lächelte er sarkastisch, Draco zischelte.

„NEIN!“

Harry glotzte dumm und blinzelte. Danach kratzte er sich am Kopf. „Wie, nein? Ich bin genauso ein Mensch wie du! Ich habe Augen im Kopf, Haare, Beine, Arme, bin aus Fleisch und Blut…“

Das nennst du Haare?“, kreischte Draco und verzog sein Gesicht, als er Harrys Haarpracht musterte. Dieser fasste sich in den Schopf und schmollte.

„Meine Haare stehen vielleicht kreuz und quer, aber sie sind nicht schlechter als deine!“

„Wie wäre es mit einer Pflege, Potter?! Noch nie etwas davon gehört, wie?“, schnarrte der Blonde weiter, Harry gab es auf.

„Du kannst mich mal, Malfoy!“, ärgerte er sich und stürmte an ihm vorbei in Richtung Badezimmer. Als er die Türe aufstieß, blieb er kurz stehen, erst dann betrat er es langsam und sah sich staunend um. Draco, gar nicht neugierig, folgte ihm nach kurzer Zeit und lehnte sich lässig am Rahmen an. Dann schnalzte er mit der Zunge und grinste schief.

„Wohl noch nie so ein Badezimmer gesehen, was, Potter? Dabei ist es nicht einmal luxuriös!“, ätzte er, aber Harry ging nicht darauf ein. Ihm gefiel es, obwohl er sich diesen Raum ebenfalls mit Malfoy teilen musste. Zu seiner Linken befand sich eine weitere Türe, die zu einem Klosett führte. Das Badezimmer besaß zudem ein riesiges Waschbecken, oberhalb davon befand sich ein in die Breite gezogener Spiegel. Knapp darunter war  eine Ablage befestigt, auf der sich zwei Gläser mit jeweils einer Zahnbürste darin befanden. Daneben lag eine Zahnpaste und Seife. Das Badezimmer wurde in Marmor gehalten – Harry hatte so etwas noch nie zu Gesicht bekommen. Sein Blick glitt weiter zu der großen Dusche, in der eine Gummimatte am Boden lag, damit man nicht ausrutschen konnte. Harry staunte noch immer und Draco zog eine Augenbraue hoch.

„Wow“, entfuhr es Harry, Draco blinzelte.

„Potter? Jetzt tu nicht so, als hättest du wirklich noch nie so ein Badezimmer gesehen!“, regte er sich auf, denn der Gryffindor ging ihm gehörig auf die Nerven. Harry drehte sich zu ihm und schüttelte den Kopf.

„Aber es stimmt, Malfoy. Das habe ich echt noch nie. Bei meinen Verwandten gibt es nur ein dreckiges Waschbecken, einen kleinen Spiegel und eine Dusche, in die man sich nur notgedrungen begibt. Dagegen ist das Gemeinschaftsbadezimmer in Gryffindor der reinste Palast! Aber das hier…“ Harry schüttelte weiterhin den Kopf, seine Augen strahlten.

„Ich dachte, dass du bei deinen Muggelverwandten wie ein König lebst?“, ätzte der Blonde, Harry sah ihn einfach nur ernst an.

„Nein“, war seine knappe Antwort und das wunderte Malfoy doch ein wenig. Aber er ließ es sich nicht ansehen, sondern schüttelte nur den Kopf und betrachtete Potter weiterhin.

„Ach – um nochmals auf den Punkt zu kommen. Ich bin so nett und erlaube dir, auf der Couch zu schlafen“, ließ er ihn gerne wissen, Harry funkelte ihn an.

„Was heißt hier Couch? Hier gibt es keine Couch! Und ich bevorzuge das Bett! Wenn es dir nicht passt, dann schlaf du doch wo anders! Ich verzichte nicht darauf!“, griff er ihn an, Draco stöhnte auf.

„Das werde ich auch nicht tun, Potter! Und mit dir werde ich sicherlich kein Bett teilen!“, betonte er nochmals, Harry rollte wieder einmal mit den Augen.

„Das werden wir ja schon noch sehen!“, knurrte er und verschwand aus dem Badezimmer. Da Draco noch immer im Rahmen stand, streiften ihre Schultern aneinander, aber dann drückte sich Draco angeekelt an den Rahmen. Harry bemerkte es nicht, aber Draco wischte sich die Schulter ab, als wäre er mit Bazillen in Kontakt gekommen.

„Eine Couch!“, blieb Harry im Wohn/Schlafraum stehen, Draco seufzte und kam näher.

„Sagte ich ja!“, gab er seinen Senf dazu. Harry starrte das sehr große Sofa an, neben dem auch ein Couchsessel stand. Davor befand sich ein Tisch und alles zusammen fand seinen Platz direkt vor dem Kamin bei den Fenstern zur Außenwelt. Harrys Augen wanderten weiter zu dem länglichen Regal, welches sich anscheinend gerade erst gefüllt hatte. Als Harry im Badezimmer war, Draco sich aber noch Zeit ließ, ihm zu folgen, da machten sich die Couch, der dazugehörige Sessel und auch der Tisch bemerkbar. Interessiert ging Harry auf das Regal zu und bestaunte die Buchrücken.

„Unglaublich!“, keuchte Harry auf, Draco schmiss sich auf die Couch und machte es sich gemütlich.

„Was denn? Dass Bücher so viele verschiedene Formen besitzen?“, schnarrte der Blonde gelangweilt. Seine Uhr zeigte gerade einmal Mittag an und sein Magen knurrte.

„Nein, du Idiot!“, drehte sich Harry kurz zu ihm, seine Wangen waren knallrot.

„Lies doch mal, WELCHE Bücher das sind!“, regte er sich auf, nun wurde auch Draco neugierig. Also erhob er sich, gesellte sich mit Abstand zu Harry und überflog die Titel der Bücher. Seine Augen wurden immer größer, eines der Lesewerke zog er heraus.

„Wie erobere ich meinen Schwarm?“, krächzte Draco, Harry wurde verlegen.

„Hier“, überreichte er ihm das Nächste. Draco stellte das eine Buch zurück und nahm jenes von Harry entgegen.

„Liebe, Sex und Zärtlichkeit? Was… Was soll der Scheiß?!“, stieß Malfoy aus und bekam ebenso rote Wangen.

„Keine Ahnung“, nuschelte Harry sehr verlegen, da lachte Draco auf.

„Wahrscheinlich will Dumbledore dir auf die Sprünge helfen, damit du bei diesem Pferdegebiss auch endlich mal Chancen hast!“

„So ein Schwachsinn, Malfoy! Das hat er nicht vor!“, ereiferte sich Harry.

Hat er sicher doch!
Hat er nicht!
Hat er doch!
Nein, hat er nicht!
Hat er doch und ich habe das letzte Wort!

„Einen Scheiß hast du, Malfoy! Oh Mann! Hör uns doch mal an! Wir beide benehmen uns, als wären wir Kleinkinder! Wenn wir uns nicht bald vertragen, dann werden wir hier für immer festsitzen!“, jammerte Harry zum Schluss, was Draco einleuchtete.

„Stimmt, Potter. Dann sei gefälligst schön artig zu mir, damit wir hier bald rauskommen“, schnurrte er, Harry schnaufte ihn an und blitzte mit seinen Augen. Wütend riss er dem Blonden das Buch aus den Händen und stopfte es in das Regal zurück.

„Wieso sollte ausgerechnet ich zu dir nett sein? Du bist doch immer derjenige, der mir am Arsch geht!“, regte sich der Gryffindor auf.

„Ich dir? Du gehst mir…“, verteidigte sich der Blonde hitzig, Harry hob die Hand und schüttelte den Kopf.

„So kommen wir nicht weiter, Malfoy. So nicht“, entgegnete er ruhig und ernsthaft, Draco hielt den Mund. Harry sah sich nochmals im Zimmer um, löste den Umhang und hängte ihn an einen der neu hinzugekommenen Ständer auf. Draco tat es ihm gleich. Danach ging Harry zu einem der Fenster und starrte hinaus. Draco Malfoy konnte es nicht lassen, den Gryffindor abermals zu mustern, sein Blick blieb an den festen, kleinen Pobacken hängen. Schnell sah er wieder weg.

„Also von hier aus sieht es nicht so aus, als wären wir im vierten Stockwerk“, murmelte Harry leise, Draco ging zum anderen Fenster und starrte hinaus.

„Nein, es sieht so aus, als befänden wir uns in einem der Türme“, gab ihm Malfoy in gewisser Weise Recht, Harry sagte nichts dazu.

„Und was nun?“, wandte er sich dem Blonden zu, der die Schultern zuckte.

„Was fragst du mich das? Es kotzt mich an, hier mit dir zu sein, was sonst?“

Harry presste die Lippen aufeinander, drehte sich um und marschierte wieder zum Regal. Er wollte sich vergewissern, ob wirklich alle Bücher in Richtung Beziehungen, Sex und Partnerschaften gingen. Zu seiner Freude, aber auch zu seinem Leidwesen, war es nicht so. Denn auch Schulbücher fanden sich im Regal ein, vorwiegend viele über Zaubertränke. Was Harry nicht merkte, war, dass der Slytherin unbewusst immer seine Nähe suchte, die Bücher ebenso entdeckte und einen freudigen Laut von sich gab.

„Endlich einmal lesenswerte Lektüre! Potter? Du kannst dich ja mit dem Sexkram befassen“, schnarrte er, Harry wurde rot im Gesicht.

„Sicher nicht“, schmollte er, Draco musste schmunzeln und schmökerte in einem der Bücher.

Plötzlich erschien mittig im Zimmer, direkt auf dem Läufer, ein runder Tisch mit zwei dazugehörigen Stühlen. Harry eilte auf einen zu, setzte sich und klopfte mit seinen Handflächen auf die Platte.

„Verdammt, ich habe Hunger!“, rief er aus und schon füllte sich der Tisch. Harry glotzte dumm und Draco stürzte sich auf die köstlichen Zutaten.

„Hey! Nicht alles gehört dir, Malfoy!“, zeterte Harry und versuchte, einiges an Köstlichkeiten für sich zu ergattern, mit denen er seinen Teller anfüllte. Auch Kürbissaft gab es in Mengen, beide bedienten sich. Harry schaufelte alles in sich hinein, während Draco im Kauen innehielt und Harry zusah.

„Du isst wie eine Sau“, ließ er verlautbaren, Harry schluckte den Bissen hinunter.

„Dann gaff mich nicht an, sondern lass mich in Ruhe“, schmatzte Harry, als er die Gabel ein weiteres Mal in den Mund schob und kaute.

„Man spricht nicht mit vollem Mund, Potter!“, zischte Draco angeekelt, Harry rollte nur mit den Augen. Allerdings, so bemerkte Draco, tat es Harry wirklich nicht mehr, und so konnte er sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Als sie fertig waren, lösten sich die Überreste ihrer Speisen in Luft auf, der Tisch und die Stühle blieben. Beide hingen gelangweilt in ihren Sitzgelegenheiten und vermieden es, sich anzusehen oder gar miteinander zu sprechen.

Wie lange konnten sich Minuten eigentlich hinziehen? Harry seufzte und lehnte sich zurück. Mit gerunzelter Stirn entdeckte er unter dem Tisch eine Lade, die er hart aufzog. Darin befanden sich eine Menge Spiele, auch welche, die nur Muggeln bekannt waren. Erfreut darüber holte er ein Kartenspiel hervor, während Draco sich erhob, um eines der Bücher zu lesen. Was hätten sie sonst tun sollen?

Tbc…




Anmerkung: Das nächste Kapitel folgt in drei Tagen, also am Mittwoch! Sorry, Stress…
 
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