Fanfiktion
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/ Die Kunst des Briefeschreibens ist nichts anderes als die Kunst, die Arme zu verlängern
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1.9.98 - 2.9.98 Harry und Ginny
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| von besteste erstellt: 05.02.2010 letztes Update: 26.02.2010 Allgemein / P6 | 17 Reviews |
1.9.1998
Ginny,
noch keine drei Stunden bist du weg und ich frage mich bereits, ob ich dich hätte aufhalten sollen. Ich weiß nicht, wie ich das nächste Jahr ohne Dich überstehen soll. Dieser Sommer – dieser wunderbare, sonnige, friedliche Sommer – hat mich gerade erst das letzte Jahr vergessen lassen. Natürlich lässt sich das nicht vergleichen. Niemand, der uns alle umbringen will. Niemand, der dich in Gefahr bringt. Niemand, den ich besiegen muss. Aber mal wieder sind wir tausend Meilen voneinander entfernt. Immerhin können wir uns schreiben. Bitte lass uns diese Briefe aufheben, damit wir sie uns, wenn wir alt und grau sind, durchlesen können und uns daran erinnern, was wir taten, als wir jung waren.
Eigentlich will ich nicht aufhören zu schreiben. Es ist wie ein Gespräch, das eigentlich schon längst beendet ist, weil niemand mehr etwas zu sagen weiß, aber trotzdem plaudert man noch über unwichtige Dinge, nur um noch beieinander zu sitzen. Wenn ich jetzt aufhöre zu schreiben, ist es, als ob ich aufstehen und gehen muss.
Ich denke an dich. Die ganze Zeit.
H.
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1.9.98
Lieber H.
Wie ich sehe, haben Sie beschlossen, anonym zu bleiben. Dennoch glaube ich, durch langwierige und teils lebensgefährliche Recherche Ihre Identität herausgefunden zu haben.
Ich nehme an, dass es einen Grund gibt, warum Sie auf die Nennung Ihres Namens verzichtet haben. Natürlich konnten Sie ihn in Ihrem Brief nicht angeben, das wäre sehr unvorsichtig und leichtsinnig gewesen. Aber ich vertraue Ihnen. Sie werden schon nichts Gefährliches tun.
Liebend gern würde ich stundenlang mit Ihnen ein schweigendes Gespräch führen und ich hoffe, nein, ich bin sicher, dass wir in diesem letzten Jahr der Trennung oft eine solche Unterhaltung in Briefen zu führen. Denn auch ich vermisse Sie mehr als alles andere und denke ununterbrochen an Sie.
Ergebenst die Ihre,
G.
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1.9.98
Liebste G.
Ich habe zum Glück allen Verdacht auf Lauscher ausräumen können. Wenn wir aber bespitzelt worden wären, hätten Ihre offenen Äußerungen uns in Teufels Küche bringen können! Es war sehr leichtsinnig von Ihnen, unsere Beziehung auf solch unübersehbare Art darzustellen. Obgleich mich Ihre Äußerungen unglaublich glücklich gemacht und meine Seele mit Freude erfüllt haben. (Merlin, klingt das schrecklich! Ich bin wirklich froh, dass wir nicht im achtzehnten Jahrhundert leben, wo man wirklich solche Liebesbriefe schreiben musste! Ich wäre kläglich gescheitert und als Junggeselle gestorben!)
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2.9.98
Soso, Du glaubst also, Du wirst nicht als Junggeselle sterben? Was macht Dich darin so sicher?
Was in Merlins Namen heißt „uns in Teufels Küche bringen“? Dieser Inbegriff des Bösen kocht auch noch? Ist das Produkt davon etwa so ungenießbar? Natürlich, in Wirklichkeit ist das alles ein Missverständnis! Weil der arme Teufel nicht kochen kann, war die Vergiftungsrate seiner Dinnergäste so groß, dass alle dachten, er habe das absichtlich gemacht! Dabei hat einfach nie jemand ihm ein Kochbuch geschenkt und gesagt, dass man kein Gift ins Essen kippen soll. Er hatte halt keine liebende Mutter, die ihm Kochunterricht gegeben hat! Welch hartes Schicksal!
Morgen mehr. Ich habe dir viel zu erzählen, aber ich bin so müde und wollte dir nur noch kurz antworten.
Für immer deine Ginny
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